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Plattdütsch in de Groafschup

 

 

   
   
   
 
   
   
 
   

PINGSTERN

Barkengröön en pingsterblomen,
goulnen brååm kön ij weer seen.
Meitied, Pingstern - wat nen segen
kan doch nu bij uns weer ween!

En in oule heilge böke
heb wij ‘t grote wunder leesd.
Pingstern, kum ok in uns hatte,
kum bij uns ok, Heilge Geest!

Karl Sauvagerd

 
   

GN 3.5.2019

NEUENHAUS Beim jüngsten Kreisentscheid des plattdeutschen Vorlesewettbewerbs „Schüler lesen platt“ im Lise-Meitner-Gymnasium in Neuenhaus haben sich 65 junge Plattproater dem Urteil einer sach- und fachkundigen Jury gestellt. Die Vorleser gaben ihr Bestes und zeigten, wie viel Freude die plattdeutsche Sprache machen kann. Die jeweils Erst- und Zweiplatzierten in ihrer Altersgruppe nehmen am Landesentscheid am 24. Mai in Bersenbrück teil. Seite 13   „Grafschaft Bentheim“

In dieser Sprache steckt Saft und Kraft

21. Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbes „Schüler lesen Platt“ gleicht einem Familientreffen

Von Gerhard Herrenbrück

NEUENHAUS Freitag, kurz vor drei im Lise Meitner Gymnasium in Neuenhaus. Das Wochenende naht, die Schule ist aus. Trotzdem volle Parkplätze, und im Forum herrscht noch viel Leben, wie auch in den angrenzenden Klassenräumen: Der Kreisentscheid des plattdeutschen Vorlesewettbewerbs startet gleich.

Alle zwei Jahre geben sich die Grafschafter Plattproater hier ein Stelldichein. Das ist fast so etwas wie das Familientreffen der Freunde des Grafschafter Platts. Man kennt sich hier. Und wie sich das für ein Familientreffen gehört: Es sind mehrere Generationen vertreten. Viele junge Leute vom Grundschulalter an aufwärts, die Hauptakteure des Lesewettbewerbs, die gleich an den Start gehen werden. Sie kommen aus der ganzen Grafschaft. Fast – die Obergrafschaft fehlt diesmal. Aber Nordhorn und die gesamte Niedergrafschaft sind dabei: von Laar bis Lohne, von Itterbeck bis Bookholt. Allerdings zahlenmäßig mit rückläufiger Tendenz. Waren es vor vier Jahren, ebenfalls im LMG in Neuenhaus, noch 89 Wettbewerbsteilnehmer, so sind es diesmal nur noch 65.

Auch die ältere Generation tritt unübersehbar in Erscheinung. Zwei Dutzend Jurymitglieder wirken mit und haben die schwierige Aufgabe, die besten Vorleser und das beste Platt herauszuhören. Es sind echte Plattdeutsch- Experten, Mitglieder des Plattproater Krings oder aus dem Grafschafter Heimatverein stammend, mit seinem Vizepräsidenten Gerhard Plasger voran.

Aktiv beteiligt sind auch die Mitglieder des Orga-Trios vom Veranstalter, der Kreissparkasse aus Nordhorn, mit Anke Schröder, Andrea Heinz und Lars Klukkert von der Marketingabteilung, der zugleich Mitglied

im Stiftungsrat der Grafschafter Sparkassenstiftung ist. Und um es gleich vorwegzusagen: Das Trio hat an alles gedacht und perfekt organisiert. So wird das Familientreffen der Plattproater ein wahres Familienfest mit allem, was dazugehört: Mit Kaffee und Kuchen und schönen alten Brettspielen in der Pause und auch mit attraktiven Preisen.

Und noch eine weitere aktive Gruppe soll hier nicht vergessen werden: Das sind die Lehrerinnen und Lehrer, die in den letzten Monaten an ihren Schulen aus 280 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern die besten Plattproater ermittelt und für den Kreisentscheid vorbereitet haben.

Und vollständig füllt die Stuhlreihen des Forums und die Plätze in den Leseräumen ein applausfreudiges Publikum mit Eltern, Großeltern und anderen Fangruppen.

In ihrer Begrüßung hatte die Direktorin des LMG als Hausherrin den Wettbewerbsteilnehmern vorauseilenden Trost mit in den Nachmittag gegeben: „Egal wie es ausgeht, ihr seid jetzt schon Gewinner, weil ihr es bis hierhin geschafft habt.“ Und dann gaben, nach Altersgruppen aufgeteilt, zeitgleich in den fünf Vorleseräumen vor einer jeweils dreiköpfigen Jury und einem atemlos zuhörenden Publikum die Vorleser ihr Bestes und zeigten, wie viel Freude die plattdeutsche Sprache machen kann. Wie viel Saft und Kraft in ihr steckt. Wie viel Humor und Lebensweisheit!

Wünschenswert für die Zukunft: mehr Breite in der Auswahl der Texte. Mehr altersspezifische Differenzierung über die Altersgruppen hinweg. Es sollte nicht sein, dass vom Drittklässler bis zum Oberstufenschüler immer wieder ähnliche oder gar die gleichen Texte auftauchen.

Gegen 17.30 Uhr gab dann Lars Klukkert die Ergebnisse der Jury bekannt. Die ersten beiden Preisträger in ihrer Altersgruppe mit Weiterleitung zum Landesentscheid

am 24. Mai in Bersenbrück sind:

Gruppe A (3. Klasse): Ole Zwafelink, Grundschule Laar (1. Platz); Ida Brink, Grundschule Lohne (2. Platz).

Gruppe B (4. Klasse): Jane Brinkmann, Grundschule Wilsum (1. Platz); Saphira Ziel, Grundschule Laar (2. Platz).

Gruppe C (5. / 6. Klasse):

Joah Gerritzen, Oberschule Uelsen (1. Platz), Leni Oevermann, Schulzentrum Lohne, (2. Platz).

Gruppe D (7. / 8. Klasse):

Jonas Schröder (1. Platz), Josef Assies (2. Platz), beide vom Schulzentrum Lohne.

Gruppe E (9. bis 13. Jahrgang): Jana Balder (1. Platz), Judith Wagemaker (2. Platz), beide vom Evangelischen Gymnasium Nordhorn.

Wünschenswert für die Zukunft: Mehr Breite in derAuswahl der Texte

 
   
     

Et mott bliewen

Da't noch use Plattdüütsche Sproake giff, nich bloas vandage un moann.
Dat de platte Sproake ock vedann bliff, doarföar mött wiealle sorgen.

Siet dusend Joar ne eigne Sproake,
dat is in düsse Tied al wat.
Woar dat,,Moderne"doch soa,,In" is,
un dat,,Olle"sick lück bewäget up veloarnen Patt

Ick froag mi bloas,wu sall dat wiede goan wenn se dat Platt nich meär höart.
Use Plattdüütsche Sproake kann bloas bestoan, wenn ,,Jung" un,,Oalt"se eärt.

Wat ick noch seggen woll !

De Sproake is'n Schlöttel de Döarn loss makt.
Wi willt hoappen dat denn Schlöttel föar de plattdüütsche Sproake nich veloarnen geet.

Gertrud Stegemerten

 
     

Juni

 

Nu kump weer de hoge tied,
dat Gods natuur fierlik glimt in wundermoje klören.
M ååt en fäilder prunkt met bloom’n en blööj’nde ören,
prachtig blöjd ok sünne, wolkies en ‘t azur.

En in ‘t wiede fen an ‘n stillen häideweg
lååt’t brååmbusche lang eer gellen füürties brannen
en van ew’ge junghäid droemt lechtgröne dannen!
Spannevogel söte säfte sug en flög

sunder sorgen in den sünnenlechten dag.
Iewm’n besöökt völ dusend gouldne blomensteerne.
Löchen. Grummeln. Wind drif swatte wolkenstöörme,
as of ’n slimmen hund ‘ne koppel schåpe jag.

Junimåånd stüürd het’te regen, küüle lucht,
grip en knip så niets dat voorjoor in de maue,
wat sik reerend up de flucht begif heel gaue.
Sommer kump, brengt rosen met en riepe frucht.

Heinrich Kuiper

 

 

 
   

Unsere Zukunft ist mehrsprachig

Plattdütsch in de Groafschup


Ümdat de „Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen" dat woll, heff denn Bundestag in’n Juli 1998 een Gesetz beslotten, woarin seggt wodd, dat Sproaken van Löö, de in de Minnerhäit bint, un Sproaken, de in bestimmde Konträins proat / küürt wodd, anseen mött wonn'n at Riekdum van mäinschlik Lewen, un doarüm ock bewaart wonn'n mött.

Ock ümdat sick doar immer meär Mäinschen ´ne Masse Möite üm dat Platte hier in’t Norden van ouns Laund geewt, wodd’t doch de Plattproaters minner. Besünners an de jungen Löö wodd de plattdüütsche Sproake hoast nich meär wietergewen. Et stimmt wall, dat d’r meär Mäinschen Platt vestoan könnt as proaten / küren. En et is ock soa, dat d’r up't Laund un in Huus meär platt proat /küürt wodd as in de Stadt.

In de Groafschup sall nu dat Plattdüütsch weär meär proat / küürt wonn'n. Doarüm heff sick ock ´nen Kring van Löö funn'n, de tehoape met Mäinschen van'n Landkreis vesöken willt, besünners in Kinnergöarns un Scholen föar disse Sproake ientetreen. Et geet drüm, junge Mäinschen föar't Plattproaten / Plattküren nij te maken.

     
     
   
     

Plattdeutsch in der Grafschaft Bentheim

Auf Basis der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen des Europarates aus dem Jahr 1992 hat der Bundestag im Juli 1998 ein ganz besonderes Gesetz in Kraft gesetzt. In Artikel 7 wird dort das Ziel formuliert, dass Regional- und Minderheitensprachen als Ausdruck kulturellen Reichtums geschützt und gefördert werden sollten.

Trotz zahlreicher Bemühungen, die plattdeutsche Sprache im norddeutschen Raum zu fördern und zu erhalten, nimmt die Anzahl der Niederdeutsch-Sprecher immer mehr ab. Besonders an junge Leute wird die Sprache heute nicht mehr weitergegeben. Tatsache allerdings ist, dass viel mehr Menschen Plattdeutsch verstehen als sprechen können. Der Gebrauch von Plattdeutsch ist auf dem Lande verbreiteter als in der Stadt, und im privaten Bereich wird stärker Plattdeutsch gesprochen als in der Öffentlichkeit.

In der Grafschaft Bentheim wird seit längerer Zeit für die plattdeutsche Sprache geworben. Gemeinsam mit Vertretern des Landkreises hat sich ein Arbeitskreis, der aus etwa 15 interessierten Personen besteht, gegründet. 

     
 
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