Plattdütsch in de Groafschup

 

 

   

 

 
   

Vorwort der Bürgerstiftung Bad Bentheim als Herausgeberin

Eine selbstgestellte Aufgabe der Bürgerstiftung Bad Bentheim ist die Aufarbeitung regionaler Geschichte.

Was die diesbezügliche Literatur angeht, ist das bereits in großem Umfang geleistet worden, 2016 wurde mit der Förderung des regionalen Sprachtums in der Form einer Audiothek mit plattdeutschen Texten auf der Leitseite der Bürgerstiftung Bad Bentheim im Internet begonnen: https://buergerstiftung-badbentheim.de/audiothek/
Schon damals fragte Dr. Horst Otto Müller im Vorspann unserer Audiothek: „Wenn aber diejenigen nicht mehr zur Verfügung stehen, die diese warme Sprache unangestrengt und auf natürliche Weise sprechen, dann ist es zu spät, und das wäre sehr schade:
Plattdeutsch ist eine Sprache, die zu Herzen geht...“.
Als Anette Badenhorst Ende 2018 an die Bürgerstiftung herantrat, für ihren für Grundschulkinder und im Rahmen der VHS in Nordhorn entwickelten Plattdeutsch-Kurs eine dauerhafte „Bleibe“ zu finden, bot sich die Audiothek geradezu an: ein Gewinn für die Bürgerstiftung und ein Gewinn für die Autorin. Wir fanden Sprecherinnen und Sprecher dieser warmen Sprache, nämlich Hanne-Grete Tobias, Sina Wenneker, ,Zammy‘ Wolpers, Gero Schüttmann und Hermann Vos, die mit Spaß und Engagement dem geschriebenen Wort Leben einhauchten und in Hans Trulsen einen versierten Fachmann, der die technische Leitung bei den Aufnahmen im Studio der Ems-Vechte-Welle in Nordhorn übernahm.

 

 

GN 24.6.2020

Bürgerstiftung bietet Plattdeutsch-Kursus in Schrift und Ton

Bad Bentheimer wollen plattdeutsche Sprache dauerhaft erlebbar machen und konservieren

Von Jonas Schönrock

BAD BENTHEIM Die Förderung des regionalen Sprachtums ist eine der Aufgaben, die sich die Bürgerstiftung Bad Bentheim auf die Fahnen geschrieben hat. So gibt es auf der Homepage der Stiftung seit 2016 eine Audiothek, in der sich Interessierte auf Plattdeutsch vorgelesene Texte anhören können. Schon seit einiger Zeit online ist zudem ein Plattdeutsch-Kursus, den die Gildehauserin Anette Bardenhorst für ihren Plattdeutsch-Unterricht an der Grundschule Gildehaus und an der Volkshochschule Nordhorn entwickelt hatte.

Sie suchte einen Weg, die plattdeutsche Sprache dauerhaft erlebbar zu machen und dadurch zu konservieren. Sie trat an die Bürgerstiftung heran und stieß dort auf offene Ohren. „Der Ansatz war, dass das gesprochene Wort bleibt“, erklärt Anette Bardenhorst. „Was passiert denn, wenn es die Leute, die noch Plattdeutsch sprechen, irgendwann nicht mehr gibt?“ Nur in der Theorie, durch das geschriebene Wort, ist die Sprache aus ihrer Sicht nicht zu lernen und damit zu erhalten. „Plattdeutsch geht nur über das Sprechen, man muss den Klang in den Ohren haben“, sagt sie. Zusammen mit der Bürgerstiftung wurde ein Team aus fünf Sprechern zusammengestellt: Mit Hanne- Grete Tobias, Sina Wenneker, Heinz-Helmut Wolpers, Gero Schüttmann

und Hermann Vos ging es im Oktober vergangenen Jahres ins Studio der Ems-Vechte-Welle nach Nordhorn. Unter der technischen Leitung von Hans Trulsen wurden Texte für die 16 Lektionen des Kurses aufgenommen – immer unter der Aufsicht von Anette Bardenhorst, die ganz genau hingehört und auch auf die feinen Unterschiede zwischen Gildehauser und Bentheimer Platt geachtet hat. Die Texte sind größtenteils im Bentheimer Platt gehalten. „Jedes Platt ist richtig und jeder Ort soll sein eigenes Platt behalten. Aber nur gemeinsam können wir diese Sprache erhalten“, unterstreicht Anette Bardenhorst. „Für uns sind diese Audiodateien eine echte Bereicherung“, hebt der 2. Vorsitzende der Bürgerstiftung, Stefan Drolshagen, hervor.

Zum Sprecherteam gehören mit Sina Wenneker (16) und Gero Schüttmann (18) übrigens auch zwei Vertreter der jungen Generation. Beide kennen Anette Bardenhorst noch aus den Plattdeutsch-Kursen an der Grundschule und haben mit großer Freude an den Aufnahmen mitgewirkt.

Weil Hören und Sprechen zwar sehr wichtig sind, aber eben doch nicht alles ist, hat die Bürgerstiftung jetzt druckfrisch ein Begleitbuch von Anette Bardenhorst zum Kursus herausgebracht. „Plattdeutsch sind nicht nur ‚Döönkes‘. Es ist eine eigene Sprache mit Regeln und Grammatik“, sagt sie. Diese werden auf den 104 Seiten des Begleitbuches erklärt.

Erhältlich ist das Buch,

das in einer Auflage von 200 Exemplaren erschienen ist, zum Preis von 9,80 Euro in Bad Bentheim in der Buchhandlung am Schlosspark, bei Toto-Lotto Kleine-Ruse und in der Touristinformation sowie in Gildehaus bei Hölscher & Beernink.

Setzen sich für den Erhalt der plattdeutschen Sprache ein (von links): Anette Bardenhorst, Sina Wenneker, Stefan Drolshagen, Gero Schüttmann und Hanne-Grete Tobias mit dem neuen Begleitbuch zum Plattdeutsch-Kursus.

Foto: Schönrock

 
   
   

Grummelbuj in´n Juli

Et blas de Wind in höögt’ den droegen Sand,
en krachtig schüt’t hee ieder Stengel, Halm en Toog,
lat gin Boem’ en Büsche rösten.
Achtern Dannenkamp in ’t Westen
müürd ’ne unbekäinde Hand
drock ’ne dikke, swatte Wand,
en niets springt door aljümmers füür’ge Ottern hoog.

Dann grummelt’t. Blomen wakkerd up ut ’n Drååm,
en swoor belad’ne Wolkenschippe jaagd üm d’ Wedd’. –
Wind bedaat, en alle Soorten
Brååd falt daal ut Himmelspoorten.
An ’n Akkerrand den Wilgenbååm
wis ’n ernst Gesicht, hault an den Ååm,
fault siene Hann’ en spreckt heel sacht ’n Dankgebed.

H.Kuiper

 
 

Liebe Plattproater

das Thema Corona und Covid-19 nehmen wir weiterhin sehr ernst. Da uns die Gesundheit unserer Mitglieder am Herzen liegt haben wir eine große Bitte, haltet euch an die vorgeschriebenen Maßnahmen unserer Regierung, Abstand halten, Masken tragen und Kontakte mit mehreren Personen meiden. Nur dann können wir unseren Beitrag leisten, das weniger Menschen angesteckt und am Coronavirus sterben.

Über unsere Internetseite und der GN halten wir euch auf dem laufenden
Achtet auf Euch, seid behütet und bleibt gesund
.

 
   

Landesregierung Niedersachsen

Corona-Warn-App als Baustein der Pandemiebekämpfung

Mit der Corona-Warn-App können alle mithelfen, Infektionsketten schneller zu durchbrechen. Sie macht das Smartphone zum Warnsystem, indem sie darüber informiert, wenn jemand Kontakt mit nachweislich Infizierten hatten. Dabei kennt die App weder den Namen noch den Standort der Besitzerin beziehungsweise des Besitzers des Smartphones, auf dem die App installiert wurde.

Die Corona-Warn-App ist ein Angebot der Bundesregierung. Download und Nutzung der App sind vollkommen freiwillig. Die App ist kostenlos im App Store (für iOS-Geräte) und bei Google Play (für Android-Geräte) zum Download erhältlich.

Die Tracing-App ersetzt nicht die Abstands- und Hygieneregeln. Sie ist aber ein wichtiger Baustein der Pandemiebekämpfung.

Umfangreiche Informationen zur Corona-Warn-App: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/corona-warn-app

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Corona-Warn-App: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/WarnApp/Warn_App.html

Vorschriften der Landesregierung

zuletzt aktualisiert am 25.06.2020


Nachfolgend finden Sie die aktuellsten Verordnungstexte, die zum Umgang mit der Corona-Epidemie in Niedersachsen ergangen sind.

Niedersächsische Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus

Die folgende Fassung tritt am 26. Juni 2020 in Kraft:

Niedersächsische Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus (Lesefassung: gültig ab 26.06.2020)

Lesen Sie hierzu die Presseinformation des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums vom 24.06.2020 .

Mit den Änderungsverordnungen wird der Stufenplan „Neuer Alltag in Niedersachsen“ umgesetzt.

Chronologie:

  • 6. Mai 2020: Den infektionsschützenden Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus in Niedersachsen geht der Beschluss der Videokonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder am 6. Mai 2020 voraus.
  • 8. Mai 2020: Die erste Fassung der Niedersächsischen Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus wurde am 8. Mai 2020 veröffentlicht im Nds. GVBl. Nr. 13/2020 (ab Seite 97) . Sie löste die Niedersächsische Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus vom 17. April 2020 ab.
  • 19. Mai 2020: Eine Verordnung zur Änderung der Niedersächsischen Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus wurde am 19. Mai 2020 veröffentlicht im Nds. GVBl. Nr. 16/2020 (ab Seite 130) . Darin geregelt wurde das Besuchsrecht für Bewohnerinnen und Bewohner in Heimen für ältere und pflegebedürftige Menschen sowie für Menschen mit Behinderungen und Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern.
  • 22. Mai 2020: Die Verordnung zur Änderung der Niedersächsischen Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus vom 22. Mai 2020 wurde veröffentlicht im Nds. GVBl. Nr. 17/2020 (ab Seite 134) .
  • 5. Juni 2020: Die Verordnung zur Änderung der Niedersächsischen Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus vom 5. Juni 2020 wurde veröffentlicht im Nds. GVBl. Nr. 18/2020 (ab Seite 147) . Sie tritt mit Ausnahme von Artikel 2 am 8. Juni 2020 in Kraft. Artikel 2 tritt am 15. Juni 2020 in Kraft. Die in Artikel 2 enthaltene weitere Änderung der Niedersächsischen Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus betrifft Schulen und Kindertageseinrichtungen.
  • 19. Juni 2020: Die jüngste Verordnung zur Änderung der Niedersächsischen Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus vom 19. Juni 2020 wurde veröffentlicht im Nds. GVBl. Nr. 19/2020 (ab Seite 155).

Verstöße gegen die Verordnung können mit Bußgeldern bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

Niedersächsische Verordnung über Beschränkungen im Krankenhausbetrieb zur Bekämpfung der Corona-Virus-Krankheit COVID-19

Am 5. Mai 2020 wurde die Niedersächsische Verordnung über Beschränkungen im Krankenhausbetrieb zur Bekämpfung der Corona-Virus-Krankheit COVID-19 (im Nds. GVBl. Nr. 12/2020ab Seite 93) erlassen. Sie regelt, dass Krankenhäuser unter bestimmten Auflagen wieder medizinische Eingriffe und Behandlungen planen können. Die Krankenhaus-Verordnung ist am 6. Mai 2020 in Kraft getreten.

Aktuelle Information

 
   

Liebe Arbeitskreis-Mitglieder,

wir leben gerade in turbulenten Zeiten. Wann wir wieder zusammen kommen und das Thema „Plattdeutsch“ verstärkt in den Fokus rücken kann, ist unklar. Auch den Schultheatertag  am 15. Mai  für die Grafschaft Bentheim musste ich absagen, die Durchführung des Schoolmesterdages in Lingen ist fraglich.

Trotzdem haben wir uns eine Aktion überlegt, die vor allem Freude und Anregung schenken möchte. Wir laden Künstler und andere Akteure aus der Region unter dem Motto „Platt för to Huus“ ein, uns plattdeutsche Videos aus ihren Wohnzimmern zu schicken. Diese werden alle zwei Tage auf der Facebook-Seite der Emsländischen Landschaft gepostet. Mittlerweile habe ich einige Videos mit Geschichten, Gedichten, Märchen, Liedern und Witzen gesammelt und stelle diese nach und nach ein. Die Resonanz ist enorm, die Videos werden vielfach geklickt und geteilt. 

Vielleicht möchtet ihr auf die Aktion aufmerksam machen oder euch sogar selbst mit einem Handyvideo beteiligen und z.B. einen Text im Grafschafter Platt vorlesen. Der  Versand kann unkompliziert über Mail oder WhatsApp erfolgen. Ich würde mich freuen! 

Die bis jetzt geposteten Videos findet ihr (auch wenn ihr nicht bei Facebook angemeldet seid) unter:  https://www.facebook.com/ELLandschaft/

Viele Grüße und passt auf euch auf!

Linda Wilken M.A.

 

Gemeinschaftsaktion „Platt för to Huus“ startet
Emsländische Landschaft zeigt plattdeutsche Onlinevideos und lädt zum Mitmachen ein

Kulturelle Veranstaltungen wurden zur Bekämpfung des Corona-Virus abgesagt und auch andere Bereiche des öffentlichen Lebens sind fast vollständig heruntergefahren worden. Davon betroffen sind auch plattdeutsche Theatergruppen, Musiker und Autoren, die ihre Auftritte absagen oder verschieben mussten. Darum bietet die Emsländische Landschaft nun einen Service für Menschen in der Region an, die nicht auf plattdeutsche Lieder und Geschichten verzichten möchten. „Mir ist bewusst, dass wir aktuell viele andere Sorgen haben. Trotzdem dürfen wir die gemeinschaftsstiftende Kraft der plattdeutschen Sprache nicht unterschätzen. Diese Kraft können wir momentan gut gebrauchen.“, so Landschaftspräsident Hermann Bröring.

Im Rahmen der Aktion „Platt för to Huus“ werden auf der Facebook-Seite der Emsländischen Landschaft regelmäßig Videos plattdeutscher Künstler und anderer Akteure gepostet. Den Anfang machte der Liedermacher Matthias Jan Brungers, der den Song „Bliev to Huus“ beisteuerte. Linda Wilken von der Emsländischen Landschaft erzählt: „Matthias und ich sind schon längere Zeit Facebook-Freunde und als ich ihm von meiner Idee erzählte, hat er innerhalb von wenigen Stunden den Song geschrieben, mit der Handykamera aufgenommen und mir zugeschickt.“ Mittlerweile wurde das Lied von mehr als 6000 Menschen angehört und vielfach geteilt. Weitere Videos werden nun folgen. Daher lädt die Emsländische Landschaft dazu ein, sich an der Aktion zu beteiligen. „Wer mitmachen möchte, kann mich kontaktieren und mir nach Absprache seinen Beitrag zusenden.“ Das könnten kurze Handyvideos mit Liedern, Geschichten, Witzen, Märchen oder Gedichten sein und müssten keinen Profi-Ansprüchen genügen, so Wilken. Wichtig sei es, Freude und Anregung zu schenken und zusammen etwas auf die Beine zu stellen.

Interessenten können sich unter wilken@emslaendische-landschaft.de oder unter Tel. 05931 4964213 melden.

Bildunterschrift: Gemeinsam „löppt sik allns weer torecht“, ist sich Linda Wilken sicher (Foto: Emsländische Landschaft).

Fachstelle Plattdeutsch
Emsländische Landschaft e. V. 
für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim
c/o Bibliothek des Emsländischen Heimatbundes e. V.
Am  Neuen Markt 1
49716 Meppen
Telefon:  (05931) 4964213
Telefax:  (05931) 49 64 229
www.emslaendische-landschaft.de

 
   

Zehn Jahre „Plattsounds“

Bis 30. September können sich Interpreten bewerben

MEPPEN Besondere Klänge zu einem besonderen Jubiläum: Zum zehnten Mal findet am Sonnabend, 21. November, der plattdeutsche Bandcontest „Plattsounds“ statt, für den sich Bands und Einzelmusiker bewerben können. Gesucht werden junge Musiker aus Niedersachsen, die Songs aus Rock, Pop, Hip-Hop, Urban, Electro, Punk, Reggae, Metal oder Singer/ Songwriter in der Sprache Platt performen möchten.

Beim Finale im Kulturzentrum „Alte Polizei“ in Stadthagen treten zehn Finalisten auf und wollen zeigen, wie gut Plattdeutsch und moderne Musik zusammenpassen. „Wir bleiben zunächst einmal optimistisch, dass der Bandcontest stattfinden kann und hoffen auf viele Bewerber aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim“, sagt Linda Wilken, Referentin für Plattdeutsch bei der Emsländischen Landschaft. „Der ,Plattsounds‘-Bandcontest ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte“, sagt Stefan Meyer, Plattdeutsch-Referent bei der Oldenburgischen Landschaft. „Zum Projektstart wussten wir nicht, ob Jugendliche Lust haben, Musik auf Platt zu machen

– zehn Jahre später sind fast 200 neue und moderne Songs in der Sprache entstanden. Das ist eine große Bereicherung für die plattdeutsche Kulturszene und zeigt, wie beliebt Plattdeutsch bei Jugendlichen ist.“ Von Aurich bis Wolfenbüttel, von Celle bis Vechta – seit dem Start von Plattsounds im Jahr 2011 standen rund 90 junge Bands aus 40 kleinen und großen Orten in ganz Niedersachsen an den Final-Abenden auf der Bühne, Hunderte wollten mitmachen und haben sich beworben. Teenager und Twens aus plattdeutschen Hochburgen wie Ostfriesland oder Oldenburg, aber auch aus Regionen, in denen kein Platt gesprochen wird, wollten sich an der Sprache versuchen.

Wer teilnehmen will, muss nicht unbedingt Plattdeutsch können. Das ,Plattsounds‘Team fertigt, falls gewünscht, Übersetzungen für die Bewerber an und unterstützt auch mit der Aussprache. Bis Mittwoch, 30. September, können sich Bands und Solokünstler im Alter zwischen 15 und 30 Jahren auf www.plattsounds.de bewerben.

Die Bewerbung kann zunächst auch mit einem anderssprachigen Lied erfolgen. Im Finale kann aber nur auftreten, wer einen Song mit plattdeutschem Text auf die Bühne bringt. Etwa zehn Finalisten werden am 21. November im Stadthagener Kulturzentrum „Alte Polizei“ mit jeweils

einem plattdeutschen Song antreten und um Preisgelder in Höhe von 1000, 600 und 300 Euro spielen. Moderiert wird die Show von der Sängerin und Schauspielerin Annie Heger. Plattsounds ist ein Kooperationsprojekt von acht Landschaften und Landschaftsverbänden aus Niedersachsen, die den Wettbewerb im Rahmen der Kampagne „Platt is cool“ ( www.plattis-cool.de ) umsetzen.

Informationen: www.plattsounds.de , facebook.com/ plattsounds.bandcontest

 
   

GN vom 11.12.2019

Plattdeutsch wird Studienfach
Niedersachsen will gefährdete Sprache stärker fördern / Lehrstuhl in Oldenburg geplant

 

Von Klaus Wieschemeyer und Marie Busse

HANNOVER

Plattdeutsch gehört fest zu Norddeutschland. Doch angesichts der Vorherrschaft des Hochdeutschen steht die Regionalsprache unter Druck. Niedersachsen will das Platt nun stärker in den Schulen fördern.

Die Landesregierung hat angekündigt, sich stärker für den Erhalt der „kleinen Sprachen“ Plattdeutsch und Saterfriesisch zu engagieren. Insbesondere in der Schule sollen die Regionalsprache Niederdeutsch und die Minderheitensprache Saterfriesisch gefördert werden. Die Neuauflage eines entsprechenden Erlasses fördert nicht nur die Einstellung von Lehrkräften mit entsprechender Zusatzqualifikation, sondern fordert auch Sprachbegegnungen, die Aufnahme regionaler und regionalsprachlicher Bezüge in den Unterricht.

Plattdeutsch soll künftig als grundständiges studierbares Unterrichtsfach ausgewiesen werden, sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) unserer Redaktion. Das Ministerium

hat dafür 350 000 Euro jährlich zur Verfügung gestellt. An der Universität Oldenburg wurde bereits ein erstes Grobkonzept dafür erstellt und eine Professur ausgeschrieben. Die Suche nach einem Lehrstuhlinhaber läuft derzeit.

Der Lehrstuhl soll darüber hinaus mit zwei ganzen und zwei halben Stellen ausgestattet werden. Für den Haushalt 2020 sind zwei weitere Stellen vorgesehen. Bis der Lehrstuhl läuft, kann es noch ein wenig dauern, doch Thümler sieht die Sprachförderung auf einem guten Weg. Denkbar ist, dass sich das Plattdeutsche als Nebenfach bei Lehramtsanwärtern etabliert, die nach dem Studium gerne in ihre Region zurückkehren wollen.

Schon jetzt gibt es landesweit 90 Projektschulen für Plattdeutsch in Niedersachsen. Diese erhalten maximal drei Schuljahre lang ein bis drei Unterrichtsstunden zur Einbindung der Regionalsprache in den Unterricht beziehungsweise in den Schulalltag. 24 Beratungskräfte arbeiten im Bundesland für die Förderung der Regionalsprachen, meist in der Grundschule oder der Sekundarstufe.

Es gibt einen plattdeutschen Lesewettbewerb, die Aktion „Freedag is Plattdag“ (Freitag ist Plattdeutschtag) und ein Heft mit der Geschichte der „Lüttje Muss“ (kleine Maus) in verschiedenen Platt-Varianten.

Auch an Schulen in der Region wird Plattdeutsch gefördert. Doch die Sprache hat gelitten: „Plattdeutsch hatte jahrzehntelang einen schweren Stand“, sagt Josef Grave von der Emsländischen Landschaft. Mittlerweile werde Platt im Alltag jüngerer Menschen kaum gesprochen. Einige Ausnahmen gibt es: Zu ihnen zählt Keno Veith, der mit seinen plattdeutschen Videos Tausende Nutzer erreicht. Sorgen um die Sprache macht er sich trotzdem.

 
   

Entspanntes Verhältnis zur Sprache: Heute gibt Marie Busse ihren Kollegen Tipps, wie plattdeutsche Begriffe ausgesprochen werden. Foto: Michael Gründel


 

Die-Carl-von-Ossietzky-Universitaet-in-Oldenburg-an-der-bald-Plattdeutsch-gelehrt-wird

„Plattdeutsch ist eine Lebenseinstellung“

Kommt die Förderung der Regionalsprachen zu spät?
Was Experten und Fans aus Niedersachsen dazu sagen

Von Marie Busse und Klaus Wieschemeyer

NORDHORN

Keno Veith liebt die Landwirtschaft, Ostfriesland und Plattdeutsch. Als er mit einem Trecker auf dem Maisfeld feststeckte, zur Kamera griff und sein Missgeschick auf Platt kommentierte, wurde er über Nacht zum Internet-Star. „Hätte ich Hochdeutsch gesprochen, hätte das Video bestimmt nicht so einen Kultstatus“, sagt der Ostfriese auf die Frage, ob das Plattdeutsche gefährdet sei. Trotz seines Erfolges macht Veith sich Sorgen um die Sprache: „Viele Eltern haben in der Vergangenheit aufgehört, mit ihren Kindern Plattdeutsch zu sprechen, weil sie Nachteile in der Schule befürchteten.“ Auch im Emsland ist dieses Problem bekannt. „Es ist schon viel von der Sprache verloren gegangen“, sagt Josef Grave, Geschäftsführer der Emsländischen Landschaft. Der Verein versucht daher, mit Schulunterricht oder der Förderung von Theaterstücken gegenzusteuern. Auch wenn Plattdeutsch bei jüngeren Menschen kaum noch Alltagssprache ist, sieht Grave gerade in der jungen Generation das Bedürfnis, die Sprache zu lernen – weil sie Teil der eigenen Kultur sei.

Die Landesregierung hat sich die Förderung ebendieser Kultur auf die Fahnen geschrieben. Das Land hat sich mit der Unterzeichnung der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen zu deren Schutz verpflichtet. Darüber hinaus sieht Kultusminister Grant Hendrik

Tonne (SPD) auch einige schulische Vorteile. „Die Regionalsprachen und Dialekte erleben eine Renaissance in Niedersachsen und über unsere Landesgrenzen hinaus.“ Sie seien Ausdruck von Vielfalt wie auch von Traditionsbewusstsein.

Zudem wirke sich Mehrsprachigkeit positiv auf das Lernen aus – und dies beziehe sich ausdrücklich auch auf das Niederdeutsche und Saterfriesische. „Schulen, die den Erwerb dieser Sprachen ermöglichen, fördern zum einen ihre Schülerinnen und Schüler, zum anderen tragen sie mit dazu bei, diese Sprachen zu erhalten und als Schatz des Landes Niedersachsen zu bewahren“, sagt Tonne im Gespräch mit unserer Redaktion.

Für Hans Apke, der einmal wöchentlich Plattdeutsch an einer Grundschule im Osnabrücker Land unterrichtet, kommt die Wiederentdeckung des Plattdeutschen dagegen bereits zu spät. „Ich bin nicht so optimistisch, dass die Sprache erhalten werden kann“, sagt der pensionierte Lehrer. Seine Schüler lernten Plattdeutsch wie eine Fremdsprache. „Sie hören die Sprache in ihrem Umfeld gar nicht mehr“, hat er beobachtet. Auf diese Weise gehe die Sprache verloren.

Keno Veith hat sich Plattdeutsch selbst beigebracht, seine Eltern haben es nicht mit ihm gesprochen. Für ihn ist das Plattdeutsche mehr als nur eine Sprache. „Wenn ich auf einen Hof komme und es spreche, ist da sofort eine Verbindung“, sagt er und ergänzt: „Plattdeutsch ist eine Lebenseinstellung.“

 

Plattdeutscher Internetstar: der Ostfriese Keno Veith.
Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Traditionsbewusst: Ortsschilder mit plattdeutschem
Zusatz. Foto: dpa/Guido Kirchner

 
   

Unsere Zukunft ist mehrsprachig

Plattdütsch in de Groafschup


Ümdat de „Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen" dat woll, heff denn Bundestag in’n Juli 1998 een Gesetz beslotten, woarin seggt wodd, dat Sproaken van Löö, de in de Minnerhäit bint, un Sproaken, de in bestimmde Konträins proat / küürt wodd, anseen mött wonn'n at Riekdum van mäinschlik Lewen, un doarüm ock bewaart wonn'n mött.

Ock ümdat sick doar immer meär Mäinschen ´ne Masse Möite üm dat Platte hier in’t Norden van ouns Laund geewt, wodd’t doch de Plattproaters minner. Besünners an de jungen Löö wodd de plattdüütsche Sproake hoast nich meär wietergewen. Et stimmt wall, dat d’r meär Mäinschen Platt vestoan könnt as proaten / küren. En et is ock soa, dat d’r up't Laund un in Huus meär platt proat /küürt wodd as in de Stadt.

In de Groafschup sall nu dat Plattdüütsch weär meär proat / küürt wonn'n. Doarüm heff sick ock ´nen Kring van Löö funn'n, de tehoape met Mäinschen van'n Landkreis vesöken willt, besünners in Kinnergöarns un Scholen föar disse Sproake ientetreen. Et geet drüm, junge Mäinschen föar't Plattproaten / Plattküren nij te maken.

     
     
   
     

Plattdeutsch in der Grafschaft Bentheim

Auf Basis der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen des Europarates aus dem Jahr 1992 hat der Bundestag im Juli 1998 ein ganz besonderes Gesetz in Kraft gesetzt. In Artikel 7 wird dort das Ziel formuliert, dass Regional- und Minderheitensprachen als Ausdruck kulturellen Reichtums geschützt und gefördert werden sollten.

Trotz zahlreicher Bemühungen, die plattdeutsche Sprache im norddeutschen Raum zu fördern und zu erhalten, nimmt die Anzahl der Niederdeutsch-Sprecher immer mehr ab. Besonders an junge Leute wird die Sprache heute nicht mehr weitergegeben. Tatsache allerdings ist, dass viel mehr Menschen Plattdeutsch verstehen als sprechen können. Der Gebrauch von Plattdeutsch ist auf dem Lande verbreiteter als in der Stadt, und im privaten Bereich wird stärker Plattdeutsch gesprochen als in der Öffentlichkeit.

In der Grafschaft Bentheim wird seit längerer Zeit für die plattdeutsche Sprache geworben. Gemeinsam mit Vertretern des Landkreises hat sich ein Arbeitskreis, der aus etwa 15 interessierten Personen besteht, gegründet. 

     
 
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