Plattdeutsch in Gildehaus
 

Heimatobend

Wi kürt "Platt"

         

vom VVV Gildehaus und Umgebung e.V. von 1898
Donderdag 23. Februar 2012

         
Dönkes, Vertelsels un Sprökses ut Gilhus
         
 
 
  Singkreis Gildehaus      
     
 

Ginn möijer Land

(Nach der Melodie: Kein schöner Land
Von Johann Künnen
Geändert in Gildehauser Platt  und überarbeitet von B. Tibbe)

Ginn möijer Land, wat ick so weet
as use Groafschup, wiet un breet,
/: hier is dat Rechte – dicht bij de Vechte
bij us to Huus.:/

Heel fröger – bij koalt Winterweär
satt oabens man üm’t losse Füür,
/: de Fraulüü spünnen, de watten süngen
bij us to Huus. /:

De Tied, de is ja wieder goan,
wij Groafschupper künnt gut bestoan,
/: mag use Leäwen met Gott so bliewen
bij us in’t Huus./:

Dat wij us hier noch faken seet,
ock wenn de Tied soa gau’ vegeet,
/: Loat us dran denken: Pleseär veschenken
ock in düt Huus. /:

Nou Löd, ju all 'n gude Nacht,
denn Herrgott giff up alles acht.
/: He hölt doch siene Hand hier öwwer Stadt un Land
ock öwwer us./:

 
     
 
 
     
 
 
     
 
 
     
 
 
     
 
 
     
 
 
     
 
 
     
 
 
 

Immer dat sölde Pohee met dat Uprümen
Ut „Platt Vandaag Daag- Dat eerste Book“, schrewen van Inge zur Horst,
ännert in Gilhuser Platt A. Bardenhorst

Denn Lastwagen, dat Feuerwehrauto un dat Polizeiauto kreegen 'nen düftigen Stoat un suusten alle unner dat Berre. Ock noch paar annere Deele raakten drunner.
Man moss Mama dann ock immer foart soa unwies schenn'n
"Rüüm up!! " Un stell alles wear doar hen, woar't henhöart."
Jeden Oabend dat sölde Pohee.
Woarüm eigentlich? Mij stört dat Spüllwerk nich wat doar up de Floare, de Toafel un up de Stöle rüm ligg.
Ick spring eenfach dröwwer weg.
Woarüm dat Lego wegrümen, wenn ick dat an annern Dag doch wear bruuk.
(Diesen Absatz ganz langsam sprechen)
Men   -   doar fallt mij jüst wat in -   boll is mien' Geburtsdag un ick dröff Mama un Papa nich verdrait maken.  ----   Dat riskeer ick lewer nich.)

Soa no un no rullt de Autos de Autorampe hoch und dann  stoat se alle an Ort un Stierre in’t Parkhuus. Nou dat annere Spill noch inrümen.   (kurze Pause)

- Nää – doar hebb ick nou kinn Lust meär to!
- Dat Spill krigg 'nen Stoat un raakt unnert Berre. -  Sött ja kinn eene.Oh - Nou fall mij up moal  wat in    (Pause)     

Dat wünsch ick mij!!!

"Mama----- Mama"
"Wat is de dann, Jan, woarüm schreis du soa?"
"Mama , du hess doch seggt, dat ick mij noch wat to'n Geburtsdag  wünschen dröff."
"Joa, dat stimmt, een'n Wunsch hess du noch, Jan.
" Un ick weet nou ock, wat.  - Un dat kann's du dij dann ock moal utleen'n."
" – Joa  - un wat is dat dann?"
"Eenen Roboter!"
"Eenen wat???"
"Eenen Roboter, Mama , de wünsch ick mij."
"Wat,   -   soa'n ollen Blickkerl? -  Wat wuss  du doar dann met?"
"De sall miene Kamer uprümen."
Soa – de sall diene Kamer uprümen?" Mama schüttkoppt.
"Joa, Mama, de kann dat. -  In't Fernsehn hebbt se dat kottens noch wiesed. Ick mott bloas denn richtigen Knopp drücken un dann legg he all los.
Denn Roboter schmitt ock nix unner mien Berre."
"Soa, - dat dött he nich", genesed Mama.
"Nä – Mama, - de dött bloas dat, wat ick will.
Dann maakt dat Uprümen richtig Pleseär un miene Kamer is dann immer Tip – Top uprümt. . Un Mama, -  du dröffs dij denn Roboter dann ock moal utleen'n, wenn du uprümen moss."

 
 
 
     
 
 
     
 

Oh, düsse Öllern
Noa  nen Text ut „Kinner“ van’n NDR schrewen van  Birgitt Jürs
In Gilhuser Platt A. Bardenhorst

Menschenkinner, -  dat sall doch wall to schaffen weärn,  - de eigenen Öllern  to ertrekken!

Wat meen ij?

De Öllern ertrekkt de Kinner?   Na  - wenn ij dat meent!!!

De Wirklichkeet sött heel anners ut:

To allereerst müött wij Kinner schreien, wenn wij Hunger hebbt  -
Bij Buukseärte, - wenn wij de Buxe full hebbt -  un wenn wij koole Fööte hebbt,  geet dat Geblääre weer los.

Ock wenn datt in de Luft kieken to langwielig wööd, - kuomp dat Signol.

De jungen Öllern kriegt wall gaue rutt, wat dat unnerschedliche Schrewen bedutt,
-  men noa  us kieken doot se doch.

Un söss wall,  dat eerste hebbt se all leärt.

De meeste Löde denkt ja ock,  - Spüllwerk ut denn Kinderwagen to schmieten, dat de Öllern dann wear upkrieget, is n’ Spüll – nää, dat is kinn Spüll, dat is denn eärsten Tratt up denn  Padd de Öllern to ertrekken. Et ist wall 'ne langdöarige „Erziehungskiste“ de wij Kinner us met use Öllern uphalst hebbt.

Wat hebb wij doar föar 'ne Last biet’t Inkoapen. De Schreweräij, bis wij dat sööte Werk of dat Spüllwerk krieget. Is doch bloas 'nen Test, of dat "Nää" van Mama of Papa ock Ernst meänt is.  - Un meesttieden krieg wij dann ja och wall dat,  wat wij willt.  Un weil de Öllern dat so gaue vegett’, müöt wij dat dann immer wear probeerten.

Jede Kind kann doar 'n Lied van singen, wat dat föar 'nen Büld Werk is, de Öllern bij to brengen, wat guten Geschmack is. De wödden ja immer bloas Jacken, Pullis un Buxen koapen, ohne te kieken, dat doar ock dat richtige Etikett drin is. Doar kann man sick ja in de Schole  nich met seen loaten.
Doar kannst  eerst es vesööken, dat Tüüg heel achtern in de Kaste te stoppen.
Vlicht denkt Mama dann nich meär dran.
Un wenn se doch drup koump, dat du dat Tüüg antrekken sass, joa dann mott dij doar men smonns noch gaue 'ne Tasse Kakao dröwerkippen. 

'Nen wichtigen Punkt bijt ertrekken van de Öllern, is ock dat lange Upbliewen.
Gediegen, dat de Öllern immer denkt, eäre Kinner bint immer üm 8.00 Uhr oabends  möde, Dann fangt se an do diskoteeren, dat Schlopen so gesund is, aber kinn Woart doarvan, wat man alles vepasst.

Bij Papa kanns du dat  ja noch manges schaffen, wenn du dij heel still vehöals, de merkt  dann vlicht gar nich, dat  du noch doar bis. Aber bij Mama moss du gute Argumente hebben. Doar moss' eär dann all vetellen, dat du utrekknen wiss, met wuvull Prozent dat "Topmodel of denn Superstar" wunnen heff. - Un Prozentreknen is doch soa wichtig.

Ock met dat Äeten is dat soa'n Spill. Immer weär sett't se dij bloas "gesundet" Werk föar. Wenn du noch klein bis, kanns du eär noch bibrengen, wat du nich mag(ch)s,  wenn  du dij denn Mund vullstoppen löss - un dann alles in'n hogen Boagen wear rutspäijs.

 
     
 
 
     
 
 
     
 

Et is immer gut, wenn du eene Sproake meär kanns.

1. Sprecher

Up denn Burenhoff gaff et Koije un Kälwer, Schwiene un Biggen, Een Peärd met 'n Füllen un ock 'n paar Katten. Eene Katte ha'a   twäi junge Kättkes. Un dann gaff et noch 'nen näijen groaten Hund.

2. Sprecher

Denn Hund  ploagede gern de Katten – Lööp achter eär an  un jachte eär up de Böme.
- Pause - De Katten fünden dat gar nich moij. Se göingen em ut de Weg(ch)

 

 

1. Sprecher

 

Eenmoal segg nou de Kattenmama:"Ij bint nou groat genog(ch), ick goa van Oawend ut. Jure Tante Mimi passt up ju up."- Pause - Eäst spüll'n de kleinen Kättkes met Tante Mimi Stäertkes fangen, dann wieste Tante Mimi eär, woar et söte Melk gaff.

 

 

2. Sprecher

Aber up eenmoal föngen de kleinen Kättkes ganz upgereg(ch)t an to miauen.

 

 

Kättkes

Miau, miaaauuu, miaaaauuuu

 

 

2. Sprecher

Van wieden söög (ch) Tante Mimi denn Hund ankummen.

 

 

Tante Mimi

Weärt ganz still, kruupt achter mi un röört ju nich.

 

 

2. Sprecher

De Hund kömm nöger, stönn föar de Katten un föng an te bliäken:

 

 

Hund

Wau, Wau -   Wau -  Wau - Wau

 

 

1. Sprecher

De Katten blewen still sitten un rööden sich nich.
- Pause - Un dann up eenmoal föng ock Tante Mimi an to bliäken

 

 

Tante Mimi

Wau  - Wau  - Wau

 

 

2. Sprecher

Denn Hund wüss föar Schreck nich, wat he höarde, he draijde sick üm un löap futt – bloas futt.
 - Pause -

Hund

De Hund löpp gaue futt.

 

 

1. Sprecher

De jungen Kättkes kiejken Tante Mimi an un frog(ch)ten:

 

 

Kättkes

Wat was dat dann?

 

 

Tante Mimi

Joa, see ij wall: langsam und betont

 

 Et is doch immer gut, wenn man 'ne Sproake meär kann.

 
     
 
 
     
 
 
     
 
 
     
 
 
     
 
 
     
 
 
     
 

GN Grafschafter Nachrichten 25.02.2012

„Von Plattdütsch dröws di nicht afbrengen loaten“
Plattdeutscher Heimatabend des VVV Gildehaus

hd Gildehaus. Die Heimatabende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Gildehaus (VVV) sind weiterhin sehr beliebt. Das zeigte sich einmal mehr bei der jüngsten Auflage am Donnerstag. Unter dem Motto „Wi kürt platt“ erlebten rund 200 Besucher einen stimmungsvollen und vergnüglichen Abend. Untermalt wurde die Veranstaltung vom Singkreis der altreformierten und reformierten Kirchengemeinden unter der Leitung von Ludmilla Schmidt, der unter anderem über die „Groafschoaper Menschen“ sang.
Auch VVV-Vorsitzender Helmut Scholle rief in seiner Begrüßung dazu auf: „Kürt platt! Denn as alle Lö anfängen, hochdütsch te proten, was dat nicht Jammer un groot Malöer? Von Plattdütsch dröws di nicht afbrengen loaten, un kür’s due platt, dann kanns ne Sproake mähr.“
Schülerinnen und Schüler der Arbeitsgruppe „Plattdeutsch“ der Grund- und Hauptschule Gildehaus boten unter der Leitung von Annette Bardenhorst mit Hanna Deters, Gero Schüttmann, Vivien Marx sowie Jens und Tim Wallasch gleich mehrere Vorträge. Nach dem Lied „Klein Wippstäert“ und zwei Lesungen führten die Kinder auch einen Schüler-Sketch auf.
Pastor Gerhard Kortmann begeisterte die Zuhörer mit einem Beitrag des inzwischen verstorbenen Kabarettisten Hans-Dieter Hüsch. Zudem trug Kortmann auf plattdeutsch und mit flotten Bewegungen das Lied „Is dat nich ne moe riederei…“ vor.
Friedchen Ostermann unterhielt seine Zuhörer mit Pastoren-Dönkes in ihrer typischen Weise mit viel Witz und Humor. Johanna Kalverkamp trug Erzählungen und Geschichten von Gertrud Stegemerten vor, die selber viele Jahre lang die Heimatabende aktiv bereicherte. Aus ihrem reichhaltigen Repertoire berichtete Kalverkamp „wat Oma un Opa ut eare Kinnertied vertellten“ sowie Pastorengeschichten zum Schmunzeln.
„Hochdeutsch - Plattdeutsch“ hieß anschließend der Sketsch von Berndine Golisch und Lene Kleine Bardenhorst. Beim Einkauf in einem Schlachterladen kam es hierbei zu allerlei Turbulenzen.
Helmut Scholle erinnerte auch an den kürzlich verstorbenen Günter Tangenberg, der sich lange für die Heimatabende engagiert hatte. Nachdem Friedchen Ostermann in einem Gedicht die Freizeit Tangenbergs unter dem Motto „Der Gärtner am Mühlenberg“ Revue hatte passieren lassen, endete der erste Teil des Abends mit dem gemeinsam mit dem Chor gesungenen „Gildehauslied“.
Der Singkreis eröffnete auch den zweiten Teil. Danach gab es einen Dia-Vortrag „Gildehaus in alten Ansichten“. Die älteste Aufnahme war 140 Jahre alt. Auch die Einweihung des Kriegerdenkmals aus dem Jahre 1925 wurde ausführlich gezeigt. Bei vielen anderen Aufnahmen sah man alte Häuser, die heute nicht mehr existieren.

 
         
     
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