Groafschupp Benthem

De Grofschupp Benthem is nich groot,
Een, de en bettien gut te Foot,
Wenn he men gerne lopen mag,
Lopp dwaß derdör in eenen Dag.
Men unse Ländtien, dat is fien,
Gineen finn Y, de’t nich mag lien —
Wy lewt en starwt för’n Vechtestrand
För’n Dinkelstrand, uns‘ Heimatland.

Uns‘ Heimatland! Wo moj dat klingt!
As wenn de Engelties et singt
In ehre moje Himmelswies‘,
As was’t en Woort ut’t Paradies.
Wo proat se ok dat aule Platt
Soa moj as hier in Dorp en Stadt?
Hochdütsch krigg noit de Owerhand
In unse lewe Heimatland.

Unse Platt is nich an Wöre riek,
Wot proat ok owerall nich gliek:
Hier „Pöttien“, „Schötteltien“ men segg,
Dor „Pöttken“, „Schöttelken“ kottweg,
Hier seggt se „Moder“ en dor „Moar“,
Hier is et „söwen“, „sewwen“ dor.
Men Buren-, Stadt- en Borgerstand
Verstoaht sick in uns‘ Heimatland.

Joa, dat Verstoahn, dor kummpt up an,
Up Enighäit van Frau en Mann,
Up Enighäit van Arm en Riek,
Wat sall hier ok de Schäidediek?
Noit kann de Groafschupp undergoahn,
Wenn wy men all tehoapestoahn,
Dann hault de Herrgott siene Hand
Ok ower unse Heimatland.

Eine sprachlich und inhaltlich veränderte Version findet sich in: Handel und Wandel in der Grafschaft Bentheim, Verlag für Architektur-, Industrie- und Stadtwerke Düsseldorf, S. 3.

Carl van der Linde

Carl van der Linde (* 4. April 1861 in Veldhausen; † 13. Januar 1930 in Veldhausen) war ein jüdischer Buchdrucker und niederdeutscher Dichter.
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