Ortsnamen auf Ortseingangsschildern im Landkreis Grafschaft Bentheim auf Plattdeutsch und Hochdeutsch

 
 
 
 

Als Zeichen dafür, dass in der Grafschaft Bentheim noch Plattdeutsch gesprochen wird, sollen die Ortsschilder die Beschriftung in Hochdeutsch und in Plattdeutsch tragen.
Zweisprachige Ortsschilder haben in vielen Regionen eine lange Tradition. Sie sind sowohl für Einheimische als auch für Fremde ein sichtbares Zeichen regionaler Zweisprachigkeit.
Hier wird die inoffizielle, nicht amtliche Sprache der Region nicht versteckt, sondern gezeigt.

Zweisprachige Ortsschilder sollen bei Einheimischen und bei Gästen das Bewusstsein für das Plattdeutsche wach halten. Vielen Bewohnern und Besuchern des Landkreises wird mit einem Blick auf die zweisprachigen Ortsschilder die Plattdeutsche Sprache wieder bewusst und dient so manchem als stille Aufforderung, diese Sprache auch im Alltag wieder mehr zu gebrauchen.

Touristen nehmen den Namen der Kommune in der für sie unbekannten Sprache mit Interesse wahr. Durch die Kenntnisnahme von regional-typischen Ortstafeln wird ein positiver Aspekt gesetzt und mehr Sympathie für den Urlaubsort empfunden. Städte und Gemeinden können ihre Gäste künftig auf diese Weise auf Plattdeutsch willkommen heißen.

Grundlage der neuen Sprachförderung ist die „Europäische Charta der Regional -und Minderheitensprachen“, 1992 vom Europäischen Parlament beschlossen.

Diese Europäische Charta ist 1998 von der Bundesregierung übernommen worden und am 1.1.1999 durch das Bundesgesetz in Kraft getreten. Danach verpflichten sich die Bundes -und Landesregierungen, die Regional –oder Minderheitensprachen (z. B.: Friesisch, Dänisch und Niederdeutsch) zu schützen, zu bewahren und nach Kräften zu fördern. Der Europarat (bzw. das Parlament) hat seinen Mitgliedsstaaten empfohlen, die Regional- und Mindersprache zu fördern, u. a. Ortsschilder mit zweisprachigem Aufdruck aufzustellen. Mit der plattdeutschen Zusatzbeschriftung werden die Ziele der Europäischen Charta erfüllt, in der Deutschland sich verpflichtet hat, den Gebrauch von Plattdeutsch zu fördern.

von Gerhard Olthuis

 

Zweisprachige Ortsschilder - Ortsschilder in Plattdeutsch

 

Die Landtage von Niedersachsen und Schleswig-Holstein begrüßten das Bundesgesetz, durch das die Umsetzung der europäischen Charta für Regional -und Minderheitensprache in Deutschland geregelt wird.
Durch dieses Gesetz vom 14.09.2004 wird auch das Aufstellen von zweisprachigen Ortsschildern offiziell zugelassen.

Nach Auffassung des Wirtschaftsministeriums können zweisprachige Orts­schilder in der Amtssprache und in plattdeutscher Sprache zur Identifikation der Region beitragen. Diese Profilbildung könne unter anderem Impulse für den Tourismus setzen.
Der Niedersächsische Wirtschaft – und Verkehrsminister unterstützt die Ziele de Europäischen Sprachencharta und genehmigt Anträge der Städte und Gemeinden zum Aufstellen der zweisprachigen Ortsschilder!

Damit werden durch die zweisprachige Beschilderung die Ziele der Charta erfüllt.
Das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr gibt Handlungsanweisungen für die Antragstellung heraus:“ Ortstafeln mit niederdeutschen Anteilen sind Ausdruck kultureller Vielfalt im Lande.
Um der sprachhistorischen Komponente gerecht zu werden, erwächst die Notwendigkeit, die Wahl eines niederdeutschen Namens zu begründen und nachvollziehbar zu machen“.

Dazu ist die Kompetenz des Institutes (INS) für niederdeutsche Sprache in Bremen einzubeziehen.