Plattdütsch in de Groafschup

 

 

   

 

 

 

 

 

De Platt–AG van’n Landkreis
bedankt sick bij alle Mäinschen, de de Koare an’t
lopen hollt. De Fraulöö en Maunlöö, de in Kraunkenhüse, Altenheime, Apotheken en ock
bij de, de an Kassen ien de Winkels stoat’t en ouns met’t dageliks Gerack versorgt.

Doarföar allerbesten Daunk!
 
   

Coronavirus - aktuelle Zahlen und Statistiken

Weltweit 737.202 geheilt 151.896 gestorben 35.008 30.3.2020
USA 143.000 geheilt 0 gestorben 2.513
Europa 405.024 geheilt 53.026 gestorben 25.192
Italien 97.689 geheilt 13.030 gestorben 10.779
Spanien 85.195 geheilt 16.780 gestorben 7.340
Deutschland 62.435 geheilt 10534 gestorben 541
Niedersachsen 4.026 geheilt 525 gestorben 33

 
   

Liebe Plattproater;

das Thema Corona und Covid-19 nehmen wir sehr ernst. Die Gesundheit aller liegt uns am Herzen. Wir haben eine große Bitte:
Halten Sie sich an die bundesweit vorgeschriebenen Kontaktverbote !

„Es ist uns heute gelungen, uns auf bundesweit einheitliche Kontaktverbote zu einigen. In Niedersachsen und überall in Deutschland gilt, dass jede und jeder Einzelne die direkten persönlichen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb des eigenen Haushaltes auf ein absolutes Minimum begrenzen muss. Nur so kann die Übertragungsgeschwindigkeit des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 verringert werden. Drastische Kontaktbeschränkungen verringern die unkontrollierte Verbreitung des Virus und vemeiden die Nachteile von Ausgangssperren. Nicht das Verlassen der Wohnungen ist die Gefahr, wohl aber der direkte persönliche Kontakt zu Menschen, mit denen man nicht zusammenlebt. Es ist wichtig und auch medizinisch geboten, dass wir uns an der frischen Luft bewegen. Riskant aber ist jeder unmittelbare Kontakt mit anderen Menschen. Ich bin mir bewusst, dass diese weiteren Verschärfungen die Freiheit der Menschen in Niedersachsen stark einschränken. Sie sind aber notwendig, die Lage ist sehr ernst. Wir müssen alles miteinander alles dafür tun, dass möglichst wenige Menschen infolge des Corona-Virus sterben. An diesem Wochenende hatten wir in Niedersachsen die ersten Toten. Es geht darum, in der nächsten Zeit dafür zu sorgen, dass sich die Zahl der Infektionsfällle reduziert. Wir müssen alles in unserer Macht stehende dafür tun, dass unser Gesundheitssystem allen Betroffenen wirksam helfen kann. Auch wenn wir alle unsere direkten persönlichen Kontakte jetzt noch weiter einschränken müssen, bitte ich Sie mehr denn je um Solidarität und Zusammenhalt. Versuchen Sie bitte auf den Ihnen verbleibenden Wegen – Telefon, Digital, der gute alte Brief oder was auch immer – soziale Kontakte insbesondere mit denen, aufrechtzuerhalten oder sogar auszubauen, die jetzt besonders einsam oder besonders zuwendungs- und unterstützungsbedürftig sind. Helfen wir einander mit dem notwendigen Mindestabstand, durch diese schwere Zeit zu kommen.“

Quelle: Land Niedersachsen

 
   
 
   
   

Vörjoahr is kummen

 

Dat Vörjoahr is kummen,
Makt alles weer grön,
Grön sind Boam en Büsche

En Moaten te sehn.
De Deers all dor buten
Wot’t flügge nu weer,
De Swalben de fleget

Soa drok hen en her.

De Stork kwamp ut Süden
En klappert soa net,

He brachd’ in Gesellschup
Noch mehr Vögel met;
De singt nu soa heerlik
Met leevliken Schall,
Am besten van alle
Kann’t Frau Nachtigall.

Wy hört to bedachtig,
Wu all’s jubileert,
Weg smiet wy de Sorgen,
De uns hebbt besweert.
De prachtigen Blöömkes

Kiekt weer ut de Grund. –
Dat Vörjoahr, dat Vörjoahr
Makt alles gesund.

Carl van der Linde

 
   

GN vom 11.12.2019

Plattdeutsch wird Studienfach
Niedersachsen will gefährdete Sprache stärker fördern / Lehrstuhl in Oldenburg geplant

 

Von Klaus Wieschemeyer und Marie Busse

HANNOVER

Plattdeutsch gehört fest zu Norddeutschland. Doch angesichts der Vorherrschaft des Hochdeutschen steht die Regionalsprache unter Druck. Niedersachsen will das Platt nun stärker in den Schulen fördern.

Die Landesregierung hat angekündigt, sich stärker für den Erhalt der „kleinen Sprachen“ Plattdeutsch und Saterfriesisch zu engagieren. Insbesondere in der Schule sollen die Regionalsprache Niederdeutsch und die Minderheitensprache Saterfriesisch gefördert werden. Die Neuauflage eines entsprechenden Erlasses fördert nicht nur die Einstellung von Lehrkräften mit entsprechender Zusatzqualifikation, sondern fordert auch Sprachbegegnungen, die Aufnahme regionaler und regionalsprachlicher Bezüge in den Unterricht.

Plattdeutsch soll künftig als grundständiges studierbares Unterrichtsfach ausgewiesen werden, sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) unserer Redaktion. Das Ministerium

hat dafür 350 000 Euro jährlich zur Verfügung gestellt. An der Universität Oldenburg wurde bereits ein erstes Grobkonzept dafür erstellt und eine Professur ausgeschrieben. Die Suche nach einem Lehrstuhlinhaber läuft derzeit.

Der Lehrstuhl soll darüber hinaus mit zwei ganzen und zwei halben Stellen ausgestattet werden. Für den Haushalt 2020 sind zwei weitere Stellen vorgesehen. Bis der Lehrstuhl läuft, kann es noch ein wenig dauern, doch Thümler sieht die Sprachförderung auf einem guten Weg. Denkbar ist, dass sich das Plattdeutsche als Nebenfach bei Lehramtsanwärtern etabliert, die nach dem Studium gerne in ihre Region zurückkehren wollen.

Schon jetzt gibt es landesweit 90 Projektschulen für Plattdeutsch in Niedersachsen. Diese erhalten maximal drei Schuljahre lang ein bis drei Unterrichtsstunden zur Einbindung der Regionalsprache in den Unterricht beziehungsweise in den Schulalltag. 24 Beratungskräfte arbeiten im Bundesland für die Förderung der Regionalsprachen, meist in der Grundschule oder der Sekundarstufe.

Es gibt einen plattdeutschen Lesewettbewerb, die Aktion „Freedag is Plattdag“ (Freitag ist Plattdeutschtag) und ein Heft mit der Geschichte der „Lüttje Muss“ (kleine Maus) in verschiedenen Platt-Varianten.

Auch an Schulen in der Region wird Plattdeutsch gefördert. Doch die Sprache hat gelitten: „Plattdeutsch hatte jahrzehntelang einen schweren Stand“, sagt Josef Grave von der Emsländischen Landschaft. Mittlerweile werde Platt im Alltag jüngerer Menschen kaum gesprochen. Einige Ausnahmen gibt es: Zu ihnen zählt Keno Veith, der mit seinen plattdeutschen Videos Tausende Nutzer erreicht. Sorgen um die Sprache macht er sich trotzdem.

 
   

Entspanntes Verhältnis zur Sprache: Heute gibt Marie Busse ihren Kollegen Tipps, wie plattdeutsche Begriffe ausgesprochen werden. Foto: Michael Gründel


 

Die-Carl-von-Ossietzky-Universitaet-in-Oldenburg-an-der-bald-Plattdeutsch-gelehrt-wird

„Plattdeutsch ist eine Lebenseinstellung“

Kommt die Förderung der Regionalsprachen zu spät?
Was Experten und Fans aus Niedersachsen dazu sagen

Von Marie Busse und Klaus Wieschemeyer

NORDHORN

Keno Veith liebt die Landwirtschaft, Ostfriesland und Plattdeutsch. Als er mit einem Trecker auf dem Maisfeld feststeckte, zur Kamera griff und sein Missgeschick auf Platt kommentierte, wurde er über Nacht zum Internet-Star. „Hätte ich Hochdeutsch gesprochen, hätte das Video bestimmt nicht so einen Kultstatus“, sagt der Ostfriese auf die Frage, ob das Plattdeutsche gefährdet sei. Trotz seines Erfolges macht Veith sich Sorgen um die Sprache: „Viele Eltern haben in der Vergangenheit aufgehört, mit ihren Kindern Plattdeutsch zu sprechen, weil sie Nachteile in der Schule befürchteten.“ Auch im Emsland ist dieses Problem bekannt. „Es ist schon viel von der Sprache verloren gegangen“, sagt Josef Grave, Geschäftsführer der Emsländischen Landschaft. Der Verein versucht daher, mit Schulunterricht oder der Förderung von Theaterstücken gegenzusteuern. Auch wenn Plattdeutsch bei jüngeren Menschen kaum noch Alltagssprache ist, sieht Grave gerade in der jungen Generation das Bedürfnis, die Sprache zu lernen – weil sie Teil der eigenen Kultur sei.

Die Landesregierung hat sich die Förderung ebendieser Kultur auf die Fahnen geschrieben. Das Land hat sich mit der Unterzeichnung der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen zu deren Schutz verpflichtet. Darüber hinaus sieht Kultusminister Grant Hendrik

Tonne (SPD) auch einige schulische Vorteile. „Die Regionalsprachen und Dialekte erleben eine Renaissance in Niedersachsen und über unsere Landesgrenzen hinaus.“ Sie seien Ausdruck von Vielfalt wie auch von Traditionsbewusstsein.

Zudem wirke sich Mehrsprachigkeit positiv auf das Lernen aus – und dies beziehe sich ausdrücklich auch auf das Niederdeutsche und Saterfriesische. „Schulen, die den Erwerb dieser Sprachen ermöglichen, fördern zum einen ihre Schülerinnen und Schüler, zum anderen tragen sie mit dazu bei, diese Sprachen zu erhalten und als Schatz des Landes Niedersachsen zu bewahren“, sagt Tonne im Gespräch mit unserer Redaktion.

Für Hans Apke, der einmal wöchentlich Plattdeutsch an einer Grundschule im Osnabrücker Land unterrichtet, kommt die Wiederentdeckung des Plattdeutschen dagegen bereits zu spät. „Ich bin nicht so optimistisch, dass die Sprache erhalten werden kann“, sagt der pensionierte Lehrer. Seine Schüler lernten Plattdeutsch wie eine Fremdsprache. „Sie hören die Sprache in ihrem Umfeld gar nicht mehr“, hat er beobachtet. Auf diese Weise gehe die Sprache verloren.

Keno Veith hat sich Plattdeutsch selbst beigebracht, seine Eltern haben es nicht mit ihm gesprochen. Für ihn ist das Plattdeutsche mehr als nur eine Sprache. „Wenn ich auf einen Hof komme und es spreche, ist da sofort eine Verbindung“, sagt er und ergänzt: „Plattdeutsch ist eine Lebenseinstellung.“

 

Plattdeutscher Internetstar: der Ostfriese Keno Veith.
Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Traditionsbewusst: Ortsschilder mit plattdeutschem
Zusatz. Foto: dpa/Guido Kirchner

 
   

Unsere Zukunft ist mehrsprachig

Plattdütsch in de Groafschup


Ümdat de „Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen" dat woll, heff denn Bundestag in’n Juli 1998 een Gesetz beslotten, woarin seggt wodd, dat Sproaken van Löö, de in de Minnerhäit bint, un Sproaken, de in bestimmde Konträins proat / küürt wodd, anseen mött wonn'n at Riekdum van mäinschlik Lewen, un doarüm ock bewaart wonn'n mött.

Ock ümdat sick doar immer meär Mäinschen ´ne Masse Möite üm dat Platte hier in’t Norden van ouns Laund geewt, wodd’t doch de Plattproaters minner. Besünners an de jungen Löö wodd de plattdüütsche Sproake hoast nich meär wietergewen. Et stimmt wall, dat d’r meär Mäinschen Platt vestoan könnt as proaten / küren. En et is ock soa, dat d’r up't Laund un in Huus meär platt proat /küürt wodd as in de Stadt.

In de Groafschup sall nu dat Plattdüütsch weär meär proat / küürt wonn'n. Doarüm heff sick ock ´nen Kring van Löö funn'n, de tehoape met Mäinschen van'n Landkreis vesöken willt, besünners in Kinnergöarns un Scholen föar disse Sproake ientetreen. Et geet drüm, junge Mäinschen föar't Plattproaten / Plattküren nij te maken.

     
     
   
     

Plattdeutsch in der Grafschaft Bentheim

Auf Basis der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen des Europarates aus dem Jahr 1992 hat der Bundestag im Juli 1998 ein ganz besonderes Gesetz in Kraft gesetzt. In Artikel 7 wird dort das Ziel formuliert, dass Regional- und Minderheitensprachen als Ausdruck kulturellen Reichtums geschützt und gefördert werden sollten.

Trotz zahlreicher Bemühungen, die plattdeutsche Sprache im norddeutschen Raum zu fördern und zu erhalten, nimmt die Anzahl der Niederdeutsch-Sprecher immer mehr ab. Besonders an junge Leute wird die Sprache heute nicht mehr weitergegeben. Tatsache allerdings ist, dass viel mehr Menschen Plattdeutsch verstehen als sprechen können. Der Gebrauch von Plattdeutsch ist auf dem Lande verbreiteter als in der Stadt, und im privaten Bereich wird stärker Plattdeutsch gesprochen als in der Öffentlichkeit.

In der Grafschaft Bentheim wird seit längerer Zeit für die plattdeutsche Sprache geworben. Gemeinsam mit Vertretern des Landkreises hat sich ein Arbeitskreis, der aus etwa 15 interessierten Personen besteht, gegründet. 

     
 
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