Dat Näijste

2021
 

 

Liebe Plattproater !

Wir haben eine große Bitte, Achtet auf Euch, haltet euch an die vorgeschriebenen Maßnahmen unserer Regierung, Abstand halten, Masken tragen und Kontakte mit mehreren Personen meiden. Nur dann können wir unseren Beitrag leisten, das weniger Menschen angesteckt und am Coronavirus sterben.

 

 

 

Plattdütschen Karkdeenst in Georgsdörp 10.10.2021
 

 

 

 

 

 

   

Ohne

Ohne ist eine der ältesten Siedlungen im westlichen  Niedersachsen  und zählt zu den kleinen Gemeinden in Niedersachsen. Ohne gehört der  Samtgemeinde Schüttorf  im  Landkreis Grafschaft Bentheim  an.

Niedersachsen, Landkreis: Grafschaft Bentheim , Samtgemeinde: Schüttorf, Höhe: 38 ü.NHN, Einwohner: 582, Postleitzahl: 48465, Vorwahl 05923

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Ortsmitte

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Weg von der Vechtebrücke in den Dorfkern

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Hofanlage an der Vechte

Ohne gehört zu den kleinsten selbständigen Gemeinden in Niedersachsen. Es ist die südöstlichste Gemeinde der Samtgemeinde Schüttorf und des Landkreises Grafschaft Bentheim. Der ca. 9 km² große Ort grenzt im Süden an den Kreis Steinfurt (Nordrhein-Westfalen) und im Osten an den Landkreis Emsland. Die Nachbargemeinde Samern umschließt den Ort im Norden und im Westen.

Ungewöhnlich für das nordwestliche Münsterland bzw. für den Landkreis Grafschaft Bentheim ist die Siedlungsform des Dorfes: der Ortskern liegt auf einer überschwemmungsfreien Vechtetrasse in einer dichten ungeregelten Bauform.

Durch zahlreiche Ansiedlungen erscheint er heute viel lockerer als in der Vergangenheit. Um diesen Kern, der im Süden durch Neuansiedlungen erweitert wurde, gruppieren sich die vorwiegend klein- und mittelbäuerlichen Gehöfte in Streulage, umgeben von Bäumen.

Das Dorf Ohne ist eine der ältesten Siedlungen im westlichen Niedersachsen. Der Ortsname wurde 1213 erstmals in unsilbiger Form "ON" erwähnt.

Die meistgenannte, aber nichts desto weniger spekulative Vermutung ist, dass Karl der Große um das Jahr 800 die ehemaligen Bewohner von Ohne in das niederländische Oen bei Deventer umgesiedelt hat, da sie sich weigerten, den christlichen Glauben anzunehmen. Die dem Christentum beigetretenen Bewohner von Oen kamen in das heutige Gebiet von Ohne und nannten das Dorf nach ihrem Heimatort: Oen.

Ohne erhielt im 12. Jahrhundert eine feste Kirche, die vom Utrechter Missionar Ludger geweiht wurde. In der Folgezeit ist die Bezeichnung "God-Ohne" aufgekommen. Sie soll auf ein Kruzifix in der Kirche hinweisen, das bereits im 9. Jahrhundert als Symbol für die Kirchengemeinde galt.

 

Dorf

Vor dem Bau der Eisenbahnlinie Salzbergen-Schüttorf-Bentheim im Jahre 1865 war Ohne Knotenpunkt zweier großer Handelswege, von denen einer aus Nordholland kommend der Länge nach durch die Grafschaft bis ins Münsterland verlief, während der andere über den Bentheimer Diek in Richtung Rheine-Osnabrück-Hannover führte. Im Zuge dieser Poststraßen erhielt Ohne 1771, trotz des heftigen Einspruches seitens der Stadt Schüttorf, eine feste Vechtebrücke. Nicht nur wegen des Verkehrsknotenpunktes erlebte Ohne von der Mitte des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts die große Blütezeit. Ohne war zu dieser Zeit auch Zollstation zwischen den Königreichen Hannover und Preußen. Zwei touristische Radwegeprojekte, die "Grafschafter Fietsentour" und die "Vechtetalroute", führen durch diesen idyllisch gelegenen Ort, in dem der Zusammenhalt der Einwohner und das Gemeinschaftsleben besonders ausgeprägt sind.

Dorf

Geographische Lage

Ohne grenzt im Süden an den  Kreis Steinfurt  ( Nordrhein-Westfalen ) und im Osten an den  Landkreis Emsland . Die Nachbargemeinde  Samern umschließt den Ort im Norden und im Westen.

Die Gemeinde gehört der  Samtgemeinde Schüttorf  an, die ihren Verwaltungssitz in der  Stadt   Schüttorf hat.

Nachbargemeinden
sind  Samern Salzbergen   (Emsland)  und  Wettringen  ( Kreis Steinfurt , Nordrhein-Westfalen).

Geschichte

Das Gebiet wurde schon in der Altsteinzeit besiedelt. Der Ortsname wurde 1213 erstmals in einsilbriger Form „ON“ erwähnt. Die Gründung des Dorfes „Oen“ (Ohne) erfolgte durch  fränkische  Einwanderer in der  Karolingerzeit. Es ist ein  Haufendorf , das zugleich als  Wehrdorf diente. Die Gemeinde Ohne im äußersten Südosten bzw. Süden der Samtgemeinde  Schüttorf weist eine ausgeprägte, sehr kompakte dörfliche Lage auf und liegt direkt an einer Furt der  Vechte . Mit einem eigenständigen Dorfmittelpunkt oberhalb des Vechtetals ist die Siedlungsentwicklung von Ohne, anders als in den übrigen ländlichen Gemeinden, nicht durch Streulagen, sondern durch eine Häufung von Ansiedlungen und Gebäuden geprägt. Selbst die in Einzellage gelegenen Gehöfte weisen noch eine relativ große Nähe zur Dorflage mit Kirche, Spielkreis und sonstigen dorftypischen Einrichtungen auf. Am Rande der ursprünglichen Kernlage des Dorfes hat sich eine Ausdehnung der Siedlungsentwicklung vollzogen. Für die heutige Ausprägung war nicht zuletzt das Tal der Vechte mit seinem umfangreichen Überschwemmungsgebiet und in der jüngeren Vergangenheit die Hoflage in unmittelbarer Dorflage maßgeblich. Außerhalb der Dorflage wird das Gemeindegebiet durch weitläufige landwirtschaftliche Flächen (auch ohne Hoflagen) und im äußersten Westen durch die nach  Bad Bentheim  übergehenden Waldflächen geprägt.

Der Ort hat sich seine dörfliche Prägung erhalten. L 68 und K 25 halten den Durchgangsverkehr von der eigentlichen Dorfstraße fern. Der im Zentrum gelegene Dorfplatz, auf dem ehemals das Kriegerdenkmal stand, wird geprägt von altem Baumbestand: vier als Kopfbäume geschnittenen  Linden , eine weitere Linde mit normaler beschnittener Krone und zwei hochstämmige  Rotdorne . Der Platz erfüllt weiterhin Verkehrsfunktionen. Die Fahrspuren sind mit Natursteinen gepflastert, die Parkflächen mit rotem Pflasterklinker. Für die Fassaden der angrenzenden Gebäude wurden einheitlich rote Backsteine bzw. rote  Klinker verblendung verwendet.

Die Kirche des Ortes liegt untypischerweise nicht direkt am Platz, sondern in zweiter Reihe.
Vom Platz führt ein mit hochstämmigem  Rotdorn  bestandener Weg an der Rückseite der Kirche auf eine Holzbrücke über die  Vechte . Östlich des Flusses setzt sich der Weg, beiderseits von Hecken gesäumt, fort und endet als Radweg an der Kreisstraße. Zwei touristische Radwegeprojekte, die „Grafschafter Fietsentour“ und die „Vechtetalroute“, führen durch den Ort.

Unweit des Dorfes befindet sich der Windpark Quendorf (9,2 Megawatt), der im Mai 2013 fertiggestellt wurde.

 

In unserer schönen Grafschaft Bentheim gibt es faszinierende Wasserstraßen mit ihren Bauwerken, die man unbedingt einmal sehen muss.

Nordhorn-Almelo-Kanal

Lage

Der Kanal verläuft zwischen der deutschen Stadt Nordhorn und dem niederländischen Almelo . Auf der deutschen Seite ist er für kleine Boote noch bedingt befahrbar. Er hatte ursprünglich eine Sohlbreite von 7,5 m, an der Oberfläche betrug die Breite 13,9 m. Der Kanal war 33 km lang.

Kurz vor der Grenze befindet sich die einzige deutsche Schleuse, die Schleuse Frensdorfer Haar . An der niederländisch-deutschen Grenze steht am Nordufer das alte Zollamt . In Nordhorn befinden sich verschiedene Kanalhäfen, die von der Textilindustrie genutzt wurden, so der Klukkert-Hafen , der heute wieder über einen Anleger und eine Slipanlage für die Freizeitschifffahrt verfügt.

In Harseveld befindet sich das Schuivenhuisje , ein Stauwehr , über das dem Kanal Wasser von dem Fluss Dinkel zugeführt wird, um den Wasserstand im Kanal zu regulieren. Der Kanal ist in Nordhorn mit der Vechte und über den Verbindungskanal mit dem Ems-Vechte-Kanal verbunden.

Geschichte

Der NAK ist Teil des Linksemsischen Kanalnetzes, welches zwischen 1870 und 1904 erbaut wurde. Anlass für seinen Bau war ein Vertrag zwischen den Niederlanden und der preußischen Regierung aus dem Jahr 1876, der die Kanalverbindungen zwischen den beiden Ländern regelte. Bis in die 1850er Jahre fand der lokale Schiffsverkehr auf der Vechte statt, die aber zunehmend versandete. Der NAK wurde auf der niederländischen Seite am 8. Februar 1889 und auf der deutschen Seite 1904 fertiggestellt. Durch die geringe Tiefe blieb er für die überregionale Schifffahrt unbedeutend. Die Kähne hatten eine Tragfähigkeit von bis zu 200 Tonnen. Der letzte Torfkahn fuhr im Jahr 1960 durch den Kanal. Heute dient er immer noch der Entwässerung der Moore, und seit der Schließung hat sich ein Biotop für Pflanzen, Fische und Wasservögel entwickelt.

Der Nordhorn-Almelo-Kanal einschließlich des Klukkert-Hafens und der begleitenden Alleen steht unter Denkmalschutz . Außerdem bilden der Nordhorn-Almelo-Kanal, die Verbindungs- und die Grenzschleuse, die Zollabfertigung und das alte Zollhaus an der niederländischen Grenze eine Gruppe baulicher Anlagen und sind nach § 3 Abs. 3 NDSchG ein Baudenkmal .

Nordhorn-Almelo-Kanal
Der Nordhorn-Almelo-Kanal (Abkürzung: NAK) ist eine Teilstrecke des Linksemsischen Kanalnetzes , Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, Haselünner Straße 78, D-49716 Meppen
Tel: +49 (0)5931/406-141

Gestern
1901-1905 Bau des Nordhorn Almelo Kanals


Bilder Regtop, Snippe

Grenzschleuse im Nordhorn-Almelo-Kanal (NAK)
„Schleuse Frensdorfer Haar“

Erbaut in den Jahren 1903 bis 1905 als letzte der 20 Schleusen im System der linksemsischen Kanäle. Die Schleuse diente als künstliche Wasserscheide; das heißt, sie verhinderte ein Hin- und Herströmen des Wassers im Kanal und ein Eindringen von Hochwasser. Ein Erddamm im NAK an der Grenze nahm der Schleuse inzwischen diese Aufgabe.

Ungewöhnlich ist die Anordnung der Tore, bestehend aus zwei Stemmtorpaaren und den außen liegenden zweiflüge­ligen Höchwasserschutztoren (seinerzeit aus Kostengrün­den). Geschleust wurde mit jeweils einem Torpaar auf einer Seite und dem gegenüberliegenden Hochwassertor, eine Methode, die recht ungewöhnlich war.

Gesamtlänge ca. 62 m, lichte Durchfahrtsbreite 6,50 m. Die massiven Schleusenhäupter und Schleusenwände ruhen auf Reihen aus rd. 30 cm starken auch heute noch sehr „kernigen“ Holzpfählen. Die bauchige Form der Schleusen­kammer erlaubte es, neben einem größeren Schiff noch ein kleineres mit zu schleusen. Die Schleusentore aus Stahl sind mit je einem Schütz versehen. Über dem nordöstlichen Schleusenhaupt befand sich ursprünglich eine Holzbohlen­brücke, die nach dem 2.Weltkrieg durch eine Stahlbeton­platte ersetzt wurde; zuletzt auf Grund erheblicher Schäden auf 3 t herabgestuft. Die Gesamtanlage wurde 2003/04 auf­wändig durch die Linksemsische Kanalgenossenschaft (LKG) mit anteiligen Mitteln der Europäischen Union (Ent­wicklung typischer Landschaften und der ländlichen Räume - ETLR) restauriert. Bei der Straßenbrücke wurde neben den Widerlagern der gesamte Überbau mit stähler­nen Längsträgern und aufliegendem hölzernen Überbau wieder hergestellt. Heutiger Betreiber ist der Nieder­sächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Küstenschutz (NLWK) mit seiner Betriebsstelle in Meppen. Die „Schleuse Frensdorfer Haar“ ist als Baudenkmal ein­gestuft.

 

Grenssluis im Nordhorn-Almelo-kanaal (NAK)
Sluis Frensdorfer Haar

Deze sluis werd in de jaren 1903 tot 1905 als laatste van 20 sluizen van het linksemsische kanalenstelsel gebouwd. De sluis dient als kunstmatige waterscheiding; dit wil zeggen, dat ze aan de ene kant het heen - en weerstromen van het water in het kanaal verhindert en aan de andere kant het in- dringen van het hoogwater voorkomt. Een dam in het ka­naal aan de grens heeft deze funktie overgenomen.

De opstelling van de deuren is heel buitengewoon: er zijn twee paar puntdeuren en de buiten liggende hoogwater- kering als tweevleugelige deuren. Het schütten gebeurde met een paar deuren aan de ene kant en de tegenover- liggende hoogwaterdeur, een manier die vrij onbekend was. De sluis heeft een totale lengte van 62 m met een door- vaartbreedte van 6,50 m.

De massieve sluizenhoofden en kolkwanden liggen op een nog steeds zeer goede fundering van houten palen met een diameter van 30 cm. De ronde vorm van de sluiskolken maakt het mogelijk grote schepen samen met kleinere schepen te schütten. De stalen sluizendeuren zijn voorzien met een schuif.

Oorspronkelijk was er een houten brug over het noord- oostelijke hoofd van de sluis. Deze brug werd na de tweede wereldoorlog door een gewapend-beton brug vervangen en het maximaal toelaatbare gewicht is 3 ton.

Het hele complex werd in 2003/04 grondig door de Links­emsische Kanalgenossenschaft (LKG) deels met middelen van de Europese Unie (Ontwikkeling van landschap en regio) gerestaureerd. Bij de verkeersbruggen heeft men naast de landhoofden ook de gehele bovenbouw met stalen liggers en houten balken gerenoveerd. Het Nieder­sächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Küs­tenschutz (NLWK) in Meppen is nu voor het onderhoud ver- antwoordelijk.

De „sluis Frensdorfer Haar“ geldt als monument.

Heute


Bilder Vorrink, Albers

Morgen ?

 

Das Wahrzeichen der Wasserstadt Nordhorn

Die Jantje, ein sehr schönes Fotomotiv in der Adventszeit

 

„Ock wenn’t Jammer is, dat wij et leste Joar denn Wiehnachtsmarkt missen munn’n, woll’n wij doch met ounse „Konzept“ van Lecht ien de Vöarwiehnachtstied föar ‘ne Atmosphäre sorgen, woar men sick good bij föölt“ segg denn Baas van’n VVV Notthoarn, Matthias Bönemann. „Enn et is ’n nijt Element, wat ien de Oagen sprijnk, ümdat et ien’t rechte Lecht sett’t wodden is“ meent Andreas Kinser, de Vöarsitter van Graf-Ship, en segg vedann, dat dit Unnernemmen van Stadt, VVV en Graf-Ship bij dee Löö, dee dat see’t ’n Glimmlachen up’t Gesicht bräink.

 

Als „rundum gelungen“ lobte Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling die „Jantje“-Beleuchtung. „Auch wenn wir dieses Jahr leider auf den Weihnachtsmarkt verzichten müssen, wollen wir mit unserem Beleuchtungskonzept in der Innenstadt für vorweihnachtliche Wohlfühlatmosphäre sorgen“, sagt VVV-Geschäftsführer Matthias Bönemann. Neues Element und optisches Highlight in diesem Beleuchtungskonzept ist die illuminierte „Jantje“. Graf-Ship-Vorsitzender Andreas Kinser sprach von einem „schönen Gemeinschaftsprojekt“, das den Citybesuchern „ein Lächeln aufs Gesicht zaubern“ könne.  Danke Matthias Bönnemann

 

De Jantje

De Jantje is en Plattbodenschipp van dat Ssoart Steilsteven en is ien dat Joar 1923 ien Delftziel baut en as Mabé ien Deenst sett’t wodden. Noa kotte Tied wööd se ien Neelzje ümdöpt enn dööt doarnoa eären Deenst as Frachtsegelschipp up de dumoalige Zuiderzee (watt vandage dat iJsselmeer is), de Friesschen Meere, WaddenZee en de Knöale van de Nederlande. 1958 wööd d‘r ’n 80 PS Kromhout Dieselmetoar ienbaut enn 1969 as Frachtschipp toloaten. Ümdat se nich meär as 60 to laan düs, kunn se nich met de grötteren Schippe methollen enn wööd doarüm ut’n Deenst nömmen enn ann Laund sett‘t. Millen van de 70er Joaren wööd et dat eärste moal probeärt, dat Schipp weär terechte te maken. Man denn Besitter mekeärde et an’t Gäild. 1976 is he kepottgoan en dat Schipp köimp met 8000.- Gülden unnern Hamer. Denn Köaper hadde de wall hel wat met föar, man de Wind was de wanner weär ut. Van millen van de 80er Joaren off an dümpelte dat Schipp so föar sick henn und wööd met de Tied met veschillen Gerack fullpackt. Wo dissen Besitter 2009 störw, achterlööt he siene Arwen n’n rummelig Schipp, wat se so gauw at’t günk weär qwiet wollen. To de Tied spröcken n’n paar Lö, de noch wat up de Beene stellen wollen en sick föar dat „Projekt Wasserstadt Nordhorn“ iensedten Graf Ship an. Doarbij dachten se an en Schipp met ne kläine Weärtschup, wat an eene van Ollers her aule Stee, denn „Aulen Hafen“ föar de Aule Kark ien Notthoarn, liggen sull.. Man gauwe was kloar, dat dat met Gäild, wat de Löö so gewen wollen, nich ümtesetten was. Man ’n Schip sull et ween. En so stöttden se up Jantje. Alle wüssen, dat hier n’n Schip was, wat d‘r up wochte ut’n Schloap halt to wönnen. Doarbij heff Udo Bernsen scharp vehaundelt en kunn denn Pries noch heel wat drücken. Doarnoa hadde dat Schipp weär nen nijen Besitter. ‘N bestäilden Ambachtsmann kunn beleggen, wat de meesten all dacht han’n, de Jantje is n’n Schat, een van de lesten unvebauden Schippe van dat Ssoart Steilsteven. Doarmet was ock kloar, dat an an dat Schipp nicks veannert wönnen düss. Dat Schipp sull een schwömmend Däinkmoal ien Notthoarn ween, wat ock föart. So wööd se, met nije Farwe an’n 03.1.2009 noa Notthorn bracht un an’n Aulen Hafen met heel wat Gedoo up’t Water bracht. Noa ne hooge Tal an Joaren lag nou weär ’n Schipp an de Stee, woar froger ien Notthoarn ock de Schippe fastmöken. De Löö ien Notthorn en ümto wan’n best tefree met dat Schipp en wenneär was et „ounse Jantje“. De Stadt Notthoarn en de Ambachtslöö, de d‘r met te doon hadden, hebt best tohoape warkt, üm de Stee föar den „kleinen grünen Frachter“ (Zitat GN) torechte te maken. De meeste Tied vebrengt Jantje wall up disse Stee. Man 4 – 5 Moal ient Joar, at woar watt besünners lös is, velat se den Hafen üm as „schwimmender Sympathieträger“ föar Notthoarn ien‘t Ümland unnerweggens to ween.

 

 

Jantje

Die Jantje ist ein Plattbodenschiff vom Typ Steilsteven und wurde 1923 in Delftzijl gebaut und als Mabé in Dienst gestellt. Nach Kurzer zeit wurde sie in Neeltje umgetauft und verrichtete dann ihren Dienst als Frachtsegelschiff auf der damaligen Zuiderzee ( dem jetzigen Ijsselmeer ), den Friesischen Meeren, der Waddenzee und den Kanälen der Niederlande. 1958 wurde sie mit einem 80 PS Kromhout Diesel versehen und erhielt bis 1969 eine Zulassung als Frachtschiff. Mit einer Ladefähigkeit von 60 to war sie aber schon längs nicht mehr konkurrenzfähig und so wurde diese Genehmigung auch nicht mehr verlängert und Jantje aufgelegt. Mitte der 70er Jahre des vorigen jahrhundert wurde der erste Versuch einer Restaurierung unternommen, dieser scheiterte aber an der Insolvenz des Besitzers. 1976 wurde es dann für sage und schreibe 8000.- Gulden aus der Konkursmasse verkauft. Der neue Eigner ging mit großem Schwung daran die Jantje wieder herzustellen, aber sehr schnell erlahmte dieser Elan. Ab Mitte der 1980er Jahre dümpelte die Jantje nur so vor sich hin. Der Laderaum füllte sich mit allerlei Krimskram von dem der Eigner wohl dachte, dass er ihn irgendwann für das Schiff gebrauchen könne. Als er 2009 verstarb hinterließ er ein rummeliges Schiff und eine Erbengemeinschaft, die nur eins wollte: Jantje schnell loswerden. Zu diesem Zeitpunkt traten einige engagierte Bürger an Graf Ship heran mit dem Wunsch heran, etwas für das Projekt „Wasserstadt Nordhorn“ zu tun. Ihnen schwebte ein Restaurantschiff am historischer Stelle, dem “Alten Hafen“ an der Marktkirche vor. Schnell war klar, dass mit den vorhandenen Spendengeldern diese Idee nicht zu verwirklichen war, aber ein Schiff sollte es trotzdem werden. In dieser Situation stießen wir auf Jantje. Sofort war den Beteiligten klar, dass hier ein Dornröschen auf seinen Kuss wartete. In scharfen Verhandlungen konnte Udo Bernsen den Preis noch drücken und schließlich wechselte das Schiff seinen Besitzer. Ein bestellter Gutachter bestätigte uns, was wir schon vermutet hatten: die jantje ist ein Schatz, eines der letzten unverbauten Schiffe vom Typ Steilsteven. Damit war ach klar, dass jegliche angedachte Umbaupläne ad acta gelegt würden. Die jantje sollte ein schwimmendes Denkmal führ Nordhorns maritime Geschichte werden. Allerdings auch ein fahrendes. So wurde sie gestrahlt und lackiert und am 03.11.2009 nach Nordhorn gebracht und am Alten Hafen in einer spektakulären Aktion zu Wasser gelassen. Nach vielen, vielen Jahren lag wieder ein Frachtschiff im an der historischen Stätte. Die Bevölkerung nahm das Schiff begeistert auf, im Nu war es „unsere Jantje“. Die Stadt Nordhorn und alle anderen beteiligten Behörden arbeiteten gut zusammen um einen schönen Liegplatz für den „kleinen, grünen Frachter“ (Zitat GN) herzurichten. Die meiste zeit wird Jantje an diesem neuen Anleger am Alten Hafen verbringe. Aber 4-5 Mal im Jahr wird sie zu besonderen Anlässen ihren Liegeplatz verlassen und als schwimmender Sympathieträger für Nordhorn in der Region unterwegs sein.

 

 

 

Dat Loarsche Leed

van Steven Lambers ut Loar

(Melodie: Woar de Nordseewellen trekken … )

 

1. Loar, du mooije Dörp doar an denn Vechtestrand,
woar de Möll‘ te seen is doar so wiet ien’t Laund.
Woar Nijjoar de Noabers goat van Huus to Huus.
Doar is miene Heimat, doar bin ick to Huus.

 

2. Alltied will wij frömde Löö hier geärne seen,
en ick magg hier alle Dage geärne ween.
Man bin ick up Räise, en et Loar is wiet,
wodd ick de G’dachten an ouns Loar nich quiet.

 

3. Woar de meesten Löö noch geärne Plattdüütsch proat,
en ock faker wall dat hollaunsch good vestoat.
Woar kott bij de Mölle ligg dat Heimathuus,
doar is miene Heimat, doar bin ick to Huus.

 

4. At ick moal weär dann soawiet van Huus weg bin,
kump ouns mooije Loar mij foart weär ien denn Sinn.
En ick freu mij alltied, at‘ weär geet noa Huus.
Doar is miene Heimat, doar bin ick to Huus.

 

 

 

Laar (Grafschaft Bentheim
Niedersachsen Landkreis Grafschaft Bentheim Samtgemeinde Emlichheim

Laar ist eine  Gemeinde im  Landkreis Grafschaft Bentheim in  Niedersachsen und gehört der  Samtgemeinde Emlichheim an.

Laar liegt nordwestlich von  Nordhorn in unmittelbarer Nähe zur Grenze mit den  Niederlanden in der Grafschaft Bentheim. Die  Vechte fließt durch den Ort. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Emlichheim an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde  Emlichheim hat. Mit 51 km² ist Laar die flächenmäßig größte Gemeinde innerhalb der Samtgemeinde.

In der Gemeinde Laar liegt das  Naturschutzgebiet  Laarsche Bruch.

Die Gemeinde Laar grenzt im Süden an die Gemeinden  Wielen und  Wilsum, im Osten an die Gemeinde Emlichheim, im Norden an die niederländische Gemeinde und Stadt  Coevorden und im Westen an die niederländische Gemeinde und Stadt  Hardenberg.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Laar besteht aus sechs Ortsteilen: Agterhorn, Echteler, Eschebrügge, Heesterkante, Laar und Vorwald.

 

Der Ort Laar war von jeher verknüpft mit dem  Haus Laar, das 1227 als Besitz des Grafen von Bentheim  Balduin I. erstmals erwähnt und das in diesem Jahr bei kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Burggrafen von Coevorden und dem Bischof von Utrecht zerstört wurde.

Haus Laar um 1900 in der Grafschaft Bentheim

Auf dem Gemeindegebiet entsteht seit 2009 der  Europark, ein grenzüberschreitendes Industriegebiet zwischen Coevorden und Emlichheim, unter anderem mit einem Hafen und einem öffentlichen Bahnterminal sowie dem Containerumschlagplatz EuroTerminal. Dieses  Güterverkehrszentrum (GVZ) soll in der 3. Ausbaustufe 350 Hektar Ansiedlungsfläche umfassen.

Das Wahrzeichen der Gemeinde ist die Mühle im Zentrum von Laar.

Laar hat eine Grundschule und einen angrenzenden Kindergarten. Größter Sportverein ist der SV Grenzland Laarwald.

Den Namen Laar könnte man erklären mit dem altniederländischen Wort laar für Lichtung oder leere Stelle im Wald. Es existiert auch die Deutung als „grasreicher Platz in tiefer Lage“.

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Agterhorn, Echteler, Eschebrügge, Heesterkante und Vorwald eingegliedert.

Obwohl Laar ein kleiner Ort ist, gibt es drei Kirchengemeinden: die  evangelisch-reformierte Kirche, die  katholische Kirche und die  evangelisch-altreformierte Kirche.

 

Grenzüberschreitendes Projekt bei Laar: Vechte soll ökologisch verbessert werden

Der Landkreis Grafschaft Bentheim plant gemeinsam mit der niederländischen Waterschap „Vechtestromen“ eine ökologische Verbesserung der Vechte. Die Maßnahme wird im Grenzbereich zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Niederlanden im Gebiet der Gemeinde Laar (Samtgemeinde Emlichheim) durchgeführt.

Um die geplante Gewässerentwicklung der Vechte in diesem Teilbereich der Gesamtmaßnahme erreichen zu können, werden bei Laar am südlichen Ufer der Vechte Uferbefestigungen von ca. 500 Meter entnommen und am nördlichen Ufer auf einer Länge von ca. 250 Meter Totholzelemente eingebaut.

Zusammen mit diesen Maßnahmen wird auch eine 250 Meter lange Verwallung nördlich des Flusslaufes auf deutschem Gebiet rückverlegt. Zusätzlich wird eine Fläche von ca. 2,5 ha zwischen Flusslauf und neuer Verwallung zwecks einer Auenentwicklung abgegraben werden.

Zur Umsetzung des Gesamtvorhabens wird auf niederländischer Seite eine neue Vechteschleife (Mäander) angelegt werden.

Die Kosten der Maßnahme belaufen sich auf deutscher Seite auf etwa 380.000 Euro. Der Landkreis Grafschaft Bentheim erhält für diese Maßnahme Zuschüsse. 50 % der Kosten werden von der EU, 40 % der Kosten vom Land Niedersachsen getragen. Der Landkreis Grafschaft Bentheim beträgt somit 10 % der Gesamtkosten.

Nachdem der Zuwendungsbescheid des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vorliegt, konnte das Bauunternehmen beauftragt werden. Nun wird zügig mit der Umsetzung der Gesamtmaßnahme begonnen werden.

GN Bild

Kommen Sie an Bord unseres Vechtezomps!

Wir bieten einzigartige grenzüberschreitende Bootsfahrten auf einem historischen Plattbodenschiff für Gruppen und Einzelpersonen an. Genießen Sie die unberührte Natur und faszinierend vielfältige Landschaft an der Vechte vom Wasser aus. Ein einzigartiges Erlebnis! Und unsere freundlichen Skipper erzählen Ihnen unterwegs alles über die ruhmreiche Geschichte der Vechte.

Möchten Sie einen unvergesslichen Tag im Vechtetal verbringen? Auf dem Vechtezomp können Sie einzigartige Tagesauflüge zu den unterschiedlichsten Anlässen organisieren. Stellen Sie Ihre ganz persönliche Bootsfahrt zusammen! Wir bieten öffentliche Fahrten nach Laar (Deutschland) und Gruppenfahrten nach Hardenberg, Coevorden oder De Zwiese an. Möchten Sie Ihre Bootsfahrt erweitern? Mit unseren speziellen Arrangements wird Ihr Tagesausflug zum echten Highlight! Kombinieren Sie Ihre Vechtezomp-Fahrt beispielsweise mit einer zünftigen Bierverkostung.

Wir bieten sowohl öffentliche Fahrten als auch Gruppenfahrten an. Die öffentlichen Fahrten führen nach Laar (Deutschland) und können in der Hochsaison täglich gebucht werden – eine wunderschöne Bootsfahrt auf der Vechte! Unsere Gruppenfahrten führen nach Laar (Deutschland), Coevorden (Provinz Drenthe), Hardenberg (Provinz Overijssel) und in alle dazwischenliegenden Orte.

Möchten Sie noch mehr erleben in  Gramsbergen und an der Vechte? Sehen Sie sich unsere Arrangements an! Damit ihr Tagesausflug zum unvergesslichen Erlebnis wird.

Praktische Informationen:

Unser Zomp ist mit einem Elektromotor ausgestattet und für bis zu 30 Passagiere zugelassen. Das deutsche Schwesterschiff kann bis zu 25 Personen (insgesamt 55 Personen) befördern. An Bord befindet sich ein Lift, wodurch pro Fahrt 2 Rollstuhlfahrer befördert werden können. Die Batterien des Elektromotors werden über Solarzellen aufgeladen. Eine umweltfreundliche Alternative! Unter „Buchen“ können Sie die Verfügbarkeit der jeweiligen Fahrt prüfen. Entdecken Sie die zahlreichen Möglichkeiten – von der einfachen Bootsfahrt bis hin zu kompletten Tagesausflügen mit historischem oder kulturellem Hintergrund. Informieren Sie sich, wir helfen Ihnen gerne weiter! Möchten Sie mitfahren? Jederzeit gerne! Aber sagen Sie uns bitte vorab Bescheid.

 

GN 7.01.2021, Laar: Das öffentliche Leben steht nicht still

Auf den Haltepunkt Laarwald beim Schienen-Personen-Nahverkehr
setzen die Laarer ihre Hoffnung. Foto: Meppelink

 

 Von Susanne Menzel

Laar Einiges fällt flach, anderes wird verschoben - aber das öffentliche Leben steht trotz der Corona-Pandemie auch in der Grafschaft nicht gänzlich still. So wurde beispielsweise in Laar „doch einiges realisiert“, wie der ehrenamtliche Bürgermeister Gerhard Trüün unterstreicht.

Wirtschaftswegebau fortgeschrieben

Allem voran der Wirtschaftswegebau wurde fortgeschrieben. „Wir haben in diesem Bereich ja etliche Kilometer vor der Brust“, zeigt Trüün auf. Im vergangenen Jahr wurde in diesem Zusammenhang der Timmerweg auf einer Länge von 700 bis 800 Metern erneuert. „Das war eine Investition von rund 120.000 Euro“, rechnet der 54-Jährige vor. Darüber hinaus sei der Bauhof beispielsweise am Weg Zum Velgenhorst aktiv gewesen und habe an anderen Ecken „diverse kleine Abschnitte selbst ausgebessert oder überarbeitet“.

Sicherung der Bahnübergänge

Unter dem Stichwort „Zugverbindung“ sehen die Planungen eine sukzessive Sicherung der Bahnübergänge vor. Für die Jahre 2019/20 standen die Umsetzung Bahnkampstege und Stege auf dem Programm. „Das zieht sich nun allerdings ins Jahr 2021 hinein“, sagt Gerhard Trüün. Als dritter Übergang kommt jetzt noch der Knüvendiek hinzu.

Wie in den anderen Gemeinden und Kommunen der Grafschaft Bentheim ist der Breitbandausbau eines der beherrschenden Projekte dieser Tage. „Innerhalb des Ortes ist der eigenwirtschaftliche Teil bereits erfolgt. Aktuell läuft der weitere Ausbauabschnitt in Stufe 2. Da sind wir mitten drin in der Vermarktung. Bis zum 5. März ist unser Ziel, eine Anschlussquote von 55 Prozent zu erreichen“, macht der Bürgermeister klare Vorgaben.

Vermarktung Breitbandausbau

Mit Spannung wartet die Gemeinde auf die Umsetzung der Pläne für die neue Feuerwehr. „Die Rahmenbedingungen sind geschaffen, dem Baustart steht nichts mehr im Wege“, so Trüün. Wann es allerdings los geht, vermochte er nicht zu sagen. „Das ist Sache der Samtgemeinde Emlichheim. Wir in Laar sind insofern daran beteiligt, als dass wir das Grundstück zur Verfügung gestellt haben.“

Rege Bautätigkeit

Einen Bogen über mehrere Jahre spannt die Bautätigkeit in der Gemeinde. Fünf Grundstücke stehen noch im Baugebiet Hoher Esch zur Verfügung. Aber Laar habe vorgesorgt, verrät Gerhard Trüün: „Wir haben im vergangenen Jahr Erwerbe von Flächen für eine weitere Entwicklung vorgenommen. Wo, was und wie viel, dazu möchte ich noch nichts sagen. In diesem Jahr könnten dazu aber noch die Planungsverfahren angestoßen werden“, hält sich der Gemeindechef bedeckt.

Beim Wirtschaftswegebau wolle man in den nächsten Monaten schauen, „wie wir eine Erneuerung des Weges am Bahndamm hinbekommen, für den es keine öffentliche Förderung gibt“. Ein weiterer „schwerer Brocken“ sei die Brücke „Wöstener Schulweg“, deren Verkehrssicherheit bemängelt wurde. Die Überquerung ist in die Jahre gekommen, die Tragfähigkeit für die Zukunft nicht mehr gesichert. „Eine Sanierung kostet schnell mal um die 200.000 Euro. Da müssen wir eine Lösung finden“, weiß Gerhard Trüün.

Geplant im Bereich Infrastruktur ist in den nächsten Monaten zudem der Teil-Endausbau des Gebietes Hoher Esch, in dem sich insgesamt 26 Bauplätze befinden.

Hoffnung auf Haltepunkt

Hinsichtlich des Schienen-Personen-Nahverkehrs richten die Laarer ihre Hoffnungen darauf, dass die Gemeinde in Laarwald zum Haltepunkt am Standort des jetzigen Bahnhofes erklärt wird. „Es handelt sich um das älteste Bahnhofsgebäude in der Grafschaft. Dort einen Haltepunkt einzurichten, erhöht natürlich die Chancen, dass sich für den Baukörper ein Investor findet“, weiß Trüün. Und zudem wäre eine weitere Fliege mit dieser „Klappe“ geschlagen: die Erschließung des Europarkes wäre dadurch gesichert.

Lastenverteilung bei Kindergärten

Eine große Aufgabe nicht für die Gemeinde, sondern in der Kommunikation zwischen Land und Kommunen sieht Politiker Trüün hinsichtlich der Lastenverteilung bei den Kindergärten. „Die aktuellen Finanzstrukturen bereiten mir Sorgen. Sorgen auch für die Zukunft“, unterstreicht er ausdrücklich. „Wir stellen im Teilergebnishaushalt für 2020/21 ein Defizit von 230.000 Euro fest. Da schlagen steigende Personalkosten sowie beispielsweise auch ein erweitertes Betreuungsangebot zu Buche. Ich will die Wichtigkeit dieser Ausgaben und Maßnahmen auf keinen Fall in Frage stellen“, aber bei deren Finanzierungen sollte über andere Parameter nachgedacht werden, regt er an.

Eine gute Nachricht noch (fast) zum Schluss: „Das Kleingewerbegebiet entwickelt sich sehr positiv“ verrät der Bürgermeister. Ross und Reiter will er aber erst zu einem späteren Zeitpunkt nennen: „Es werden noch diverse Gespräche geführt, deshalb ist noch nichts offiziell.“

Ob der 54-jährige Gerhard Trüün bei der Kommunalwahl im Herbst erneut antreten wird? Hierzu gibt er derzeit weder ein „Ja“ noch ein „Nein“ als Antwort. „Ich muss dazu demnächst ein paar Gespräche führen. Ende Februar werde ich eine Entscheidung getroffen haben.“

 

Dat Boot is in Loar ankommen un Schipper Jan segg: „ Nou is usse Reise to Ende kleenet Müsewichtken. De Steene weärd aflad. Kiek es, de näije Molle is all boll kloar, dann könnt de Buuren met de Rogge off de Wittwäiten kummen. Un roop nou es Adi Adebar, denn Storch, de brengt di weer noa t'Huus. Adi Adebar kann heel wiet flegen. Bevöar de koalen Wmtedage koumpt flögg he in de Länder woar et mooij warm is. Men in't Vöarjoar koump he alltied weer trügge. He is immer bliede, wenn he weer hier is, hier is he in't Haus . "Adi! Adi!" röpp Pieps. Doar koump denn groaten mootjen Storch all anfloagen. „Brengs du mi noa t'Huus?" froag Pieps. „Hüpp up mien'n Rügge, du kleenet Müsken , segg Adi Adebar, „un woar sali ick di nou henbrengen?" „ Ick will weer trügge noa miene Femilje un noa miene Fronde. Wi wunnt unner de groate Burg in Bempen. Wi mött nou gaue anmaken. Ick hebb miene Ollern vesprocken, dat ick vöar't Düsterweärn weer in t 'Huus bin , segg Pieps.

 

Das Boot ist in Laar angekommen. Schiffer Jan sagt: „Hier ist dein Abenteuer zu Ende, kleines Mäusemädchen. Die Steine werden jetzt abgeladen. Sieh nur, die neue Mühle ist schon fast fertig. Bald können die Bauern mit ihrem Korn kommen. Ruf nun Adi Adebar, den Storch. Er bringt dich wieder nach Hause. Adi Adebar kann sehr, sehr weit fliegen. Jedes Jahr, wenn der Winter kommt, macht er sich auf eine Lange Reise. Er fliegt in Länder, in denen es schön warm ist. Aber wenn der Winter bei uns vorbei ist, kommt er zurück. Hier ist er glücklich und darum ist hier seine Heimat." „Adi! Adi! , ruft Pieps. Schon kommt der große, wunderschöne Storch angeflogen. „Fliegst du mich nach Hause? ,wünscht sich Pieps. „Hüpf auf meinen Rücken, kleine Maus , klappert Adi Adebar. „Sag, wohin soll ich dich bringen? „Ich will zurück zu meiner Familie und meinen Freunden. Wir wohnen am Fuße der großen Burg Bentheim. Wir müssen uns beeilen. Ich habe meinen Eltern versprochen, dass ich bevor es dunkel wird wieder zu Hause bin , erklärt Pieps.

Liebe Plattpoater,

Helga Wellen hat ein sehr schönes Büchlein herausgebracht in dem sie unseren Kindern die Grafschaft näher bringt. In Plattdeutsch + Hochdeutsch. Erhältlich ist es generell immer für den Postversand unter der Emailadresse, helga.wellen@gmx.de, und per Telefon unter 059221654.

Folgende Verkaufsstellen gibt es in der Grafschaft: , Bad Bentheim: Burg Bentheim, Kleine -Ruse, Touristinformation, Gildehaus: Hölscher&Beernink, Schüttorf: Moldwurf, Nordhorn: „Aus Liebe zum Buch, VVV Nordhorn, Uelsen: Mine´s Buchhandlung, Emlichheim Borghorst-Unverfehrt, Verein Vier an der Vechte, Es kostet 9,90€

2020

Einmal Grafschafter Platt anklicken und schon
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Danke Marco Titze

 

Plattdeutsche Autoren und ihre Themen - Vier Beispiele aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim

von Linda Wilken

Während Plattdeutsch als Alltagssprache im Emsland und in der Grafschaft Bent­heim zunehmend an Bedeutung verliert, hat Niederdeutsch als Kultursprache noch immer einen hohen Stellenwert. Neben den zahlreichen Theatergruppen und Kon­zertangeboten erfreut sich plattdeutsche Literatur großer Beliebtheit. Lesungen im Rahmen von Heimat- oder Kulturabenden locken viele Besucher an. Im gesamten norddeutschen Raum werden Vertreter innovativer Sprachkünstler ausgezeichnet. Macher von Poetry-Slams oder Live-Hörspielen versuchen, Plattdeutsch in zeitge­mäße Formate zu übertragen. Doch bei näherer Betrachtung ist zuzugeben, dass plattdeutsche Literatur einen verschwindend kleinen Teil des deutschen Buchmarktes ausmacht. Die meisten Neuerscheinungen der letzten Zeit waren Neuauflagen älterer Werke oder Übersetzungen hochdeutscher Romanklassiker sowie bekannter Erzählungen und Märchen. Zudem ist die Popularität plattdeutscher Bücher häufig auf die Sprachregion der jeweiligen Autoren begrenzt, da im Plattdeutschen keine überregionale Schriftsprache existiert.'

Vor dem Hintergrund dieser regionalen Begrenztheit stellt sich die Frage, ob plattdeutsche Literatur einen nachhaltigen Einfluss auf die Popularität und den Erhalt der niederdeutschen Sprache haben kann. Exemplarisch für zahlreiche Dichter des Emslandes und der Grafschaft Bentheim sollen an dieser Stelle vier Autoren vorgestellt werden, deren Texte sich bis heute großer Beliebtheit erfreuen und vor einigen Jahren neu aufgelegt und in hoher Auflage verkauft wurden. Was sind ihre Themen und wodurch zeichnen sich ihre Werke aus?

Albert Trautmann - der aufmerksame Beobachter

Lange blieb die Veröffentlichung niederdeutscher Texte emsländischer und Grafschafter Autoren auf Zeitungen, Zeitschriften und Heimatkalender beschränkt. Erst mit dem Aufkommen der Heimatbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand ein Umschwung statt, plattdeutsche Literatur erfreute sich wachsender Beliebtheit. 1910 erschienen die „Hümmlinger Skizzen” des Heimatdichters und Apothekers Albert Trautmann. Seine Geschichten mit plattdeutschen Dialogen wurden 2010 zum 100-jährigen Jubiläum der Erstveröffentlichung vom Emsländischen Heimatbund neu aufgelegt.

Trautmann kam 1867 in Sögel zur Welt und starb 1920 in Werlte. In der „Pillenburg“, wie er seine Apotheke in Werlte scherzhaft zu nennen pflegte, hatte er ausreichend Gelegenheit, die Hümmlinger und ihre Mentalität mit ihren Stärken und Schwächen zu beobachten. Der Inhalt der „Hümmlinger Skizzen“ umfasst Charakterstudien und Umweltbeschreibungen. Trautmann „zeichnet“ naturgetreue, ungeschminkte Bilder von echten Hümmlinger Bauern, Handwerkern, Heuerleuten und Arbeitern, wie sie um 1900 noch in den Heidedörfem und auf einsamen Höfen lebten und ihm auf Wald- und Heidewegen begegneten.

Trautmann wurde häufig gelobt für seine „treffsichere Beobachtungsgabe, das tiefe psychologische Verständnis, die hervorragende Gestaltungskraft (...) und vor allem den wahrhaft goldenen Humor, der das Ganze im milden Schein verklärt, wie die scheidende Sonne an schönen Herbstabenden die weiten Flächen des Hümm­lings noch einmal umfängt (...)“. Er wollte auch erzieherischen Einfluss ausüben und die von ihm kritisierte „Trunk- und Klatschsucht, Angeberei, leichtsinnige Unterschriften, Quacksalberei und Aberglaube“ bekämpfen. Daher wurde er als „väterlich besorgter liebevoller Mahner und Warner“ seiner Landsleute betitelt. Der Historiker Helmut Lensing beschreibt Trautmann als gesellige Frohnatur und guten Erzähler, der mit der Ausdrucksfähigkeit seiner Erzählungen, der Treffsicherheit seiner Schilderungen der Hümmlinger Bewohner und der dortigen Zustände des beginnenden 20. Jahrhunderts hervorstach.

Trautmann war auch in Vereinen und Organisationen aktiv. Er war federführend bei der Gründung des Hümmlinger Heimatbundes am 27. Dezember 1911, gemeinsam mit dem Sögeler Pfarrer Bernard Husmann. Der Bund verfolgte mit dem Theikenmeer als Mittelpunkt große Pläne. An dem 1913 angekauften Meer mit 60 Vierupsaat anliegendem Land sollte ein Bauernhof mit Nebengebäuden, Heuerhäusern und Stallungen erstehen. Damit sollte eine Vorstellung vom früheren Leben auf dem Hümmling vermittelt werden. Diese Pläne wurden durch den Aus­bruch des Ersten Weltkrieges und den frühen Tod Trautmanns zunichte gemacht. Ein Hauskauf wurde rückgängig gemacht, die Ländereien sind 1921 den früheren Eigentümern zurückgegeben worden.

Das Wirken von Albert Trautmann hat auch einen Nachhall im Heimatort des Dichters: Alle drei Jahre lobt der Heimatverein Werlte den „Albert Trautmann-Preis“ aus, der Projekte würdigt, die sich mit regionaler Kunst und Literatur auseinandersetzen und diese bekannter machen möchte.

Sein Werk ist sicherlich vor dem Hintergrund der Heimatbewegung zu sehen, die das Alte und Eigentümliche zuweilen romantisch verklärte. Groß waren die Umbrüche an der Schwelle zum neuen Jahrhundert. Und auch das Aussehen der Hümmlinger Landschaft mit der Urbarmachung von Heideflächen änderte sich massiv. Gleichzeitig verschwanden traditionelle Wohn- und Hausformen, Trachten und viele überlieferte Werkstoffe des Alltags. Dies veranlasste ihn wohl auch zum Schreiben und zum Festhalten „urtümlicher“ Typen des Hümmlings, die viele Leser auch heute noch wiederzuerkennen glauben. Charaktere wie „Postgerd“ oder Ereignisse wie die auf der von Trautmann geschilderten Kirmes oder der „Märhämmelfaohrt“ sind noch vielen Hümmlingern bekannt und besitzen bis heute auch aufgrund ihrer Erzählqualität ihren Reiz. Wie seine Skizzen in einigen Jahrzehnten wahrgenommen werden, bleibt abzuwarten.

Carl van der Linde - der politische Dichter

Ein anderer Autor, der während der Blütezeit der niederdeutschen Literatur in den 1920er- und 1930er-Jahren bekannt wurde, ist Carl van der Linde. Der Buchdrucker, Lyriker und Prosaist Carl van der Linde wurde 1861 als Sohn eines jüdischen Händlers in Veldhausen geboren. Nach seiner Tätigkeit beim „Hamburger Fremdenblatt“ als Schriftsetzer, die er schließlich aufgrund einer Nervenerkrankung nicht mehr ausüben konnte, kehrte er 1911 in sein Heimatdorf Veldhausen zurück und begann im Laufe des Ersten Weltkrieges, plattdeutsche Gedichte zu schreiben. Neben patriotischen Anwandlungen drückt er darin vor allem seinen Wunsch nach Frieden aus.

Während seiner Lehrzeit bei der „Zeitung und Anzeigenblatt“ in Neuenhaus hatte Carl van der Linde persönliche Kontakte zum Seniorchef Heinrich Kip und dessen Sohn Georg aufgebaut. Aufgrund dieser Verbindungen konnte van der Linde zwischen 1920 und 1929 eine große Anzahl von plattdeutschen Gedichten und Erzählungen in den Kipschen Zeitungen und den Organen des Grafschafter Heimatvereins veröffentlichen, die Heinrich Kip ebenfalls verlegte. So fiel die Zeit seiner größten Schaffensphase zwischen sein 60. und 68. Lebensjahr. Die erstmalige Veröffentlichung seiner Texte in Buchform im Jahr 1930, die Sammelpublikation „Grappen en Grillen“, erlebte er nicht mehr. 1986 wurde das seit Jahrzehnten vergriffene Buch leicht erweitert wieder aufgelegt und fand überregionale Beachtung. 2004 nannte sich die Veldhauser Grund- und Hauptschule in „Carl-van-der- Linde-Schule“ um und begann, sich intensiv mit Leben und Werk des Dichters zu beschäftigen. 2008 veröffentlichten die Schulleiterin Helga Vorrink und der Münsteraner Historiker Dr. Siegfried Kessemeier eine Zusammenstellung von Gedichten und Erzählungen. Das Buch wurde von der Hamburger Carl-Toepfer-Stiftung mit dem Titel „Plattdeutsches Buch des Jahres 2009“ ausgezeichnet.

Carl van der Lindes Werk teilt sich in zwei Bereiche: Heimatgedichte und politische Gedichte. Wie auch Albert Trautmann fühlte sich van der Linde der Heimatbewegung verpflichtet. Was ihn aber von anderen Autoren dieser Zeit unterscheide, so der Historiker Siegfried Kessemeler, sei „die besondere poetische Empfindsamkeit, die Bildhaftigkeit, die gekonnte Fügung der Verse, der Schwung und die Klarheit seiner Aussagen“." Neben Naturschilderungen, Anekdoten und Stimmungsbildern werfe van der Linde mit Humor und kritischem Bewusstsein einen Blick auf das politische Zeitgeschehen. Sein Werk ist stark alltags- und ereignisorientiert. Van der Lindes Texte wurzeln in der Mundartdichtung des 19. Jahrhunderts, greifen aber neue Themen und Formen auf. Mit seinen Kommentaren zum Zeitgeschehen überwand er die Fixierung auf das dörflich-ländliche Leben und schlug eine Brücke zur Moderne, ohne traditionelle Werte zu verwerfen. Seine politischen Gedichte spiegeln die spannungsreiche Zeit der Weimarer Republik mit ihrem internationalen Hintergrund von 1920 bis 1928 wider. Plattdeutsch als Medium einer Teilhabe am politischen Leben, damit zeichnete sich van der Linde als einer der Wegbereiter einer modernen, zeitnahen Mundartliteratur aus. Zudem bewies er durch seine Popularität, dass Plattdeutsch als Sprache als verbindendes Element die religiöse Orientierung überspannt.

Maria Mönch-Tegeder - die Begleiterin des Wandels

Maria Mönch-Tegeder ist für ihre Gedichte, Lieder, Romane und Theaterstücke bekannt. Auch ihre plattdeutschen Morgenandachten im Rundfunk fanden eine große Hörerschaft.

Als sich der Geburtstag der „Emsland-Dichterin“ 2003 zum hundertsten Mal jährte, rief der Emsländische Heimatbund ihr zu Ehren ein Gedenkjahr aus. Auf Initiative ihres Neffen Theo Mönch-Tegeder wurde die Neueditierung ihres Werkes vom Emsländischen Heimatbund in Angriff genommen und als dreibändige Ausgabe herausgegeben.

Der erste Band gilt einem thematischen Schwerpunkt im Werk, nämlich der Weihnachtszeit im Emsland. „Wi stickt nu de Kerßen an. Klaostiet un Wiehnachten in't Emsland. Vertellsels, Döönkes un ock wat to't Nachdenken“ konnte im Jahr 2000 vorgestellt werden. Der zweite Band, die „Emsland-Romane“ mit den Werken „Land unner Gottes Thron“, „Imme“ und „Plattdütske Romräse“, erschien 2001. Im November 2002 schließlich erschien der dritte Band mit den „Emsland-Vertellsels. 100 Döönkes un Riemseis“.

Vier Veranstaltungen wurden im Rahmen des Gedenkjahres organisiert, die der Kulturkreis Kirchspiel Emsbüren, die dortige Katholische Landjugend und der örtliche Heimatverein sowie der Heimatverein Meppen und der Emsländische Heimatbund gemeinsam ausrichteten.

Den Auftakt bildete ein Maria Mönch-Tegeder-Abend im Heimathof Emsbüren. Dort warf Hermann Bröring in seinem Grußwort die Frage auf, warum sich die Texte von Maria Mönch-Tegeder nach wie vor großer Beliebtheit erfreuten. Seiner Meinung nach bildete ihr Werk „einen Eckpfeiler im kulturellen leben unseres Raumes“. Sie hätte, so Bröring, dem Emsland in einer tiefgreifenden Umbruchphase ihren literarischen Stempel aufgedrückt und den Emsländern gleichzeitig mitgegeben: „Van dat Olde sali man tehren, kegen dat Neje sall’m sick nich wehren.“

Die 1903 in Mehringen bei Emsbüren geborene Maria Mönch-Tegeder hatte bei ihrer Arbeit das gesamte Emsland als Heimatregion im Blick. Dnd zwar nicht nur das Emsland früherer Tage, sondern auch die damalige Gegenwart und Zukunft dieser Region.

Die waren während der Schaffenszeit Maria Mönch-Tegeders geprägt von der großen Emslanderschließung, die 1950 mit einem entsprechenden Beschluss des Deutschen Bundestages ihren Anfang nahm. Durch sie hat die Randregion längs der niederländischen Grenze den Anschluss an die Lebensverhältnisse und wirt­schaftlichen Entwicklungen des übrigen Deutschland gefunden. Die Emslanderschließung bedeutete für die Menschen dieses Raumes aber auch, dass sie sich einem tiefgreifenden Umbruch und neuen Herausforderungen stellen mussten, welche die deutliche Anhebung der Bildungsqualität, die Anbindung an die großen Verkehrsströme, den Arbeitskräfteabbau in der Landwirtschaft sowie den Aufbau von Industrie und Gewerbe mit sich brachten.

Bei allem Humor, der in vielen Döönkes deutlich wird, ist das Hauptmotiv in fast allen Gedichten, Romanen und Theaterstücken Maria Mönch-Tegeders der Konflikt zwischen Tradition und Moderne.

Ihr Werk hat dem Stellenwert der plattdeutschen Sprache im kulturellen Leben des Emslandes nachhaltige Impulse gegeben. Ihre plattdeutschen Theaterstücke sind auf Freilichtbühnen und von plattdeutschen Amateur-Theatergruppen unzählige Male gespielt worden. Manche ihrer Gedichte wurden vertont. Sie selbst hat viele Jahre in den Sälen im.gesamten Emsland und den angrenzenden Gebieten ihr literarisches Werk auf zahlreichen Veranstaltungen vorgestellt. Über die platt­deutschen Morgen an dachten erreichte sie im gesamten norddeutschen Raum eine große Hörerschaft.

Die Pädagogin Maria Robben beschreibt Maria Mönch-Tegeder in einem Porträt anlässlich ihres 70. Geburtstages keineswegs als weltfremde Heimatdichterin, sondern als Autorin, die mitten im Leben stand und sowohl Leser also auch Zuhörer in ihren zahlreichen Vorträgen von sich zu begeistern wusste, weit über die Grenzen des Emslandes hinaus. Dabei zeichnete sie sich, so Robben, durch „einen hohen Informationsstand über Fragen aus allen Wissensgebieten“ sowie ein großes Ein­fühlungsvermögen in die Probleme der Gegenwart aus.

 

Karl Sauvagerd - der Brückenbauer

Im November 2019 machte sich eine Delegation aus der Grafschaft Bentheim auf den Weg nach Hamburg. Berent Vette und Klaus Vorrink hatten im Auftrag der Heimatfreunde Neuenhaus ein Buch über Leben und Werk des 1992 verstorbenen Heimatdichters Karl Sauvagerd herausgegeben. Die Anthologie mit dem Titel „De Tied blif Baas“ wurde nach Prüfung einer fachkundigen Jury von der Carl-Toepfer- Stiftung mit dem Preis „Plattdeutsches Buch des Jahres 2019“ ausgezeichnet. Eingebettet war die Preisverleihung in die 22. Buchmesse im Lichtwarksaal und der Niederdeutschen Bibliothek unweit des Hamburger Michels. „Der Preis ist eine öffentliche Anerkennung nicht nur für die Herausgeber und die Autoren, sondern vor allem eine Würdigung für das Lebenswerk Karl Sauvagerds und somit auch für die Dialektliteratur in Deutschland und in den Niederlanden“, urteilten Berend Vette und Klaus Vorrink. Die Jury bewertete den umfangreichen Band mit violettem Einband als „herausragendes Beispiel für die Auseinandersetzung mit regionalen Autoren“.

Karl Sauvagerd wurde 1906 in Gronau geboren. 1910 zog seine Familie in die Niedergrafschaft in die Bauernschaft Wilsum. Sauvagerd war im Hauptberuf Schneidermeister, veröffentlichte aber erstmals 1931 unter dem Pseudonym „Lyrikus“ im „Grafschafter Heimatkalender“.

Als „der dichtende Sniederbaas“ machte er sich mit seinen Gedichten bald einen Namen. Seine Texte wurden häufig zu verschiedenen öffentlichen Anlässen gelesen und er selbst war als Rezitator ein gern gesehener Gast. In seinen Gedichten beschäftigt sich Sauvagerd neben lokalen Ereignissen auch mit Natur- und Landschaftsbetrachtungen. In der „Grafschafter Tagespost“ veröffentlichte er vier Romane und schrieb darüber hinaus zahlreiche Kurzgeschichten, die zum einen märchenhaften Charakter besitzen und zum anderen einen tiefen Einblick in das Leben der Bewohner der Grafschaft Bentheim bieten.

Im Herbst 1956 gründeten die regen niederdeutschen Lyriker und Publizisten aus der Region Emsland/Grafschaft Bentheim den „Schrieverkring an Ems un Vechte“. Zum harten Kern dieser Gruppe gehörten neben Karl Sauvagerd die Emsländerin Maria Mönch-Tegeder, Hans Wessels, Bernhard Uphus und Josef Hugenberg, der Grafschafter Ludwig Sager sowie die aus der Grafschaft stammende, aber im Emsland lebende Christa Brinkers. Vorsitzender dieser Autorenvereinigung war der Grafschafter Sprachwissenschaftler und Lehrer Dr. Arnold Rakers. Der Schrieverkring pflegte enge Kontakte in die benachbarten niederländischen Regionen Twente, Drenthe und Salland (Overijssel). Sauvagerds Mutter Alberta wurde in der niederländischen Provinz Friesland geboren, in der die Umgangssprache Nedersaksisch war, das niederländische Plattdeutsch. Daher fühlte Sauvagerd sich auch aufgrund seiner familiären Herkunft stark mit den Nachbarnjenseits der Grenze verbunden. Er unterstützte sowohl die deutsch-niederländischen Annäherungen nach dem Krieg als auch die niederdeutsche Szene, die Anfang der 1950er Jahre auf beiden Seiten der Grenze einen starken Aufschwung erfuhr. Grenzüberschreitende Ver­anstaltungen im Rahmen seines Engagements für den Verkehrs- und Veranstaltungsverein Neuenhaus und den Heimatverein Grafschaft Bentheim führten immer wieder zu Begegnungen mit den Niederdeutsch sprechenden Nachbarn. Er wurde zu Lesungen auf niederländischer Seite eingeladen und auch Sauvagerds Gedichte wurden in der grenznahen Presse abgedruckt. Er steigerte seinen Bekanntheitsgrad durch Kontakte zu Akteuren im Heimatvereinswesen und vor allem zu nedersaksischen Autoren. Aus diesen Kontakten heraus entstand der „Nedersaksische Schrieversbund“ der sich 1955 im niederländischen Markelo konstituierte. Diese Vereinigung hatte das Ziel, niederdeutsche Literatur und die gemeinsame Muttersprache in der Grenzregion zu fördern und zu erhalten. Dazu seien die Erweiterung der Prä­senz des Niederdeutschen im Alltag und in den Medien sowie die Erarbeitung einer einheitlichen Rechtschreibung notwendig. Mit der Schaffung einer gemeinsamen Schriftsprache sollte ein neues, gemeinschaftsstiftendes Zusammengehörigkeitsge­fühl entstehen, und das nur wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges.

 

Neue Themen, neue Autoren - ein zukünftiges Arbeitsfeld der Fachstelle Plattdeutsch?

Die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim haben eine Vielzahl nieder­deutscher Autoren hervorgebracht, für die die Wertschätzung bis heute ungebrochen ist. Vielen ist bewusst, dass die über 1 000 Jahre alte plattdeutsche Sprache ein tragender Teil der regionalen Identität ist, ein Kulturgut, das nicht sang- und klanglos untergehen darf. Doch andererseits ist das Plattdeutsche als Alltagssprache auf dem Rückmarsch. Bemühungen, die noch vorhandene plattdeutsche Kompetenz an die nachwachsende Generation weiterzugeben, erweisen sich häufig als schwieriges Unterfangen. Nur noch wenige Lehrer sind aktive Plattdeutschsprecher und nicht nur die Elterngeneration, sondern zunehmend auch die Großelterngeneration sind nicht mehr in der Lage, mit ihren Kindern und Enkeln Platt zu sprechen. Wenn sich diese Entwicklung weiter fortsetzt, wird Plattdeutsch langfristig lediglich als Kultursprache weiterexistieren: im Theater, in der Musik und vor allem in der Literatur.

Die vorgestellten Autoren haben sich an ihrem eigenen gesellschaftlichen und sozialen Umfeld und auch an dem ihrer Leser orientiert. Die von ihnen gezeichnete Welt entspricht nur noch in Teilen der heutigen Realität. Zwar gibt es Autoren wie den Meppener Dichter Hermann May, der die plattdeutsche Sprache modern und innovativ verarbeitet und dafür große Anerkennung findet. Dennoch gibt es einen starken Bedarf an Nachwuchsautoren, wenn plattdeutsche Literatur nicht nur als harmlose Wohlfühlkunst zur Unterhaltung und zum Schwelgen in früheren Zeiten wahrgenommen werden soll. Sie muss sich zeitgemäßer Ausdrucksformen bedienen und Themen aufgreifen, die der aktuellen Lebenswirklichkeit entsprechen. Gerade heute wäre die Chance, mit der gemeinschaftsstiftenden Kraft der plattdeutschen Sprache Diskurse anzustoßen und gesellschaftsrelevante Themen aufzugreifen, sehr groß. Auch die Erarbeitung neuer plattdeutscher Theaterstücke und die Förderung von Drehbuchautoren wären Mittel, die Themenpalette niederdeutscher Bühnen zu erweitern, die sich im Emsland und der Grafschaft Bentheim häufig auf launige Abendunterhaltung beschränkt.

Die Fachstelle Plattdeutsch hat sich die Förderung niederdeutscher Kultur auf die Fahnen geschrieben. Es dürfte zu diskutieren sein, auf welche Weise plattdeutsche Nachwuchsautoren animiert und gefördert werden können. Gute Schriftsteller und lesenswerte Themen sind vorhanden. Der jährlich stattfindende Schreibwettbewerb des Norddeutschen Rundfunks ist ein Beweis dafür. Im Emsland und der Grafschaft Bentheim machen erfolgreiche Projekte wie das Krimi-Theaterstück „Water-Fall“ der AG Plattdeutsches Theater Hoffnung. Und auch im Vorfeld des plattdeutschen Lesewettbewerbs gibt es viele Nachfragen nach altersgemäßen Texten für Kinder und Jugendliche, die nur im begrenzten Umfang bedient werden können.Vielleicht könnte die Einrichtung eines Schreibwettbewerbs, einer regelmäßig stattfmdenden Schreibwerkstatt oder eines Literaturprojekts in Kooperation mit Schulen ein Mittel gegen das Nachwuchsproblem in der Region sein. Es gibt im­mer noch viele Menschen, die auf die Gedanken und Worte dieses Nachwuchses gespannt wären.

 

GN 24.11.2020

Fachstelle Niederdeutsch jetzt neu besetzt

Gesche Gloystein tritt bei Emsländischer Landschaft Nachfolge von Linda Wilken an

 

 

MEPPEN Zum 15. November ist die Fachstelle Plattdeutsch der Emsländischen Landschaft neu besetzt worden. Gesche Gloystein tritt die Nachfolge von Linda Wilken an.

Gloystein stammt aus der Wesermarsch, wo sie zuletzt als Geschäftsführerin eines kleinen Soziokulturellen Zentrums, der Seefelder Mühle, tätig war. Für den Bereich Plattdeutsch fühlt sie sich gut aufgestellt, organisiert sie doch seit sechs Jahren das „PlattArt-Festival“ im Oldenburger Land.

Darüber hinaus hat sie von 2012 bis 2015 am Oldenburgischen Staatstheater für die niederdeutsche Sparte als Dramaturgin eng mit der August- Hinrichs-Bühne zusammengearbeitet und dabei auch Plattdeutsch erlernt. Gloystein hat Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim studiert und dort einen interdisziplinären Zugang zur Kulturarbeit kennengelernt, den sie auch in die niederdeutsche Szene einbringen möchte.

„Gesche Gloystein wird die erfolgreiche Arbeit ihrer Vorgängerin sicherlich mit gleichem Einsatz weiterführen, viele neue Ideen einbringen und das Netzwerk ausbauen“, ist Hermann Bröring, Präsident der Emsländischen Landschaft für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim, überzeugt. Bewährte Formate wie der „Schoolmesterdag“, der „Schooltheaterdag“ und auch das „Plattsatt-Festival“ sollen fortgeführt werden, ergänzt mit neuen Impulsen, so der Landschaftspräsident.

Wir freuen uns auf Sie.

Platt AG der Grafschaft Bentheim

 

„Schüttruper Allerlei“

Döönkes, Geschichten, Gedichte und Wissenswertes rund um die Stadt und Samtgemeinde Schüttorf

Herausgegeben von Rainer Harmsen

Rainer Harmsen hat die Sammlung plattdeutscher Döönkes seines Vaters Hermann Harmsen, die ins Hochdeutsche übersetzt wurden, mit Geschichten und Gedichten von Hilde Hofstede und eigenen Geschichten, Wissenswertem und Anmerkungen ergänzt. Entstanden ist ein unterhaltsames Buch, welches interessante Einblicke in das das Leben und die Menschen von Schüttorf und Umgebung erfährt, aber auch viel Wissenswertes der Schüttorfer Geschichte.

Ein Buch, das sich zu Lesen lohnt, nicht nur für Schüttorfer.

Erhältlich ist es beim Herausgeber Rainer Harmsen, Weißdornweg 6, 48465 Schüttorf

 

ENKELKINNER von Hermann Harmsen

Omas un Opas datt wassen för us fröger heel oale Löde. Ock wann se vellicht eerst üm de 50 Joar oalt wassen, de drögen immer schwarte Kleedung. In tüschen bin ick ock Groatvader. Doar kanns du sölls ja ock nich vull ti bidrägen, doarför sorget diene Kinner un Enkelkinner. Watt in' loap van de Tiet so ails mett de Blagen belebben kanns, doar kann ick van mettküren.

In' Kinnergoarden woeden alle Kinner upnommen, egoal off se evangelisch off katolsch wassen. Eerst bi de Inschoolung kämmen de Kinner dann in de evangelische off katolsche Schoole. As de Kleene an' lessten Dag van Kinnergoarden noa Huus kämm, veteilde ett, datt eene van de Wichter ut'n Kinnergoarden nich mett in de evangelische Schoole güng. Up miene Froage, woarüm datt denn nich, meende ett: „Die ist anders evange­lisch."

Ick stönn met de Enkelkinner in' Gorden un bekäken de Vöggelkes biet foaren van eere Jungen. Ick segg to de Kinner: „Guckt mal, die Vogelmutter füttert ihre Jungen." Doar segg datt Jüngste to mi: „Und die Mädchen nicht?"

Datt Jüngste van de Enkelkinner was ne richtige Nachtule. Oabens nich inschloapen un monnens up Tiet wa­cker. Doarför was et dann öwwer Dag ock wall vaaken mode un moss dann' Stündken upt Oar. För de Öllern is datt nich sö moi, wenn schnachens boale kein Gage tokriggs. Eenes Dages segg denn Vader van datt Kind mett'n heel plesärig Gesicht to mi: „Datt Kind schlöpp nun endlich döör." „Oh“, segg ich, „datt is ja'n moi Spill." „Joa," segg he, „ett schlöpp nun van monnens acht Uhr bis oa­bens acht Uhr un is dann de heele Nacht wacker."

Ick satt biet schriewen van' plattdütsch Döönken. Ussen Enkel satt mett an' Disch un keek sick an, watt ick so döe. As ick dann mien Pollot mett'n Anspitzer weer spitzen woll, meende he: „Opa, ist der Bleistift jetzt beim Friseur?"

Twee Enkelkinner wasen bi us to besöek. Biet weggoon woll ick de beiden noch ne Mark inne Hand drücken. Ick ha aber kein Kleingeld in' Tück, bloos nen Tien-Mark- Schien. Ick segg to de Kleene: „Hier hast du zehn Mark, die musst du dir mit deinem Bruder teilen." Ick konn gar nich so gaue kieken wu se denn Schien anpackte un in twee Deele schörde un eären Broar de eene Hälfte gaff. Bekken konn ick mett er doarüm aber nich, weil ick ja solle seggt ha, datt se datt Geld deelen soll.

De Kinner kommt vandage ja all boale mett'n Computer up de Welt. Ussereener kennt doarvan so vull as de Koh van' Sundag. Usse Kleene woll mi datt mett de Knöpe un de Schalters un Tasten wiesen. Dorbie segg ett dann: „Opa, das ist die Maus, die musst du hochnehmen." Ick mett mienen Computervestand hebb de Muus inne Hand nommen un inne Höchte böert. Datt lachen van de Blagen üm mi to heff mi wieset, datt ick van datt Computerspill keine Ahnung hebbe un doarüm hebb ick datt ock lange nich weer anpackt.

Eene van miene Enkelkinner kämm vanne Schoole nooa Huus un veteilde seine Moder, watt denn Meester döör- nommen ha. „Der Lehrer hat gesagt, die Holländer spre­chen Holländisch und wohnen in Holland. Die Engländer sprechen englisch und leben in England und die Deut­schen sprechen deutsch und wohnen in Deutschland." „Joa," segg de Mamma „datt stimmt." „Dazu habe ich noch eine Frage. Oma und Opa sprechen plattdeutsch. Wohnen die in Plattdeutschland?"

 

GN vom 11.12.2019

Plattdeutsch wird Studienfach
Niedersachsen will gefährdete Sprache stärker fördern / Lehrstuhl in Oldenburg geplant

 

Von Klaus Wieschemeyer und Marie Busse

HANNOVER

Plattdeutsch gehört fest zu Norddeutschland. Doch angesichts der Vorherrschaft des Hochdeutschen steht die Regionalsprache unter Druck. Niedersachsen will das Platt nun stärker in den Schulen fördern.

Die Landesregierung hat angekündigt, sich stärker für den Erhalt der „kleinen Sprachen“ Plattdeutsch und Saterfriesisch zu engagieren. Insbesondere in der Schule sollen die Regionalsprache Niederdeutsch und die Minderheitensprache Saterfriesisch gefördert werden. Die Neuauflage eines entsprechenden Erlasses fördert nicht nur die Einstellung von Lehrkräften mit entsprechender Zusatzqualifikation, sondern fordert auch Sprachbegegnungen, die Aufnahme regionaler und regionalsprachlicher Bezüge in den Unterricht.

Plattdeutsch soll künftig als grundständiges studierbares Unterrichtsfach ausgewiesen werden, sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) unserer Redaktion. Das Ministerium

hat dafür 350 000 Euro jährlich zur Verfügung gestellt. An der Universität Oldenburg wurde bereits ein erstes Grobkonzept dafür erstellt und eine Professur ausgeschrieben. Die Suche nach einem Lehrstuhlinhaber läuft derzeit.

Der Lehrstuhl soll darüber hinaus mit zwei ganzen und zwei halben Stellen ausgestattet werden. Für den Haushalt 2020 sind zwei weitere Stellen vorgesehen. Bis der Lehrstuhl läuft, kann es noch ein wenig dauern, doch Thümler sieht die Sprachförderung auf einem guten Weg. Denkbar ist, dass sich das Plattdeutsche als Nebenfach bei Lehramtsanwärtern etabliert, die nach dem Studium gerne in ihre Region zurückkehren wollen.

Schon jetzt gibt es landesweit 90 Projektschulen für Plattdeutsch in Niedersachsen. Diese erhalten maximal drei Schuljahre lang ein bis drei Unterrichtsstunden zur Einbindung der Regionalsprache in den Unterricht beziehungsweise in den Schulalltag. 24 Beratungskräfte arbeiten im Bundesland für die Förderung der Regionalsprachen, meist in der Grundschule oder der Sekundarstufe.

Es gibt einen plattdeutschen Lesewettbewerb, die Aktion „Freedag is Plattdag“ (Freitag ist Plattdeutschtag) und ein Heft mit der Geschichte der „Lüttje Muss“ (kleine Maus) in verschiedenen Platt-Varianten.

Auch an Schulen in der Region wird Plattdeutsch gefördert. Doch die Sprache hat gelitten: „Plattdeutsch hatte jahrzehntelang einen schweren Stand“, sagt Josef Grave von der Emsländischen Landschaft. Mittlerweile werde Platt im Alltag jüngerer Menschen kaum gesprochen. Einige Ausnahmen gibt es: Zu ihnen zählt Keno Veith, der mit seinen plattdeutschen Videos Tausende Nutzer erreicht. Sorgen um die Sprache macht er sich trotzdem.

Entspanntes Verhältnis zur Sprache: Heute gibt Marie Busse ihren Kollegen Tipps, wie plattdeutsche Begriffe ausgesprochen werden. Foto: Michael Gründel


 

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Plattdeutsch in der Pflege

Neues Zertifikat für Pflegeheime kommt

BREMEN „Allns warrt goot“ – Mit Plattdeutsch können Pflegekräfte im Norden einen anderen Zugang zu ihren Schützlingen bekommen. Denn die hören die Muttersprache gern – selbst wenn es nur ein paar Brocken sind.

Plattdeutsch kann in Norddeutschland eine große Hilfe in der Pflege sein. Viele alte Menschen und Demenzkranke fühlen sich in ihrer Muttersprache besser angesprochen. Initiativen für „Plattdüütsch inde Pleeg“ gibt es deshalb in mehreren Bundesländern. Das Länderzentrum für Niederdeutsch in Bremen ergänzt sie nun mit dem „PlattHart“, einem neuen Zertifikat, um das sich Pflegeeinrichtungen bewerben können. Das Länderzentrum für Niederdeutsch in Bremen wird von Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein finanziert. Auch mit Mecklenburg-Vorpommern wird kooperiert.

„Ich habe oft gemerkt, ich erreiche die Menschen auf Platt besser“, sagte Jan-Bernd Müller (32) der Deutschen Presse-Agentur. Der wissenschaftliche Mitarbeiter des Länderzentrums ist im Emsland mit Plattdeutsch aufgewachsen und hat Gerontologie studiert, also die Wissenschaft vom Altern. „Demenzkranke fallen im Lauf der Zeit in ihre Muttersprache zurück“ – das ist seine Erfahrung aus der Arbeit in Altenheimen. „Es ist wie eine Bibliothek, in der das letzte Buch, das stehen bleibt, die Muttersprache ist.“ Um das Zertifikat zu erhalten,

sollen Altenpflegeeinrichtungen den Gebrauch von Niederdeutsch in ihr Leitbild aufnehmen. Ein Teil der Körperpflege, der Betreuung, auch der Seelsorge soll auf Platt stattfinden. Und jedes Heim soll mindestens eine hauptamtliche Kraft mit Plattdeutsch- Kenntnissen aufweisen. Die Einrichtungen hätten sehr unterschiedliche Träger, sagte Christianne Nölter, die Leiterin des Länderzentrums. Beim „PlattHart“ gehe es darum, ihnen einheitliche Kriterien an die Hand zu geben.

Nach Müllers Erfahrung sind viele Pflegerinnen und Pfleger motiviert, Plattdeutsch in der Arbeit anzuwenden. „Wenn Pflegekräfte merken, dass sie damit einen Zugang zu ihren Patienten bekommen, dann lernen sie das.“ Sie müssten dazu nicht die ganze Sprache beherrschen, einzelne Wörter, Sätze und Redensarten reichten oft aus. Ein Wörterbuch solcher Ausdrücke haben der Landkreis Oldenburg und seine Berufsschulen schon 2014 zusammengestellt. Von der Broschüre „Plattdeutsch in der Pflege“ seien bereits 12.000 Exemplare verteilt worden, sagte Hella Einemann-Gräbert, eine der Autorinnen.

„Wo geit Se dat?“ (Wie geht es Ihnen?) heißt es darin, „Fallt dat Sluken swoor?“ (Fällt das Schlucken schwer?). Es geht um „Blootdruck“ (Blutdruck), „Liefkeel“ (Bauchschmerzen), „Hosten“ (Husten). Es fehlt auch nicht die freundliche Aufmunterung „Dat warrt beter, dat duert sien Tiet“ (Das wird besser, das braucht seine Zeit).

Einemann-Gräbert hat an der Berufsschule in

Wildeshausen unterrichtet. Dort gibt es nicht nur plattdeutschen Sprachunterricht für angehende Pflegekräfte, auch ein Teil des Fachunterrichts findet auf Platt statt. An der Ursula-Kaltenstein- Akademie der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Bremerhaven werden ebenfalls Pflegekräfte in Plattdeutsch geschult.

Müller und Nölting setzen sich für ihr Plattdeutsch ein, aber sie sehen das Zertifikat auch als Konzept, das man auf andere Sprachen anwenden könnte. Pflegeeinrichtungen sollten auf viele Muttersprachen eingerichtet sein, auf Fremdsprachen, Minderheitensprachen oder Dialekte, sagte Müller.

dpa

Die Broschüre „Plattdeutsch – Sprache des Herzens“ hält Jan-Bernd Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Länderzentrum für Niederdeutsch, in den Händen. Der Einsatz von Plattdeutsch in der Pflege soll vom Länderzentrum mit einem Zertifikat für Pflegeeinrichtungen gefördert werden. Foto: dpa

 

Oktober 2020

Es gibt außer Corona auch etwas Erfreuliches!

Heute haben wir von der Dialectliteratuur en heimat, die Rezension über unser Buch "De Tied bilf Baas" erhalten. Geschrieben hat sie Roland Duhamel, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Deutsche Sprache, war Professor für deutsche Literatur an der Universität Antwerpen und hat über Literatur, Kunst- und Kulturphilosophi