Karl Sauvagerd

Karl Sauvagerd (* 19. August 1906 in Gronau; † 6. Februar 1992 in Uelsen) war ein evangelisch-reformierter
Schneidermeister, niederdeutscher Dichter und Romanautor sowie Heimatforscher.


Beruf und Lebensweg


Karl Sauvagerd war das älteste Kind eines Schneidermeisters aus dem münsterländischen Gronau. Seine Familie zog 1910 in die Niedergrafschafter Bauerschaft Wilsum, wo sich sein Vater als Maßschneider selbstständig machte.
Sauvagerd besuchte hier von 1912 bis 1920 die reformierte Volksschule. Sein Vater wurde nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs eingezogen, so dass seine Mutter mit drei unmündigen Kindern in Not geriet. Karl als Ältester musste auf den Bauernhöfen der Umgebung mithelfen und kam so in engem Kontakt mit dem bäuerlich-ländlichen Leben.

Die Wilsumer Schüler hatten im Ersten Weltkrieg viel Zeit mit dem Sammeln von Heilkräutern und Arzneipflanzen zu verbringen, was bei Karl Sauvagerd zu einem lebenslangen Interesse an der heimischen Flora führte. Er sammelte später selbst viele heimische Pflanzen und legte ein Herbarium an, in dem er diese mit ihren botanischen und deutschen Namen, Fundort und Fundtag versah. 1921 nahm Sauvagerd bei seinem Vater eine Lehre auf. 1924 bestand er seine Gesellenprüfung als Innungsbester. Anschließend arbeitete der Schneidergeselle in Uelsen, dann in Bentheim, wo er sich jeweils musikalisch als Chorsänger und Musiker betätigte.

Seine Eltern hatten 1928 im Niedergrafschafter Gerichtsort Neuenhaus in der Hauptstraße ein Haus gekauft und dort ein Geschäft eröffnet. 1929 zog Karl Sauvagerd dorthin. Im Dezember 1931 legte
er in Lingen seine Meisterprüfung ab und wurde anschließend in Neuenhaus selbstständiger Maßschneider. Am Zweiten Weltkrieg nahm Sauvagerd als Nachrichtensoldat teil. Er war verheiratet mit Auguste Hilfers aus Bentheim. Die Eheleute hatten eine Tochter. 1981 zog Sauvagerd zur Familie seiner Tochter in Uelsen, wo er seinen Lebensabend verbrachte.

Werke

Als Luftnachrichtensoldat im Felde, in: Grafschafter Heimatkalender 1941. Das Bentheimer Land, Bd. XXVI, Bentheim
1940, S. 44-48.


Häideblomen: Gedichten en Geschichten ut de Groafschup Bentheim. Met Noawoord en Woordliste van Arnold Rakers


(Das Bentheimer Land, Bd. 31), Paderborn/Osnabrück 1948.
De Tied blif Baas: Gedichten et Joor rund (Das Bentheimer Land, Bd. 90; De Junge Graafschupp, 1), Nordhorn 1955 (2., vom Verfasser neu bearbeitete Auflage, Nordhorn 1976).


Von der neuen Rechtschreibung für das Plattdeutsche, in: Jahrbuch des Heimatvereins der Grafschaft Bentheim 1957 (Das Bentheimer Land, Bd. 47), o.O.u.J., S. 144-147.


Bunte Bilder, in: Grafschafter Tagespost von 1958 – 1959 (27. Fortsetzungen)


Godi en sien söwende Kind, in: Grafschafter Tagespost von 1959-1960 (27 Fortsetzungen).


Das Neuenhauser Gaswerk, in: Jahrbuch des Heimatvereins der Grafschaft Bentheim 1960 (Das Bentheimer Land, Bd. 51), o.O.u.J., S. 182-184.

Seltsame Geschichten, in: Grafschafter Tagespost von 1960-1962 (40 Fortsetzungen).
Dat teken van de doadenburg, in: Grafschafter Tagespost von 1964 (47 Fortsetzungen).
Aus der Geschichte eines Niedergrafschafter Bauernhofes, in: Der Grafschafter, Folge 182, Nordhorn 1968, S. 509-510.

Die evangelisch-reformierte Kirche von Neuenhaus und ihre Pastoren, in: Jahrbuch des Heimatvereins der Grafschaft Bentheim 1966 (Das Bentheimer Land, Bd. 60), o.O.u.J., S. 103-111.

Die reformierte Kirche in Neuenhaus, in: 1369-1969. 600 Jahre Stadt Neuenhaus. Festschrift zum 600-jährigen
Stadtjubiläum der Stadt Neuenhaus am 29. September 1969, Neuenhaus/Schüttorf 1969, S. 59-61.


Botanische Sehenswürdigkeiten, in: Jahrbuch des Heimatvereins der Grafschaft Bentheim 1972 (Das Bentheimer Land, Bd. 75), Nordhorn (1971), S. 41-49.

Die Wunderorgel, Roman, in: Zwischen Burg und Bohrturm Folge 2-12, Nordhorn 1975, und in: Zwischen Burg und
Bohrturm Folge 1-12, Nordhorn 1976, und in: Zwischen Burg und Bohrturm Folge 1-6, Nordhorn 1977.

Heimatliche Naturheilkräfte (Das Bentheimer Land, Bd. 83), Nordhorn 1973. Unser Grafschafter Platt,

Werke

O, maakt nicht alle Grund terecht

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De Häide blöjt!

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Lååt mij tofree

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