Dobbeloabend (Knobelabend)

von Hermann Wilmink

 

Wenn de Daage kötter werd unn denn Kloaskerl sick ferrig maakt, üm de Kinne Plesier te maaken, iss denn Dobbeloabend nich mehr wiet. Dobbeln iss ne`n heelen ollen Bruuk in usse Groafschop. Oabends für denn Kloaskerldagg – an`n 5. Dezember – geht Jung unn Oald henn Dobbeln. Ne`n Deel Koaplöe unn Wertschoppen hollt an düssen Oabend  Dobbel-Saaken opp Fürroat, üm ett mett nen kleenen Oabschlag an de Mann te brängen.

Ett mag  ne`paar Joahr für denn lesten Krieg wessen wedden, ass mien Süster, mien Brüer unn ick datt ierste Moal dobbeln droffen. Hall Wäcken fürher freuen wie us op düssen Oabend. In de domoalige Tied wörr für uss junge Löe in de Burschopp nich vull bodden. Unn Ieh künnt ju denken, datt wie schlimm näjschierig wassen, watt denn Oabend wall brengen soll.Wie hadden de hall vull van hört. Van usse Ollen harr jeder füfftig Pennige in Groschen mettkreggen. Doarmet kunn wie uss fief moal an`t Dobbeln bedeeligen. Vlicht harr wie datt Glück, ne`Rüllken Peppemünten, ne` Droppstange , ne` Tafel Schokolade off ock ne annere Kleenigkeet te gewinnen. De Blietschop op datt Näje wass in`t Fürut hall groat.

Ussen Wegg güng noa Morrman`s Laden, de domoals noch in datt olle Hus was. Morrmanns Henni und Else unn noch ne`paar Uthölpe  stünnen achter de Ladentoafel unn hadden drock te doan, üm de Koapwüünsche van de groade Koppel Mänschen noa te kummen. In`n Laden wörr datt kofft, watt in de Wertschopp un an de kleene Theke in`n Laden vedobbelt werden soll. Ween`t hier te eng wörr, kunn man ock in de  Kökken an de ruunde  Toafel spöllen.In de groate Kökken mett de Bempschen Steene, de immer met witt Saand bestreut wassen,  harr  Oma Morrman ähr Riek.  See was ne`n gut Mänsche unn  immer gauw bie de Haand mett datt Anbeeden van  ne`n Köppken Koffie off Tea. Unn soa was datt ock an`n Dobbloabend.

Well an`t Dobbeln deelnemmen woll, set`te sich an ne` Toafel. Opp de Middelt van de Toafel wörr datt Deel hennlecht, üm datt doppelt wer`n soll. Dann moß jeder sien`n Andeel an Geld de teggen  leggen. Unn nun kunt loass goan.  In denn Dobbel-Becker laggen drei Dobbelsteene. De Riege noa kregg  jeder denn Bäcker in de Haand unn moß vesööken, hoage Tallen te schmieten . Well de höachsten Oagen schmetten harr, kunn dat Deel an sick nemmen. Nett wu datt Glück ett woll, gewünn doarbie denn Eenen mehr, denn Annern nicht full off ock wall ganicks. Datt oale Spröckwoart gelde ock hier: „Denn Eenen sien` Uul, iss denn Annern sien` Nachtigall!“

Spöllt wörr um kleene, aber ock wall üm gröttere Deele. Wenn de Utwoahl in de domoalige Tied ock nich soa groat wass, ett kömm doch noch heel watt biemekaa. De Groaten, de ock mehr Geld hadden ass wie, spölden ock wall es üm ne ´ Döase Wöskes, ne ´Stück Schinken off Käse, ne`Torte, unn annere Deele. Veenzelt kömm ock ne`n Fesaan, ne`n Knienken off ock wall ne`n Haasen unner`n Hamer.

De Löe wassen domoals mett ne`n kleen Betken hall plesierlick. Dobbeloabend wass für de meensten watt Besünnes. Wenn Eene hoagen Tallen schmetten harr, gafft ne`n groat Gewellt. Unn soa wast ock nich vewunnelick, datt  mangs soa harre proat`t wörr, datt man sien eegen Woart nich mehr vestoan kunn.    

Wie Kinne kunnen  mett usse paar Groschen bloß üm de Kleenigkeeten dobbeln. Menn datt möök nett soa vull Spoaß, ass bi datt gröttere Werk. Wenn ick  Vandaage noch richtig trüggdenken kann, hebb ick domoals ne`moy groat Stück Botterkooken dobbelt. Mien Süster unn Brüer hebbt ock ne Kleenigkeet mett noa Hus bracht. Bie Mama und Papa wörr alles vedeelt unn tesammen oppetten.An ussen iersten Doppeloabend hebb wie later noch  faaken wier trüggedacht .

Denn oalen Bruuk heff sick in de Groafschop bis van Daage hollen. Oabends für Kloaskerlsdagg wött nich bloß in de kleenen Burschoppen dobbelt, ock in Nöthoarn  unn in de heele Groafschop . In`n Unnescheet to  de dättiger Joahren wöt vandaage ne`n groat Deel mehr anbodden unn datt Geld sitt ock bie watt Eenen ne`n Deel loasser.

Ussen Heimatverein heff sick  fürnommen, olle Brüüke antehollen.
Unn soa will wie ock de nöachsten  Joahre hier mett Dobbeln usse Glück vesööken. Wie hept immer ne`n heel Deel moy Werk inkofft .. Nett de noa, watt man anleggen will, kann man sick watt uutsööken. De Deele bin`t mett denn Pries utteekn`t. Denn Andeel für jeden Düürgaang wott oppschrewwen unn mött  later betaalt wern.
Ich wüünsch alle, dee wiederhenn  bie`t  Dobbeln mettmaakt, ock bie`t nöachste Dobbeln vull Glück unn ne ` masse Spaoß.

     
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