Heinrich Kuiper (* 27.05.1937, Grasdorf; † 27.12.2019, Nordhorn) war ein plattdeutscher Heimatdichter.
Heinrich Kuiper war das einzige Kind von Geerd Hindrik Kuiper (1906–1992) und dessen Ehefrau Geertken, geb. Heleenders (1907–1999), die einen Bauernhof in Grasdorf bewirtschafteten, den er später übernahm. Er besuchte die Grasdorfer Volksschule und schrieb bereits im Alter von zehn Jahren seine ersten Gedichte. Damals war es noch üblich, dass Lehrer ihre Schüler Gedichte auswendig lernen ließen. Heinrich Kuiper hat seit dem Jahre 1968 regelmäßig Gedichte und Prosabeiträge in Grafschafter Platt in den Jahrbüchern des Heimatvereins der Grafschaft Bentheim und später auch in der Heimatbeilage der Grafschafter Nachrichten, dem „Grafschafter“, veröffentlicht. Er wurde auch für seine zumeist unterhaltsamen und humorvollen Vorträge und Reden geschätzt, die er mit kraftvoller Stimme vortrug.
Heinrich Kuiper war nie verheiratet und lebte alleine auf dem ererbten Hof im Vechtetal. 2011 zerstörte ein Feuer das Wohngebäude. Er errichtete an selber Stelle einen kleinen Neubau, in dem er bis zuletzt lebte – ohne Fernseher, ohne Computer, aber mit Radio und mit Büchern. Der in Bescheidenheit lebende Kuiper, der stets mit dem Fahrrad unterwegs war und kein Auto besaß, gab die Landwirtschaft 1994 auf und lebte danach von einer kleinen Rente und Pacht. Er führte eine schlichte, von Freiheit und Unabhängigkeit geprägte Lebensweise. Materielle Dinge waren ihm nicht wichtig. Wichtiger war ihm Zeit für sich selbst und andere Menschen zu haben.
Seine bäuerliche Herkunft, die plattdeutsche Sprache und der reformierte Glaube haben ihn geprägt. Humorvoll und nachdenklich, mit großer Zuneigung zu Natur und Menschen, hat er im Laufe seines Lebens eine Fülle zumeist plattdeutscher Gedichte und Texte verfasst.
Im Jahr 2020 hatte der Heimatverein der Grafschaft Bentheim die Veröffentlichung eines Buches über Leben und Werk Heinrich Kuipers geplant. Der Dichter fühlte sich geehrt, dass ihm im hohen Alter eine solche Anerkennung zuteilwerden sollte. Leider erlebte er diese Würdigung nicht mehr, da er am 27. Dezember 2019 nach kurzer schwerer Krankheit in der Euregio-Klinik Nordhorn verstarb.
Am letzten Tag des Jahres 2019 geleiteten ihn zahlreiche Heimatfreunde zur letzten Ruhe auf dem neuen Friedhof Veldhausen.
Der nachfolgende Link führt zu dem 2020 veröffentlichten Buch „Niks blif, wu´t is“ über Leben und Werk Heinrich Kuipers:
