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Plattdütsch in de Groafschup

 

 

     
     
   
     
     
 

Die Welt 30.03.2019

Nächste Schulstunde :

Niederdeutsch

Mundart macht schlau - davon sind immer mehr Bildungsexperten überzeugt. Einige Bundesländer integrieren Dialekt bereits in den Unterricht. Auch im Erwachsenenalter ist es nicht sinnvoll, ihn komplett abzutrainieren

Von Nina Bärschneider

Seit ihrer Kindheit war der Dialekt ein Teil von Annalena Bürk. Ob zu Hause in einem kleinen Ort nahe Offenburg oder in der Schule: Familie, Freunde und Lehrer sprachen Badisch. Zwar las und schrieb die heute
23-Jährige Hochdeutsch, doch in Gesprächen nutzte sie ganz selbstverständlich Dialekt. Bis zu dem Moment, als sie mit 17 Jahren nach Köln fuhr um sich auf ihren Freiwilligendienst im Ausland vorzubereiten. „Dort haben alle Hochdeutsch gesprochen", erinnert sich Bürk. „Ich habe mich wie ein Landei gefühlt. Manchmal traute ich mich nicht, etwas zu sagen.“ Zwar reagierten die anderen Freiwilligen nicht abwertend, dennoch fühlte sich Bürk nicht zugehörig. „Sie fanden das Badische süß. Aber ich bin eben immer aufgefallen." Das Vorurteil Dialekt sei die Sprache der Bauerntölpel, Mit sich bis heute. In den 7oer-Jahren bescheinigten Studien Dialektsprechern schlechtere Schulleistungen als ihren Hochdeutsch parlie­renden Mitschülern.

Die Sprache in Radio und Fernsehen ist in den vergangenen Jahren einheitlicher geworden, in überregionalen Medien sind Dialekte die Ausnahme. Junge Menschen vernetzen sich über die Grenzen ihrer Heimat hinweg und hören schon früh das Hochdeutsche. Es gibt sogar Kommunikationstrainer für Menschen, die Hochdeutsch lernen wollen, weil sie sonst ihre Karriere in Gefahr sehen. Gehört Mundart also in die Mottenkiste?

Ganz im Gegenteil, sagen Experten. So auch Anthony Roweley von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Der aus Großbritannien stammende Sprachwissenschaftler hat sich darauf spezialisiert, bayerische Dialekte zu erforschen. „Wer einen Dialekt spricht, hat ein ausgeprägteres Sprachgefühl und -verständnis als jemand, der nur Hochdeutsch spricht. Er rezipiert Wörter im Alltag besser.“ So haben etwa Langzeitstudien der Universität Oldenburg an Aufsätzen von Dritt- und Sechstklässlern gezeigt: Dialekt sprechende Kinder machen 30 Prozent weniger Rechtschreibfehler als jene, die ohne regionale Sprachfärbung aufgewachsen sind., Die guten Pisa-Ergebnisse der südlichen Bundesländer aus dem Jahr 2010 sind für viele ein weiterer Beweis, dass ein Dialekt die Schulleistung sogar steigert. „Zwar spielen bei der Pisa-Studie viele weitere Faktoren eine Rolle - etwa das Schulsystem-, doch einige Indizien weisen darauf hin, dass Mundart einen positiven Einfluss auf die schulischen Leistungen von Kindern hat“, sagt Sprachwissenschaftler Rowley.

Mehrere Bundesländer bemühen sich deshalb, das Dialektsprechen in den Lehrplan zu integrieren. So zielt etwa der aktuelle baden-württembergische Bildungsplan 2016 darauf ab, dass Schüler ,,zwischen Dialekten und Standardsprache unterscheiden und beide Sprachformen passend einsetzen können. In Bayern taucht das Thema Mund­art im sogenannten Lehrplan PLUS Deutsch auf, an-Gymnasien gibt es. Pflicht- und Wahlseminare zu Dialekten. Die Handreichung „Dialekte in Bayern“ des Kultusministeriums hält unter anderem eine Sendereihe des Bayerischen Rundfunks auf DVDs bereit, die Schüler und Lehrer in zehn Folgen über die verschiedenen Dialekte in dem Bun­desland informiert. Und die Stiftung Wertebündnis Bayern hat das Projekt „MundART WERTvoll“ ins Leben gerufen, mit dem sie junge Menschen für Dialekte begeistern will. Sie sollen Mundart als „Kernelement von Heimat und Brauchtum und gleichzeitig als Teil eines frischen und populären bayeri­schen Lebensgefühls“ erleben. Dafür sprechen die Projektverantwortlichen auch ganz gezielt Schulen an.

Eine davon ist die Schule von Josephine Brunnhuber. Die Leiterin der Grundschule Grabenstätt - einer bayerischen Gemeinde direkt am Chiemsee - spricht leidenschaftlich gern Bayerisch und will; ihre Schüler dafür begeistern. Als „MundART WERTvoll“ vor fünf Jahren anfragte, ob sie dazu ein Projekt auf die Beine stellen will, sagte sie zu. Nach fast einem Jahr Vorbereitung war es soweit: Brunnhuber führte mit ihrer Grundschule ein Musical in reinem Dialekt auf. Das Medienecho für das Stuck „Schuihofgschroa“ war groß, die Schule wurde im Bayerischen Landtag für ihr Engagement gewürdigt. Es folgte eine bayerische Interpretation der „Zauberflöte“ Aktuell üben die Grabenstätter Grundschüler die „Löwenkinni“ ein, die bayerische Version des Musicals „König der Löwen“.

Im Unterricht lässt Brunnhuber den Dialekt ganz selbstverständlich einfließen. Zwar ist die Unterrichtssprache Hochdeutsch, doch der Dialekt ist immer präsent. „Die Kinder müssen beides können: Ein Referat zum Beispiel sollte ein Schüler auf Hochdeutsch und im Dialekt vortragen können.“ Die Lehrerin ist überzeugt, dass Kinder sprach­begabter sind, wenn sie beides gleichermaßen beherrschen. Die Kinder haben dadurch eine innere Mehrsprachigkeit“, erklärt Brunnhuber. Sie vergrößerten ihren Wortschatz und könnten mühelos von der einen in die andere Sprache wechseln. Ein eigenes Fach für den bayerischen Dialekt hält die Schulleiterin jedoch für kontraproduktiv. „Werden Schüler benotet, wie sie einen Dialekt sprechen oder verstehen, nimmt ihnen das jegliche Motivation. Dialekt muss etwas Freiwilliges bleiben, damit
man ihn schätzen lernt.“ Bayern und Baden-Württemberg sind besonders bekannt für ihre Dialekte. Doch auch andere Regionen bemühen sich, Mundart zu bewahren. So soll in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen das Plattdüütsch nicht verloren gehen: Beide Länder wollen das Niederdeutsche als Unterrichtsfach verankern. In Schleswig-Holstein gibt es deshalb seit dem Jahr 2014 Niederdeutsch als Unterrichtsfach an Grundschulen. Schüler sollen die Sprache vor allem in Form von Liedern und Theaterstücken kennenlernen und dabei einen Grund­wortschatz in Niederdeutsch lernen. Das soll einerseits die Sprache erhalten, gleichzeitig aber auch den Schülern nut­zen - etwa weil sich Niederdeutsch als Brückensprache zum Englischen, Niederländischen und den skandinavischen Sprachen eignet. Auch im Regierungsbezirk Münster in Nordrhein-Westfalen läuft dazu seit fünf Jahren ein Schulver such mit speziell entwickelten Unterrichtsmaterialien.

Beide Länder haben sich über die Europäische Sprachencharta verpflichtet, das Niederdeutsche zu fordern. Diese seit 1998 bestehende Erklärung will die Sprachen nationaler Minderheiten schützen - und gibt Dialekten damit auf internationaler Ebene Rückenwind. Die Unesco will überdies mit dem „Weltatlas der bedrohten Sprachen“ auf Dialekte aufmerksam machen. 2500 weltweit bedrohte Sprachvarianten ordnet sie in ein Ranking ein: von „vulnerable“ (verwundbar) bis „extinct“ (ausgestorben). In Deutschland stehen 13 Sprachen auf der Liste. Bayerisch ist dabei noch am wenigsten gefährdet, da viele Kinder den Dialekt noch sprechen - wenn auch nur zu Hause. Nordfriesisch hingegen ist „severely endangered“ (ernsthaft bedroht) - nur noch rund 10.000 Menschen sprechen den Dialekt aus Norddeutschland, und sie alle gehören zur älteren Generation.

Es tut sich einiges in Sachen Mundart in Deutschland. Doch trotz aller Bemühungen haben es Dialektsprecher nicht immer leicht. Ariane Willikonsky hat jeden Tag mit Menschen zu tun, die aus beruflichen Gründen Hochdeutsch lernen müssen. „Im Job ist ein Dialekt nicht immer hilfreich. Er kann das Gegenüber schnell vom Gesprächsinhalt und der Persönlichkeit ablenken“, sagt die Kommunikationstrainerin, die in Stuttgart das FON-Institut für Sprache, und Stimme gegründet hat.

Menschen assoziierten Dialekte häufig mit regionalen Gebräuchen. Ein Dialektsprecher müsse also aufpassen, nicht unglaubwürdig oder unprofessionell zu wirken. „Je höher die Position, desto weniger wird ein Dialekt erwartet“, sagt sie. Selbst ein beliebter Dialekt wie das Bayerische könne der Karriere manchmal im Weg sein, sagt Willikonsko: „Oft verbindet man damit das ländliche, was in der Berufswelt ein Problem sein kann. Sächsisch wird mitunter mit fehlender Weltoffenheit assoziiert. Schwäbisch wiederum kann einen Eindruck vom fleißigen Arbeitnehmer vermitteln.“ Manche ihrer Kunden kommen freiwillig, andere werden von ihrem Unternehmen geschickt. Hochdeutsch zu lernen fällt nicht jedem leicht. Dialektale Worte ließen sich schnell umgehen, aber eine gewisse Färbung bleibe immer. „Dabei geht es nie darum, einen Dialekt abzutrainieren“, erklärt die Kommunikationstrainerin. Ein Mensch sollte allerdings in der Lage sein, in gewissen Situationen umzuschalten. Willikonsky bezeichnet es als wertvolle Gabe, sowohl Hochdeutsch als auch einen Dialekt zu sprechen. „Politiker zum Beispiel können sich in einer Situation als versierte Redner auf Hochdeutsch präsentieren und im nächsten Moment sehr volksnah wirken, wenn sie sich mit einem Bürger im Dialekt unterhalten.“ Auch die 23-jährige Annalena Bürk profitiert inzwischen davon, sich jeder Situation anpassen zu können. Verfällt sie zu Hause immer sofort in den badischen Dialekt, hat sie sich für ihr Studentenleben außerhalb von Baden- Württemberg aktiv Hochdeutsch antrainiert. Sie spricht zudem fließend Eng­lisch, Französisch und Spanisch, hat ein gutes Sprachgefühl. Für ihre Karriere empfand sie ihren Dialekt bisher nicht als Problem. In ihrem letzten Bewerbungsgespräch in Sachsen-Anhalt, wo sie jetzt wohnt, wechselte sie automatisch ins Badische. „Mein Bauchgefühl sagte mir, dass das in dem Moment sympathischer wirkt“, erzählt Bürk. Und sie behielt recht: Sie bekam den Job. Seitdem unterrichtet sie Frauen mit Migrationshintergrund in Deutsch.

 

 
     
     
 

Plattdüütsch dat maakt Pleseär

Well platt proat of kürt,
kann ´ne Sproake meär

Die VHS bietet wieder 2 Plattdeutsch Kurse an

Teilnehmer/innen ohne und mit Vorkenntnissen
Kursleiterin Anette Bardenhorst

Teilnehmer/innen mit Vorkenntnissen
Kusleiter Harm Hindrik Schoo

 
     
   
     
   
     
     
 
Anfietsen in der Grafschaft Bentheim
 
 
 
     
 

Die Radfahrer in der Grafschaft Bentheim sollen den Frühling mit einer Sternfahrt nach Emlichheim an der deutsch-niederländischen Grenze begrüßen. Dazu lädt der kreiseigene Tourismusverein für kommenden Sonntag (5. April) ein. Erstmals werde dann das „Grafschafter Anfietsen“ angeboten, hieß es. Emlichheim war im vergangenen Jahr zur fahrradfreundlichsten Kommune Niedersachsens gewählt worden. Als besonderes Schmankerl fährt ein Sonderzug von Bad Bentheim nach Emlichheim, mit dem Gäste die „Fietsen“ (niederländisch für Fahrrad) mitnehmen können, um dort an einer geführten Fahrradtour teilzunehmen.

 
     
     
 

GN 28.2.2019

Platt lernen im Internet

Ein Jahr Länderzentrum für Niederdeutsch

BREMEN  Plattdeutsch lässt sich nun auch in Kleingruppen im Internet lernen. Die Serie von Webinaren ist eines der ersten Angebote des vor gut einem Jahr eingerichteten Länderzentrums für Niederdeutsch (LNZ) in Bremen. „Wir widmen uns dem E-Learning“, sagte Geschäftsführerin Christianne Nölting.

Es gehe darum: „Wie erreiche ich den Plattschnacker oder den, der es werden will, zu Hause?“ Das Zentrum wird von den norddeutschen Ländern Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig- Holstein betrieben. Es

soll die plattdeutsche Sprache fördern und Initiativen  für niederdeutsche Kultur vernetzen. Mit Mecklenburg-Vorpommern wird bei einzelnen Projekten kooperiert.

Die Sprachkurse hätten je fünf bis zehn Teilnehmer – „ganz normale Leute, die einfach ihr Platt aktivieren möchten“, sagte Nölting. Andere seien Studenten, Lehrer oder Dozenten an Volkshochschulen. Die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien förderte die Einrichtung der Webinare, von denen bereits acht parallel laufen.

Nölting nennt Plattdeutsch eine „Nahsprache“, die leicht zu lernen sei. „Man versteht die norddeutsche Kultur besser, wenn man dem Plattdeutschen begegnet ist.“ Sie selbst

stammte von der Insel Fehmarn und ist mit Platt aufgewachsen. „Das ist meine Kindheitssprache.“ Als nächstes Projekt will das Zentrum ein Plattdeutsch-Lehrwerk für Schüler ab der fünften Klasse erstellen. Für die älteren Klassen fehle es an Lehrbücher und Material, sagte Nölting.

Natürlich werde Plattdeutsch nie wieder so verbreitet sein wie noch vor 100 Jahren, sagte Nölting. Doch die Sprache liefere Anlässe zu Begegnungen und zu Gesprächen. „Das ist ein Stück Kulturgut, dass es zu pflegen gilt.“  dpa

 

 
  Auch wir weisen hier auf das von der Platt AG herausgegebene Wörterbuch und das Plattdeutsche Unterrichtsmaterial für Schulen und Kindertageseinrichtungen in Grafschafter Platt zum herunterladen hin.  
     
   
     
 
 
  Bildunterschrift: Hermann Bröring, Hermann May, Thomas Schomaker, Daniel Thele, Franz Wind und Linda Wilken (v. li.) bei der Übergabe der Schautafeln am Albert-Trautmann-Denkmal (Foto: Andy Albers).  
     
 

Werlte liegt nun auf dem „Platt-Patt“

Stadt beteiligt sich an Niederdeutsch-Projekt
der Emsländischen Landschaft e.V.

 

Die Stadt Werlte ist nun Teil des neuen Niederdeutsch-Projekts „Platt-Patt“ der Emsländischen Landschaft e.V. Im Ort erzählen zwei Schautafeln über ein beliebtes Hümmlinger Lied und einen bekannten Bürger der Stadt. Das Besondere daran: Die Schautafeln führen zu plattdeutschen Filmen und Tonaufnahmen im Internet.

Landschaftspräsident Hermann Bröring und Plattdeutsch-Referentin Linda Wilken übergaben Bürgermeister Daniel Thele Schautafeln für das Albert-Trautmann-Denkmal sowie für die Kreutzmanns Mühle. Ebenso anwesend waren der Vorsitzende des Heimatvereins Werlte, Franz Wind, sowie sein Stellvertreter Thomas Schomaker.

Die Filme und Tonaufnahmen sind „up Platt“ mittels QR-Code abrufbar. Vor dem Albert-Trautmann-Denkmal ertönt dann ein Gedicht über den Heimatforscher und Schriftsteller. Es stammt von Hermann May, der sich die Teilnahme an der Übergabe in seinem ehemaligen Heimatort nicht nehmen ließ. Die Schautafel an der Kreutzmanns Mühle informiert über das Lied „De Hümmelske Bur“, das dort mit dem Smartphone aufgerufen und abgespielt werden kann. Z udem sind das Lied und das Gedicht auf der Homepage der Emsländischen Landschaft zugänglich. Dort sind auch Filme der Ludgerusschule Rhede abrufbar, wo die beiden ersten beiden Stationen des „Platt-Patts“ errichtet wurden.

„Auf dem „Platt-Patt“ ist es möglich, spannende Orte aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim digital und auf Plattdeutsch zu erleben. Dabei kann es um interessante Gebäude, Historisches über die Gemeinde aber auch um Aktivitäten von örtlichen Kultureinrichtungen, Schulen oder Vereinen gehen“, so Landschaftspräsident Hermann Bröring. Es sollen noch weitere Stationen entstehen, dabei unterstützt die Emsländische Landschaft. Interessierte können sich bei Linda Wilken unter wilken@emslaendische-landschaft.de oder Tel. 05931-4964213 melden.

Kontakt: Emsländische Landschaft e.V., Linda Wilken M.A., Am Neuen Markt 1, 49716 Meppen
Tel: 059314964213; Mail: wilken@emslaendische-landschaft.de, www.emslaendische-landschaft.de

 
     
     
   
 
 
     
   
     
         
 

Et mott bliewen

Da't noch use Plattdüütsche Sproake giff, nich bloas vandage un moann.
Dat de platte Sproake ock vedann bliff, doarföar mött wiealle sorgen.

Siet dusend Joar ne eigne Sproake,
dat is in düsse Tied al wat.
Woar dat,,Moderne"doch soa,,In" is,
un dat,,Olle"sick lück bewäget up veloarnen Patt

Ick froag mi bloas,wu sall dat wiede goan wenn se dat Platt nich meär höart.
Use Plattdüütsche Sproake kann bloas bestoan, wenn ,,Jung" un,,Oalt"se eärt.

Wat ick noch seggen woll !

De Sproake is'n Schlöttel de Döarn loss makt.
Wi willt hoappen dat denn Schlöttel föar de plattdüütsche Sproake nich veloarnen geet.

Gertrud Stegemerten

 
         
     
 

April

 

De Meert, de was all up´n biestern,
Nu is noch slimmer de April,
Vandage Snee en morgen Hagel,
April kann net doon, wat he will.
En Nachts fröß`t mangs noch soa harre,
Dat men verdooit hoast glöäwen sull,
Wy wassen dicht by Mirrewinter,
April, April, du makst´t te dull!
Fank an de Moand, dann stüürt de Lö sick
„In den April“ – is dat wall gut?
Wy bint d´r-in en seggt nu alle:
„Was´n wy men glücklig weer heruut!“
Nu geht`t up Poaschen! Unse Junges
Haalt Hault heran för´t Poaschefüür,
De Hohner bint soa drock an´t leggen,
Want Eier sind ja unwies dür.
Drock bint de Fraulö all´an´t Schüren,
Maakt Köcken, Kamers schoane nu –
All´ doot´s ehr Plicht, – sien Plicht vergetten,
April, dat heß allennig Du!
Suß dy doch bettern, Aultgeselle,
Völl Guuds sind wy van dy nicht wäint,
Üm dat de Welt as wispeltürig
Dy all soa völle Joahre käint.
April, to Poaschen loat dy seggen:
Breng Vöörjoahrslucht met Sünnenschien!
Dann willt dat Slechte wy vergetten,
Vergetten Kaule dann en Pien.
Bedäink ok: Poaschen willt de Wichter
Sick wiesen in de mooisten Kleer –
Soadöänig will wy faste hoppen,
Dat du uns gau bräinks better Weer.

Carl van der Linde
Veldhausen 10.04.1922

 

 
     

Unsere Zukunft ist mehrsprachig

Plattdütsch in de Groafschup


Ümdat de „Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen" dat woll, heff denn Bundestag in’n Juli 1998 een Gesetz beslotten, woarin seggt wodd, dat Sproaken van Löö, de in de Minnerhäit bint, un Sproaken, de in bestimmde Konträins proat / küürt wodd, anseen mött wonn'n at Riekdum van mäinschlik Lewen, un doarüm ock bewaart wonn'n mött.

Ock ümdat sick doar immer meär Mäinschen ´ne Masse Möite üm dat Platte hier in’t Norden van ouns Laund geewt, wodd’t doch de Plattproaters minner. Besünners an de jungen Löö wodd de plattdüütsche Sproake hoast nich meär wietergewen. Et stimmt wall, dat d’r meär Mäinschen Platt vestoan könnt as proaten / küren. En et is ock soa, dat d’r up't Laund un in Huus meär platt proat /küürt wodd as in de Stadt.

In de Groafschup sall nu dat Plattdüütsch weär meär proat / küürt wonn'n. Doarüm heff sick ock ´nen Kring van Löö funn'n, de tehoape met Mäinschen van'n Landkreis vesöken willt, besünners in Kinnergöarns un Scholen föar disse Sproake ientetreen. Et geet drüm, junge Mäinschen föar't Plattproaten / Plattküren nij te maken.

         
         
     
         

Plattdeutsch in der Grafschaft Bentheim

Auf Basis der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen des Europarates aus dem Jahr 1992 hat der Bundestag im Juli 1998 ein ganz besonderes Gesetz in Kraft gesetzt. In Artikel 7 wird dort das Ziel formuliert, dass Regional- und Minderheitensprachen als Ausdruck kulturellen Reichtums geschützt und gefördert werden sollten.

Trotz zahlreicher Bemühungen, die plattdeutsche Sprache im norddeutschen Raum zu fördern und zu erhalten, nimmt die Anzahl der Niederdeutsch-Sprecher immer mehr ab. Besonders an junge Leute wird die Sprache heute nicht mehr weitergegeben. Tatsache allerdings ist, dass viel mehr Menschen Plattdeutsch verstehen als sprechen können. Der Gebrauch von Plattdeutsch ist auf dem Lande verbreiteter als in der Stadt, und im privaten Bereich wird stärker Plattdeutsch gesprochen als in der Öffentlichkeit.

In der Grafschaft Bentheim wird seit längerer Zeit für die plattdeutsche Sprache geworben. Gemeinsam mit Vertretern des Landkreises hat sich ein Arbeitskreis, der aus etwa 15 interessierten Personen besteht, gegründet. 

         
     
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