GN 25.5.2011
 „Platt proaten is in“
 
Gelungener Auftakt zum Niedergrafschafter Kultursommer
 
Kaffeehausmusik, dazu „Dönkes op Platt“, ein bisschen Tanz, viele singende Kinder und viel Geselligkeit bei Kaffee und Kuchen, das war ein gelungenes Rezept für die erste Veranstaltung im Rahmen des diesjährigen Niedergrafschafter Kultursommers.
 

mj Wilsum.
Die Musikschule der Niedergrafschaft hatte in Kooperation mit der Senioren-Union der Grafschaft am Sonntagnachmittag in den Saal Ridder in Wilsum eingeladen. Im großen Saal waren alle Tische gedeckt und freie Plätze Mangelware. Auch wenn das Ambiente nicht ganz den Wiener Kaffeehäusern des 19. Jahrhunderts entsprach, die Musik des Salonorchesters der Musikschule der Niedergrafschaft, die den ersten Teil des Nachmittags bestritten, tat es sehr wohl.
Stücke wie „Rosen aus dem Süden“, der „Kaiserwalzer“ von Johann Strauß, der Marsch „Alte Kameraden“ von Carl Teike oder „Heinzelmännchens Wachparade“ von Kurt Noack kamen beim älteren Publikum in Wilsum hervorragend an und animierten zum Mitsummen oder zum rhythmischen Klatschen. Bei der von den Lehrkräften der Musikschule unter der Leitung von Kunibert Zirkel dargebrachten und beim inzwischen servierten Kaffee, Apfel- oder Käsekuchen und diversen Schnittchen durfte man sich zumindest wie im Kaffeehaus in Wien fühlen, wie es Samtgemeindebürgermeister Herbert Koers ausdrückte. Koers hatte die Gäste begrüßt und führte mit einer launigen und informativen Moderation durchs Programm.
Aber an diesem Nachmittag ging es nicht nur darum, den Gästen „die Rosen als Blume der Liebe zufliegen zu lassen“, so Koers, und den Kuchen in geselliger Runde zu genießen. Denn „junge Löö willt us wat vetellen un wij willt Platt proaten“, hatte der Kreisvorsitzende der Senioren-Union, Johann Hambeck, schon bei seinen Grußworten deutlich gemacht.
Und so kündigte Moderator Koers für den zweiten Teil Gesang und Prosa an und „doar is ’ne masse Platt doarbij“. Ganz im Zeichen dieser Ankündigung sangen die Kinderchöre der Musikschule mit Schülern der Grundschulen Laar, Osterwalds, Ringe und Uelsen einige plattdeutsche Lieder. Auch hier wunderbare Stücke, die viele Anwesende als „Gassenhauer“ ihrer Jugend empfunden haben müssen, denn der berühmte Funke sprang sofort über, auch wenn es mit der elektronischen Verstärkung der etwas schwächeren Stimmchen nicht immer gut klappte. Das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Und als der Chor in einem seiner Lieder klar machte: „Platt proaten is in“ gab es hierfür einhellige Zustimmung.
Die Plattdeutsch AG der Grundschule Laar unter Leitung der Lehrers Steven Lambers trug die im Programmtitel versprochenen „Dönkes“ als kurze gespielte Sketche und Gedichte vor und zeigte beeindruckend, dass das Plattdeutsch in Laar nicht nur unvergessen ist, sondern zudem gut gepflegt wird. Es bleibt zu hoffen, dass dieser schulische Umgang mit den sprachlichen Wurzeln der Niedergrafschaft auch weiterhin in guten Händen bleibt.
Umrahmt und ergänzt wurde das nachmittägliche Programm von der Tanzgruppe der Musikschule Niedergrafschaft unter der Leitung von Ingrid Bremmer. Die Damen setzten mit ihren regenbogenfarbenen Tücher nicht nur farbliche Akzente.
So war diese Auftaktveranstaltung des Niedergrafschafter Kultursommers so wie der Hambeck es versprochen hatte: „En mooije Noamiddag met völl Pleseär“.

     
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