Plattdütsch in de Groafschup

 

 

   

 

 
 
   

Moj is da Groafschupper Land

 

Ick lagg in de Häide, dat Weer moj en sacht,
De Lewerties süngen, de Sünne heff lacht,
De Imen se summden,
De Horpen se brumden
Dor achte de Dannenkampswand ---
Wat moj is dat Groafschupper Land!

 

Dann stünn ick up’t Venne --- wat wiet kunn men sehn!
Gin Hüse, gin Böäme, gin Büsche, gin Stehen,
Een doch all’s soa prachtig,
De Wietde soa machtig,
Van Wolken ne Krone gespannt ---
O, moj is dat Groafschupper Land!

 

By Frenswegens Kloster. De Winde puusde kault.
Dör Müren en Pöste, Joahrhunderte ault.
So völl hebbt hier lewet,
Wo völle hier starwet
Nich wiet van de Vechtewaterkant!
O, ault is dat Groafschupper Land!

 

Ick lagg an de Vechte, de Himmel was blau,
Upt Größ an de Kanten moj glitzerd‘ de Dau.
De Golwen se glömmden,
De Fissies se swömmden,
De Vechte as sülwernet Band
Tröck sick dör dat Groafschupper Land!

 

Dör’t Benthemsche Hault froh’s monnens ick günk,
De Drossel, de Fink en de Nachtigall sünk ---
Giff’t buten en binnen
Wall Mojres te finnen?
Nömmt up men an Pracht allerhand ---
Nix tegen dat Groafschupper Land!

Carl van der Linde

 

 

 
 

 

 

 
   

Liebe Plattproater !

Das Thema Corona und Covid-19 nehmen wir weiterhin sehr ernst. Da uns die Gesundheit unserer Mitglieder am Herzen liegt haben wir eine große Bitte, haltet euch an die vorgeschriebenen Maßnahmen unserer Regierung, Abstand halten, Masken tragen und Kontakte mit mehreren Personen meiden. Nur dann können wir unseren Beitrag leisten, das weniger Menschen angesteckt und am Coronavirus sterben.

Über unsere Internetseite und der GN halten wir euch auf dem laufenden
Achtet auf Euch, seid behütet und bleibt gesund
.

 
   

Neuer Höchstwert: RKI meldet 18.681 Neuinfektionen.

Auch die USA melden so viele Infektionen wie nie zuvor. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat mit 18.681 neuen Fällen am Freitag einen neuen Höchstwert bei den Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet

Die USA melden erstmals mehr als 90.000 Neuinfektionen pro Tag

Laut einer Forsa-Umfrage halten 50 Prozent der Befragten die neuen Maßnahmen zu Eindämmung der Corona-Pandemie für angemessen

 

GN 29.10 2020

November-Lockdown soll Welle brechen

 

Kinos und Kneipen dicht, Läden und Schulen offen / Merkel: Nationale Notlage vermeiden

BERLIN  Mit strengen Kontaktbeschränkungen und einem Herunterfahren fast aller Freizeitaktivitäten wollen Bund und Länder die zweite Corona-Infektionswelle in Deutschland brechen. Vor dem Hintergrund dramatisch steigender Infektionszahlen einigten sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten gestern auf die einschneidendsten Schritte seit dem großen Lockdown im Frühjahr. Sie gelten ab kommendem Montag für den gesamten November.

Merkel rief zu einer „nationalen Kraftanstrengung“ auf und betonte: „Wir müssen handeln, und zwar jetzt. Und zwar müssen wir handeln, um eine akute nationale Gesundheitsnotlage zu vermeiden.“ Schulen, Kitas und Geschäfte sollen aber anders als im Frühjahr offen bleiben. Auch der Groß- und Einzelhandel bleibt unter Auflagen zur Hygiene und zur Steuerung des Zutritts geöffnet.

Der gemeinsame Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist allerdings nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes – insgesamt maximal zehn Personen – gestattet. Verstöße sollen die Behörden sanktionieren. Größere Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, aber auch in Privatwohnungen gelten als inakzeptabel.

Die Bürgerinnen und Bürger werden zudem aufgefordert, auf nicht notwendige private Reisen und Besuche – auch von Verwandten – zu verzichten. Übernachtungsangebote im Inland soll es im November nur noch für nicht touristische Zwecke geben.

Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden einen Monat lang untersagt. Profisportveranstaltungen dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden. Theater, Konzerthäuser, Museen, Kinos, Freizeitparks,

Spielhallen, Bordelle, Schwimmbäder, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen werden geschlossen. Nicht erlaubt ist auch der Freizeit- und Amateursportbetrieb – mit Ausnahme des Individualsports allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand.

Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen bleiben zu. Ausgenommen ist das Liefern und Abholen von Speisen für den Verzehr zu Hause. Schließen müssen auch Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios. Medizinisch notwendige Behandlungen sind aber möglich. Auch Friseursalons können öffnen.

Den betroffenen Betrieben, Selbstständigen, Vereinen und Einrichtungen gewährt der Bund eine außerordentliche Wirtschaftshilfe. Diese soll ein Finanzvolumen von bis zu zehn Milliarden haben. Der Bund wird auch Hilfsmaßnahmen für Unternehmen verlängern.

Gestern hatten die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 14 964 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet – beinahe doppelt so viele wie am Mittwoch vergangener Woche. Merkel wies darauf hin, dass die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen immer mehr zunehme.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bat um Verständnis. „Wir haben es uns nicht leicht gemacht, aber wir halten die Schritte für notwendig“, sagte er am Abend. Die Einschränkungen sollen auch in Niedersachsen ab dem 2. November greifen. Weil appellierte an alle Betroffenen, sich schon jetzt auf die neuen Regeln einzustellen, und forderte die Bürger auf, ihre sozialen Kontakte auf das Notwendigste zu reduzieren. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass innerhalb der nächsten vier Wochen die Zahl der Corona-Neuinfektionen deutlich zurückgeht.

 
   

Aktueller Stand Coronavirus

Erschreckende, wieder steigende Zahlen
Achtet auf euch



30.10. Infektionen 45.022.541 Tote 1.181.393
29.10. Infektionen 44.476.771 Tote 1.174.323
28.10. Infektionen 43.899.874 Tote 1.166.513
26.10. Infektionen 43.010.473 Tote 1.154.236
24.10. Infektionen 42.195.965 Tote 1.144.437
17.10. Infektionen 39.436.255 Tote 1.106.470
01.10. Infektionen 34.066.395 Tote 1.016.189
30.09. Infektionen 33.716.818 Tote 1.009.718
15.09. Infektionen 29.262.004 Tote 928.573
14.08. Infektionen 20.385.592 Tote 744.413
14.04. Infektionen 1.886.175 Tote 119.766
01.04. Weltweit Infektionen 860.000 Tote 42.341



30.10. Infektionen 9.754.079 Tote 270.853
29.10. Infektionen 9.465.324 Tote 268.201
28.10. Infektionen 9.185.142 Tote 265.408
26.10. Infektionen 8.685.999 Tote 260.792
24.10. Infektionen 8.327.727 Tote 257.744
17.10. Infektionen 7.120.348 Tote 247.655
01.10. Infektionen 5.409.637 Tote 231.716
15.09. Infektionen 4.435.298 Tote 220.455
14.08. Infektionen 3.349.683 Tote 213.910
14.04. Infektionen 933.159 Tote 81.341
01.04. Europa Infektionen 465.000 Tote 30.452



30.10. Infektionen 506.381 Tote 10.359
29.10. Infektionen 486.972 Tote 10.281
28.10. Infektionen 463.419 Tote 10.121
26.10. Infektionen 443.189 Tote 10.062
24.10. Infektionen 426.110 Tote 10.008
17.10. Infektionen 359.802 Tote 9.776
01.10. Infektionen 295.315 Tote 9.509
15.09. Infektionen 263.222 Tote 9.366
01.09. Infektionen 244.802 Tote 9.303
14.08. Infektionen 222.557 Tote 9.229
14.04. Infektionen 130.072 Tote 3.194
01.04. Deutschland Infektionen 71.800 Tote 775



30.10. Infektionen 34.228 Tote 743
29.10. Infektionen 32.980 Tote 737
28.10. Infektionen 31.570 Tote 733
24.10. Infektionen 29.101 Tote 728
17.10. Infektionen 25.453 Tote 711
01.10. Infektionen 20.417 Tote 687
15.09. Infektionen 18.023 Tote 667
01.09. Infektionen 16.763 Tote 662
14.08. Infektionen 15.318 Tote 656
14.04. Infektionen 7.885 Tote 211
01.04. Niedersachsen Infektionen 4.348 Tote 43


30.10. Infektionen 864 Tote 21
29.10. Infektionen 829 Tote 20
28.10. Infektionen 775 Tote 20
26.10. Infektionen 750 Tote 20
23.10. Infektionen 702 Tote 19
17.10. Infektionen 517 Tote 18
01.10. Infektionen 310 Tote 18 15.09. Infektionen 288 Tote 18
01.09. Infektionen 282 Tote 18
14.08. Infektionen 269 Tote 18
14.04. Grafschaft Bentheim Infektionen 181 Tote 9


30.10. Infektionen 1.282.769 Tote 36.020
29.10. Infektionen 1.235.132 Tote 35.785
28.10. Infektionen 1.198.695 Tote 35.541
26.10. Infektionen 1.086.497 Tote 34.645
24.10. Infektionen 1.041.075 Tote 34.508
17.10. Infektionen 834.770 Tote 33.303
01.10. Infektionen 563.535 Tote 31.956
01.09. Infektionen 281.025 Tote 30.635
14.08. Infektionen 206.696 Tote 30.388
14.04. Frankreich Infektionen 98.076 Tote 14.967


30.10. Infektionen 330.252 Tote 7.258
29.10. Infektionen 319.991 Tote 7.202
28.10. Infektionen 311.889 Tote 7.142
26.10. Infektionen 291.254 Tote 7.046
24.10. Infektionen 272.401 Tote 6.964
17.10. Infektionen 220.052 Tote 6.773
01.10. Infektionen 124.097 Tote 6.419
15.09. Infektionen 83.399 Tote 6.256
01.09. Infektionen 70.667 Tote 6.224
14.08. Infektionen 61.204 Tote 6.165
23.07. Infektionen 52.404 Tote 6.139
23.05. Niederlande Infektionen 45.064 Tote 5.811


30.10. Infektionen 8.874947 Tote 227.750
29.10. Infektionen 8.787.039 Tote 226.770
28.10. Infektionen 8.707.922 Tote 225.782
26.10. Infektionen 8.567.934 Tote 224.334
24.10. Infektionen 8.425.858 Tote 223.101
17.10. Infektionen 8.000.481 Tote 217.916
01.10. Infektionen 7.199.601 Tote 206.592
15.09. Infektionen 6.513.709 Tote 193.944
01.09. Infektionen 5.994.651 Tote 183.134
14.08. Infektionen 5.228.365 Tote 166.917
14.04. Infektionen 581.344 Tote 23.596
01.04. USA Infektionen 189.126 Tote 18.763



30.10. Infektionen 965.340 Tote 45.955
29.10. Infektionen 942.275 Tote 45.675
28.10. Infektionen 917.575 Tote 45.365
26.10. Infektionen 873.800 Tote 44.896
24.10. Infektionen 830.998 Tote 44.571
01.10. Infektionen 460.178 Tote 42.202
30.09. Infektionen 446.156 Tote 42.072
15.09. Infektionen 371.125 Tote 41.637
01.09. Infektionen 335.873 Tote 41.501
14.08. Infektionen 313.798 Tote 46.706
23.05. Großbritanien Infektionen 257.154 Tote 36.675

 


30.10. Infektionen 616.595 Tote 38.122
29.10. Infektionen 589.766 Tote 37.905
28.10. Infektionen 564.771 Tote 37.700
26.10. Infektionen 525.782 Tote 37.338
24.10. Infektionen 484.869 Tote 37.059
01.10. Infektionen 317.409 Tote 35.918
30.09. Infektionen 314.861 Tote 35.894
15.09. Infektionen 288.761 Tote 35.624
01.09. Infektionen 269.214 Tote 35.483
14.04. Infektionen 159.516 Tote 20.465
01.04. Italien Infektionen 105.792 Tote 12.428


30.10. Infektionen 1.160.083 Tote 35.639
29.10. Infektionen 1.136.503 Tote 35.466
28.10. Infektionen 1,116.738 Tote 35.298
26.10. Infektionen 1.046.132 Tote 34,752
24.10. Infektionen 1.046.139 Tote 34.752
17.10. Infektionen 936.560 Tote 33.775
01.10. Infektionen 778.607 Tote 31.973
30.09. Infektionen 758.172 Tote 31.614
15.09. Infektionen 593.730 Tote 29.848
01.09. Infektionen 462.858 Tote 29.094
14.04. Infektionen 170.099 Tote 17.756
11.04. Spanien Infektionen 158.273 Tote 16.081



30.10. Infektionen 45.022.541 Tote 1.181.393
29.10. Infektionen 5.468.270 Tote 158.456
28.10. Infektionen 5.439.641 Tote 157.546
26.10. Infektionen 5.394.128 Tote 157.134
24.10. Infektionen 5.353.656 Tote 156.471
17.10. Infektionen 5.200.300 Tote 153,214
01.10. Infektionen 4.810.935 Tote 143.952
15.09. Infektionen 4.345.610 Tote 132.006
01.09. Infektionen 3.908.272 Tote 121.381
23.07. Infektionen 2.227.514 Tote 82.177
23.05. Brasilien Infektionen

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GN vom 11.12.2019

Plattdeutsch wird Studienfach
Niedersachsen will gefährdete Sprache stärker fördern / Lehrstuhl in Oldenburg geplant

 

Von Klaus Wieschemeyer und Marie Busse

HANNOVER

Plattdeutsch gehört fest zu Norddeutschland. Doch angesichts der Vorherrschaft des Hochdeutschen steht die Regionalsprache unter Druck. Niedersachsen will das Platt nun stärker in den Schulen fördern.

Die Landesregierung hat angekündigt, sich stärker für den Erhalt der „kleinen Sprachen“ Plattdeutsch und Saterfriesisch zu engagieren. Insbesondere in der Schule sollen die Regionalsprache Niederdeutsch und die Minderheitensprache Saterfriesisch gefördert werden. Die Neuauflage eines entsprechenden Erlasses fördert nicht nur die Einstellung von Lehrkräften mit entsprechender Zusatzqualifikation, sondern fordert auch Sprachbegegnungen, die Aufnahme regionaler und regionalsprachlicher Bezüge in den Unterricht.

Plattdeutsch soll künftig als grundständiges studierbares Unterrichtsfach ausgewiesen werden, sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) unserer Redaktion. Das Ministerium

hat dafür 350 000 Euro jährlich zur Verfügung gestellt. An der Universität Oldenburg wurde bereits ein erstes Grobkonzept dafür erstellt und eine Professur ausgeschrieben. Die Suche nach einem Lehrstuhlinhaber läuft derzeit.

Der Lehrstuhl soll darüber hinaus mit zwei ganzen und zwei halben Stellen ausgestattet werden. Für den Haushalt 2020 sind zwei weitere Stellen vorgesehen. Bis der Lehrstuhl läuft, kann es noch ein wenig dauern, doch Thümler sieht die Sprachförderung auf einem guten Weg. Denkbar ist, dass sich das Plattdeutsche als Nebenfach bei Lehramtsanwärtern etabliert, die nach dem Studium gerne in ihre Region zurückkehren wollen.

Schon jetzt gibt es landesweit 90 Projektschulen für Plattdeutsch in Niedersachsen. Diese erhalten maximal drei Schuljahre lang ein bis drei Unterrichtsstunden zur Einbindung der Regionalsprache in den Unterricht beziehungsweise in den Schulalltag. 24 Beratungskräfte arbeiten im Bundesland für die Förderung der Regionalsprachen, meist in der Grundschule oder der Sekundarstufe.

Es gibt einen plattdeutschen Lesewettbewerb, die Aktion „Freedag is Plattdag“ (Freitag ist Plattdeutschtag) und ein Heft mit der Geschichte der „Lüttje Muss“ (kleine Maus) in verschiedenen Platt-Varianten.

Auch an Schulen in der Region wird Plattdeutsch gefördert. Doch die Sprache hat gelitten: „Plattdeutsch hatte jahrzehntelang einen schweren Stand“, sagt Josef Grave von der Emsländischen Landschaft. Mittlerweile werde Platt im Alltag jüngerer Menschen kaum gesprochen. Einige Ausnahmen gibt es: Zu ihnen zählt Keno Veith, der mit seinen plattdeutschen Videos Tausende Nutzer erreicht. Sorgen um die Sprache macht er sich trotzdem.

 
   

Entspanntes Verhältnis zur Sprache: Heute gibt Marie Busse ihren Kollegen Tipps, wie plattdeutsche Begriffe ausgesprochen werden. Foto: Michael Gründel


Die-Carl-von-Ossietzky-Universitaet-in-Oldenburg-an-der-bald-Plattdeutsch-gelehrt-wird

 
   
   

Plattdeutsch in der Pflege

Neues Zertifikat für Pflegeheime kommt

BREMEN „Allns warrt goot“ – Mit Plattdeutsch können Pflegekräfte im Norden einen anderen Zugang zu ihren Schützlingen bekommen. Denn die hören die Muttersprache gern – selbst wenn es nur ein paar Brocken sind.

Plattdeutsch kann in Norddeutschland eine große Hilfe in der Pflege sein. Viele alte Menschen und Demenzkranke fühlen sich in ihrer Muttersprache besser angesprochen. Initiativen für „Plattdüütsch inde Pleeg“ gibt es deshalb in mehreren Bundesländern. Das Länderzentrum für Niederdeutsch in Bremen ergänzt sie nun mit dem „PlattHart“, einem neuen Zertifikat, um das sich Pflegeeinrichtungen bewerben können. Das Länderzentrum für Niederdeutsch in Bremen wird von Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein finanziert. Auch mit Mecklenburg-Vorpommern wird kooperiert.

„Ich habe oft gemerkt, ich erreiche die Menschen auf Platt besser“, sagte Jan-Bernd Müller (32) der Deutschen Presse-Agentur. Der wissenschaftliche Mitarbeiter des Länderzentrums ist im Emsland mit Plattdeutsch aufgewachsen und hat Gerontologie studiert, also die Wissenschaft vom Altern. „Demenzkranke fallen im Lauf der Zeit in ihre Muttersprache zurück“ – das ist seine Erfahrung aus der Arbeit in Altenheimen. „Es ist wie eine Bibliothek, in der das letzte Buch, das stehen bleibt, die Muttersprache ist.“ Um das Zertifikat zu erhalten,

sollen Altenpflegeeinrichtungen den Gebrauch von Niederdeutsch in ihr Leitbild aufnehmen. Ein Teil der Körperpflege, der Betreuung, auch der Seelsorge soll auf Platt stattfinden. Und jedes Heim soll mindestens eine hauptamtliche Kraft mit Plattdeutsch- Kenntnissen aufweisen. Die Einrichtungen hätten sehr unterschiedliche Träger, sagte Christianne Nölter, die Leiterin des Länderzentrums. Beim „PlattHart“ gehe es darum, ihnen einheitliche Kriterien an die Hand zu geben.

Nach Müllers Erfahrung sind viele Pflegerinnen und Pfleger motiviert, Plattdeutsch in der Arbeit anzuwenden. „Wenn Pflegekräfte merken, dass sie damit einen Zugang zu ihren Patienten bekommen, dann lernen sie das.“ Sie müssten dazu nicht die ganze Sprache beherrschen, einzelne Wörter, Sätze und Redensarten reichten oft aus. Ein Wörterbuch solcher Ausdrücke haben der Landkreis Oldenburg und seine Berufsschulen schon 2014 zusammengestellt. Von der Broschüre „Plattdeutsch in der Pflege“ seien bereits 12.000 Exemplare verteilt worden, sagte Hella Einemann-Gräbert, eine der Autorinnen.

„Wo geit Se dat?“ (Wie geht es Ihnen?) heißt es darin, „Fallt dat Sluken swoor?“ (Fällt das Schlucken schwer?). Es geht um „Blootdruck“ (Blutdruck), „Liefkeel“ (Bauchschmerzen), „Hosten“ (Husten). Es fehlt auch nicht die freundliche Aufmunterung „Dat warrt beter, dat duert sien Tiet“ (Das wird besser, das braucht seine Zeit).

Einemann-Gräbert hat an der Berufsschule in

Wildeshausen unterrichtet. Dort gibt es nicht nur plattdeutschen Sprachunterricht für angehende Pflegekräfte, auch ein Teil des Fachunterrichts findet auf Platt statt. An der Ursula-Kaltenstein- Akademie der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Bremerhaven werden ebenfalls Pflegekräfte in Plattdeutsch geschult.

Müller und Nölting setzen sich für ihr Plattdeutsch ein, aber sie sehen das Zertifikat auch als Konzept, das man auf andere Sprachen anwenden könnte. Pflegeeinrichtungen sollten auf viele Muttersprachen eingerichtet sein, auf Fremdsprachen, Minderheitensprachen oder Dialekte, sagte Müller.

dpa

Die Broschüre „Plattdeutsch – Sprache des Herzens“ hält Jan-Bernd Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Länderzentrum für Niederdeutsch, in den Händen. Der Einsatz von Plattdeutsch in der Pflege soll vom Länderzentrum mit einem Zertifikat für Pflegeeinrichtungen gefördert werden. Foto: dpa

 

 
   

Unsere Zukunft ist mehrsprachig

Plattdütsch in de Groafschup


Ümdat de „Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen" dat woll, heff denn Bundestag in’n Juli 1998 een Gesetz beslotten, woarin seggt wodd, dat Sproaken van Löö, de in de Minnerhäit bint, un Sproaken, de in bestimmde Konträins proat / küürt wodd, anseen mött wonn'n at Riekdum van mäinschlik Lewen, un doarüm ock bewaart wonn'n mött.

Ock ümdat sick doar immer meär Mäinschen ´ne Masse Möite üm dat Platte hier in’t Norden van ouns Laund geewt, wodd’t doch de Plattproaters minner. Besünners an de jungen Löö wodd de plattdüütsche Sproake hoast nich meär wietergewen. Et stimmt wall, dat d’r meär Mäinschen Platt vestoan könnt as proaten / küren. En et is ock soa, dat d’r up't Laund un in Huus meär platt proat /küürt wodd as in de Stadt.

In de Groafschup sall nu dat Plattdüütsch weär meär proat / küürt wonn'n. Doarüm heff sick ock ´nen Kring van Löö funn'n, de tehoape met Mäinschen van'n Landkreis vesöken willt, besünners in Kinnergöarns un Scholen föar disse Sproake ientetreen. Et geet drüm, junge Mäinschen föar't Plattproaten / Plattküren nij te maken.

     
     
   
     

Plattdeutsch in der Grafschaft Bentheim

Auf Basis der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen des Europarates aus dem Jahr 1992 hat der Bundestag im Juli 1998 ein ganz besonderes Gesetz in Kraft gesetzt. In Artikel 7 wird dort das Ziel formuliert, dass Regional- und Minderheitensprachen als Ausdruck kulturellen Reichtums geschützt und gefördert werden sollten.

Trotz zahlreicher Bemühungen, die plattdeutsche Sprache im norddeutschen Raum zu fördern und zu erhalten, nimmt die Anzahl der Niederdeutsch-Sprecher immer mehr ab. Besonders an junge Leute wird die Sprache heute nicht mehr weitergegeben. Tatsache allerdings ist, dass viel mehr Menschen Plattdeutsch verstehen als sprechen können. Der Gebrauch von Plattdeutsch ist auf dem Lande verbreiteter als in der Stadt, und im privaten Bereich wird stärker Plattdeutsch gesprochen als in der Öffentlichkeit.

In der Grafschaft Bentheim wird seit längerer Zeit für die plattdeutsche Sprache geworben. Gemeinsam mit Vertretern des Landkreises hat sich ein Arbeitskreis, der aus etwa 15 interessierten Personen besteht, gegründet.